
Ein Meter siebenundfünfzig geballte Frauenpower - dies oder etwas ähnliches könnte der erste Eindruck sein, den man von Anastasija erlangt.

Der Blick hinter der eleganten Brille herausfordernd, die Lippen gespitzt und den Hauch eines Lächelns im Mundwinkel - so hauchzart, dass man schon sehr genau hinsehen muss, um es wahrnehmen zu können. Die Augen tragen ein andauerndes, belustigtes Funkeln in sich, das sie sofort abstreiten würde, spräche man sie darauf an. Stets übt sie sich in Zurückhaltung, sowohl was die Schminke als auch was die sonstige modische Erscheinung angeht. Gedeckte Farben, meistens Pastelltöne, zeitlos geschnitten.
Zumindest solange man der ältere kleine Dame nicht auf den Kopf schaut, dort ruht nämlich sogut wie immer ein Hut, und zwar meist ein ausladend großer. Und die sind immer echte Hingucker. Mal schwarz, mal beige, mal weiß, mal regenbogenfarben. Mal mit Früchten, mal mit Mustern, mal mit unterschiedlichsten Materialien bestickt, ein Mal sogar mit einem ausgestopften Tier als zentraler Figur. Auffällig, eigenwillig, häufig provokativ, aber niemals unschicklich, immer mit einem Augenzwinkern, immer einem bestimmten Thema folgend, wobei dieses nicht immer offensichtlich sein mag: Ein Beweis dafür, dass Kunst vielschichtig ist und in unzähligen Formen und Farben existiert.
Man mag darüber streiten können, ob es wirklich eine gute Idee ist, einen toten Fasan auf einen Hut zu kleben, aber worüber man nicht streiten kann, ist dass er perfekt zum waldgrünen Outfit gepasst hat.