Die Verbundenheit der Gangrel zu dem einst rauen Land mag jener des Clans Ventrue kaum in etwas nachstehen. Es gab Zeiten, in denen diese Gemeinsamkeit Brücken baute, die lange Zeit zu einem stabilen Verbund führten. Doch irgendwann wuchsen die Städte und die Herrschaftsgebiete des Clans der Könige immer weiter, während die Reiche der Gangrel immer kleiner wurden. Das Bündnis begann zur bröckeln, bis es letztendlich gänzlich zerfiel. Erst als Mortiz von Sachsen Herr der Domäne Leipzig wurde schien sich das Verhältnis wieder zu stabilisieren.

Unter der Herrschaft des Sachsen gewann der Clan Gangrel auch innerhalb der Domäne an Prestige, während der Anspruch des Clans auf das Umland der Domäne niemals wieder in Frage gestellt wurde. Der Einfluss der Gangrel wuchs im Laufe der Zeit immer weiter an. 1831 wurde die Älteste Kriemhild vom Prinzen der Domäne zu seinem Truchsess bestimmt. Eine Berufung, die nicht jedem Clan gefallen wollte. 

Kriemhild und der Clan Gangrel standen seit jener Zeit absolut loyal ihrem Prinzen gegenüber. Ein Umstand, den Johann Adolf von Zezschwitz, Ancilla vom Clan der Könige, scheinbar vergessen hatte, nachdem er die Prinzenwürde in Verantwortung gestellt bekam. 

Das Verhältnis zwischen der Ahnherrin der Gangrel und dem jungen Zögling war nie ein besonders gutes. Und es war vermutlich einzig die Verbundenheit zu dessen Erzeuger, die Kriemhild damals davon abhielt sich nicht dem ungeliebten Nachfolger zu entledigen. Vielleicht war es auch die Müdigkeit des Alters, die sie dazu veranlasste sich zurück zu ziehen, vielleicht waren es aber auch die ständigen Querelen innerhalb des eigenen Clans, die den Ausschlag gaben.

Was aus ihr wurde ist unbekannt, manche behaupten, sie habe sich in Burgaue, einem Waldgebiet im Nordwesten von Leipzig, zur Ruhe gelegt, manche behaupten, sie sei unlängst wieder erwacht und beobachte die neusten Entwicklungen mit einer gewissen Neugier. Mit ihrem Rückzug verlor der Clan Gangrel damals schnell an Macht und auch an Prestige. 

Der neue Erstgeborene, welcher sich nach den Geschehnissen um die Jahrtausendwende in Leipzig niederließ, wird im eigenen Clan von vielen Älteren aufgrund seiner Vergangenheit sehr kritisch betrachtet. Aufgrund jener, die ihm seinen Weg erst ermöglichte. Gerüchte gibt es viele. Er gilt als machthungrig und selbstverliebt. Als fehl am Platz. Als jemand, der sich selbst stets der nächste ist. Einer, der über Leichen geht. Kein Alpha. Keiner, der den Clan zu alter Stärke führen kann. Mehr Patrizier als ehrlicher Plebejer. 

Es passt gut ins Bild, dass Balthasar von Schwarzburg nun Blutvogt der Domäne ist, einer, der mit weitreichenden Kompetenzen ausgestattet wurde, seine eigene Domäne außerhalb der Stadt zugesprochen bekam und während dieser dort in einem prunkvollen Schloss haust, ging der Clan als Ganzes leer aus.

Wie lange die Neugeborenen ihrem Ältesten noch folgen werden? Es scheint mehr als fraglich. Ebenso, ob diese den poltischen Kurs, den dieser eingeschlagen hat, mittragen wollen, der mehr gesellschaftlicher Natur zu sein scheint als alles andere. 

In aller Offenheit mischt er sich in das gesellschaftliche Leben der Untoten und Lebenden ein. Scheint die Konfrontation mit dem Clan Toreador geradezu herauf beschwören zu wollen. Und auch die Brujah sind alles andere als glücklich, dass das Amt des Blutsvogtes, welches bis auf jene kurze Irritation im Laufe der Geschichte der Domäne traditionell von ihnen geführt wurde, nun in Händen des Clans Gangrel liegt. Gerade, wenn man bedenkt, dass der gerade eben erst zurückgekehrte Zado einst jenes Amt unter Moritz von Sachsen führte...

Der Clan Gangrel scheint auf einem Pulverfass zu sitzen, während ihr „Ältester“ gerade unverfroren mit dem Feuer spielt.

Es scheint nur eine Frage der Zeit, dass es hochgeht…
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