All my devotion betrayed
I am no longer afraid
I was too blinded to see
How much you've stolen from me
You want to know why I feel so horrified?
I let my innocence die
You want to know why I can't be pacified?
You made me bury something
I won't be sleeping tonight

[Disturbed, Deify]

Nur noch wenige erinnern sich an jene Zeiten, in welchen die Gelehrten als Philosophen, Visionäre und Erneuerer das Angesicht der Welt nicht weniger nach ihrem Willen schufen, wie beispielsweise die Ventrue oder Toreador. Es gab eine Zeit, in welcher der Clan Brujah nicht nur den Fortschritt in der Welt der Sterblichen förderten, sondern gleichsam in der kainitischen Gesellschaft eine prägende Rolle ihr Eigen nannten und man ihnen nachsagte, in ihrer Denkweise der Zeit weit voraus zu sein.

In den heutigen Nächten jedoch scheint nicht mehr viel vom Erbe der einstigen Philosophen übrig geblieben zu sein. Die Zeiten, in denen man den Gelehrten ein offenes Ohr schenkte, ihren Rat suchte und sich mit ihren Ideen und Visionen auseinandersetze, sie scheinen lange vorbei. In den heutigen Nächten reduziert man die Scholaren des Krieges gerne auf ihre körperlichen Attribute, welche nach wie vor legendär sind. Krieg liegt ihnen im Blut, so heißt es, und jeder der einmal Zeuge der zerstörerischen Kräfte wurde, welche sich in einem Brujah vereinen, wird dem kaum widersprechen, ganz im Gegenteil.

Und es ist genau dieses einseitige Bild mit dem der Clan in den heutigen Nächten zu kämpfen hat, das seine Mitglieder spaltet, das zu Spannungen führt und zu einem inneren Widerstreit, der die untote Seele förmlich zu zerreißen droht. Denn auch wenn selbst viele, gerade der jüngeren Brujah die Säulen, auf welchem die Werte des Clans vor so langer Zeit erbaut wurden, vergessen, teilweise das Bild, welches die Gesellschaft von Ihnen gezeichnet hat, adoptiert haben, so bleibt dennoch dieses Gefühl, eine Ahnung davon, was sie einst ausmachte, ein letzter Schatten der Erinnerung. Nicht greifbar, doch im Blute vererbt. Es ist dieser stille Impuls, dem die innere Leere folgt, welche die jüngeren Generationen immer wieder an sich selbst scheitern lässt. Die dazu führt, dass sich immer wieder Jüngere der Camarilla und den Älteren ihres Clans entziehen in dem Glauben ihr Heil bei den Anarchen zu finden. Während die Älteren versuchen einen Weg zurück zu den Wurzeln, den alten Werten zu finden, um jene Leere zu schließen, welche droht den Clan von innen heraus zu verschlingen, ohne dabei jedoch das seit jeher wacklige Konstrukt, das einst von sieben Clans geschaffen wurde, zum Einsturz zu bringen. So sehr sie vieles, für das die Camarilla einsteht, auch verachten mögen, ganz gleich wie fehlerhaft das System auch in ihren Augen erscheinen mag, so ist es zur Zeit das Einzige, das den Erhalt der eigenen Art zu schützen weiß. Und nur solange die eigene Art fortbesteht, mag der letzte Funken Hoffnung noch weiter existieren, doch noch irgendwann in der Rolle aufzugehen, welche dem Clan der Gelehrten der eigenen Ansicht nach seit je her vorbestimmt war. Doch solange es keine Alternative gibt, solange werden sie das System der Camarilla verteidigen. Mit aller Entschlossenheit, mit aller Macht und in letzter Konsequenz auch gegen das eigene, verloren gegangene junge Blut.

Das Feuer der Leidenschaft, welches den Gelehrten damals als nicht enden wollende Quelle der Inspiration diente, das ihnen Antrieb war nach dem Fortschritt zu suchen, nach Verbesserung zu streben, um eine perfekte Gesellschaft, vielleicht sogar eine perfekte Welt zu erschaffen, brennt noch immer. Doch in den heutigen Nächten ist es der über die Jahrhunderte angesammelte Zorn und die aufgestaute Wut, dass es nährt. Wut darüber, das man Ihnen nicht mehr zuhört, das man ihre Geschichte und ihre Rolle vergessen hat. Zorn darüber, mehr und mehr dem Schwert dem Vorzug vor der Feder und Wort gegeben zu haben. Im Namen der Notwendigkeit und zum Schutz der einzigen Gesellschaftsform, welche das Überleben der eigenen Art schützt. Doch auch Zorn über sich selbst, Wut über verloren gegangene Möglichkeiten.

Die Leidenschaft, dieses innere Feuer, das in der Seele eines jeden Brujah brennt, mag der größte Segen, aber gleichsam auch der größte Fluch des Clans sein. Ein Clan, der sich in einem inneren Zwiespalt befindet und einer gänzlich offenen Zukunft gegenüber steht. Fakt ist, das die Ahnen des Clans nicht länger gewillt sind tatenlos zu betrachten, wie das Erbe der Gelehrten mit Füssen getreten wird. Nicht mehr länger gewillt sind dem Verfall des eigenen Clans zu zuschauen, die Rolle, in welche sie seit der Gründung der Camarilla mehr und mehr gedrängt wurden, einfach hinzunehmen.

Wer annimmt die Brujah haben Ihren Stolz, ihre Hoffnung, ihren Ehrgeiz, ihre Visionen und Träume verloren, dem könnte jene Annahme durchaus irgendwann zum Verhängnis werden.

Denn noch immer brennt das Feuer…

"Wir vergessenen unserer Feinde nicht, ganz gleich, wer sie sind, ganz gleich, woher sie kommen. Wir dulden keinen Verrat, wir nehmen ihn nicht hin.

Und auch wenn der Clan der Gelehrten in der letzten Zeit mehr und mehr dazu verdammt wurde das Schwert der Feder vorzuziehen, sollte niemals jemand vergessen, zu was der Clan der Gelehrten im Stande ist und welche Rolle er in unserer Gesellschaft sein eigen nennt, denn diese geht weit über körperlichen Schutz hinaus.

Der Clan Brujah sieht sich nach wie vor in der Rolle genau dort hinzusehen, wo andere die Augen schließen, neue Ideen einzubringen und unsere Gesellschaft auf seine Weise zu fördern und zu prägen.

Niemand sollte je vergessen, wie viel Blut der Meinen schon in die Erde dieser Stadt gesickert ist. Niemand sollte je vergessen, wer diese Domäne aus Klauen des Sabbats befreit hat."

So wie wir all jene in Erinnerung und Ehren halten werden, welche uns dabei entscheidend unterstützt haben."

[Theo Bell, Ancilla und Archont vom Clan Brujah, New York City]
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