"Alles beginnt und Alles endet,
Zur richtigen Zeit
Am richtigen Ort"

(Picknick am Valentinstag)


Im Englischen nennt man sie liebevoll 'Lunatics', die Wahnsinnigen. So veränderlich wie der Mond sein Anglitz ändert, so stetig, wie er dennoch stets am Himmel verweilt. Es gibt keinen Topf in den auch nur zwei von ihnen hinein passten, denn was sie miteinander vereint, trennt sie voneinander mit aller Macht. Es gibt keine Regeln. Es gibt nur den einen Malkavianer und seine Welt. Und diese, seine Welt, in die Wahrnehmung anderer zu integrieren, ist eines der Schwierigsten. 

Vorwitzige Gemüter erzählen Geschichten, dass alle Clans Malkavians wären und sich nur auf ihre jeweiligen Kennzeichen spezialisiert hätten. Der Wahnsinnig an und für sich kann alles sein... der sensible Künstler, der sich in seinem Tun verliert... ein mordender Psychopath... ein debiles Kind... sogar das perfekte Immitieren des Menschlichen Lebens kann in Wahnsinn ausarten. Alles ist nur eine Frage des Blickwinkels... des eigenen und der des Anderen.

Egal für welche Welt sich ein Malkavianer entschieden hat (oder welche ihm aufgezwungen wurde :-) ), dem Betrachter mag es stets etwas irritieren, als wäre derjenige, mit dem man interagiert, eine Nuance verschoben... oder ver-rückt, nicht wahr? Manchmal sind die Unterschiede so klein, dass sie niemand mit Worten fassen kann - manchmal so erschlagend - dass man ihnen nur vorwerfen kann Irre zu sein.

Der Blick hinter den Spiegel?

Ein Spiegel zeigt die Welt, wie sie zu sein vorgibt. Ein Abbild der Oberfläche. In dieser Oberfläche existieren die Meisten - nicht ahnend, dass es auch eine Welt hinter dem Spiegel gibt - welche die ungeschminkte Wahrheit zeigt. 
Wahrheit ist kein Spass. Sie zu kennen oder erkennen, erhebt dich, zerbricht dich, belebt dich und vernichtet dich... ganz ehrlich - wer will wirklich immer wissen, was in dem Kopf desjenigen vorgeht, der dich gerade ansieht?
Der Eine glaubt an einen Gott und zieht daraus seine Kraft, um weiter zu machen.
Der Andere glaubt an das Konstrukt der Wirklichkeit um sich herum.
Der Malkavianer kennt beides und mehr und es macht ihn krank.

...manch einer ist schon erstickt, an dem Apfel vom Baum der Erkenntnis...

Wer hinter den Spiegel blicken will, muss ihn brechen und durch die Sprünge seiner Oberfläche in das tiefe Dunkel der anderen Wahrheit tauchen...

Belächelt, beäugt, beschimpft, manchmal gefürchtet... manigfaltige Möglichkeiten, wie sie von anderen Kainiten betrachten werden.
Manch ein Prinz mag einen der ihren an seiner Seite schätzen, um dessen Fähigkeit die Dinge zu sehen wie sie sind, zu nutzen.
Andere wollen sie wohl verbannen, ob ihrer Unkontrolliertheit oder ihrer Macht im falschen Moment das Richtige zu sagen und die Welt ins Schwanken zu bringen.
In letzter Konsequenz, ist ein Malkavianer vielleicht immer nur das, was der Betrachter in seiner Wirklichkeit aus ihm macht...

"Schön, so weit gefällt es ihr," dachte Alice und sprach weiter: "willst du mir wohl sagen, wenn ich bitten darf, welchen Weg ich hier nehmen muß?!
"Das hängt zum guten Theil davon ab, wohin du gehen willst," sagte die Katze.
"Es kommt mir nicht darauf an, wohin -; " sagte Alice.
"Dann kommt es auch nicht darauf an, welchen Weg du nimmst," sagte die Katze.
" -;wenn ich nur irgendwo hinkomme," fügte Alice als Erklärung hinzu.
"O, das wirst du ganz gewiß," sagte die Katze, "wen du nur lange genug gehest."
(Lewis Caroll - Alice im Wunderland)

(Text:  Eva)

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