by Marcel » 13 Sep 2013, 17:23
Der Afrikaner wartete einen etwas längeren Moment nach dem seine letzten Worte verklungen waren, ließ seinen Blick wandern, über die einzelnen der Anwesenden hinweg. In seinen Augen konnte man nur schwärze erkennen, jedoch keine Form von Urteil oder gar einer Wertung. Nichts. Gar nichts. Ob ihn das Auslassen der gebotenen Möglichkeit überraschte war aufgrund dessen schwer zu deuten, denn auch sein Körper schwieg. Blieb fern jeder Regung. Einzig die Augen waren in Bewegung, vielleicht der Kopf der sich minimal regte.
„Nun gut…“
Stellt er nüchtern fest. Letztendlich wären es jene vor ihm welche die Konsequenzen tragen mochten so sie die Dinge falsch interpretierten. Nicht er.
„…fahren wir fort….“
Eine kurze Pause folgte welche einen rein rhetorischen Charakter ihr Eigen nannte.
„Folgende Jagdgebiete werden den benannten Clans zur Verfügung gestellt:
Leipzig Mitte, dazu gehören: das Zentrum, Zentrum Ost, Zentrum West, Zentrum Nord, Zentrum Nordwest, Zentrum Süd und Zentrum Südost, soll von dieser Nacht dem Clan Ventrue vorbehalten sein.
Dem Clan der Toreador wird Leipzig Nord, dazu gehören: Gohlis Süd, Gohlis Mitte, Gohlis Nord, Eutritzsch, das große und kleine Wiederitzsch , Seehausen, Hohenheida, Mark Neblitz und Gottscheina zur Verfügung gestellt.
Der Süden, geht an den Clan Brujah, zu diesem gehören: Die Südvorstadt,Connewitz, Marienbrunn, Lößnig, Dölitz, Dösen.“
Erklärte der Schwarze in diesem weiterhin, ruhigen, nüchternen Ton, während er seinen Blick wandern ließ.
„Die Jagd in diesen Gebieten ist einzig den Mitgliedern des jeweiligen „Eigner“ Clans gestattet. Nur mit einer Sondergenehmigung seiner hochverehrten Majestät, oderder Einwilligung des Erstgeborenen des „Eigner“ Clans ist eine Ausnahme dieser Verfügung herbeizuführen.“
Damit schien das Thema auch beendet. Wieder verstrichen einige Augenblicke in denen er den eigenen Worten den Raum zur Entfaltung gewährte, ehe er ihnen diesen wieder entzog.
„Der hochverehrte Prinz überantwortet seinem Rat der Erstgeborenen folgende Rechte:
Von nun an soll die öffentliche Rechtsprechung, bei mittleren bis größeren Vergehen, welche von Neugeborenen Mitgliedern dieser Domäne begangen werden, durch den Rat der Erstgeborenen erfolgen. Die Ausnahme stellen die Neugeborenen vom Clan des Prinzen da, über welcher einzig seine hochverehrte Majestät öffentlich richten wird. Dem Rat wird jedoch die Möglichkeit eingeräumt, im Falle eines möglichen Vergehens, die genauen Begebenheiten seiner hochverehrten Majestät schriftlich zu erläutern und ein Strafmaß vorzuschlagen.
Ein Urteil gilt als Rechtskräftig, wenn eine Mehrheit im Rat erzielt wurde. Die einzige Ausnahme bildet die endgültige Vernichtung. Um einen Neugeborenen das Recht auf Existenz abzuerkennen und ihm dem Tod zu übereigenen, bedarf es mindestens vier Stimmen im Rat. Seine hochverehrte Majestät behält sich ein sieben nächtiges Vetorecht vor, nimmt er während diesem Zeitraums dieses Recht nicht in Anspruch, gilt das Urteil als legitimiert und ist in der achten Nacht öffentlich durchzuführen.
Das Urteil soll vom Ankläger höchst selbst vollstreckt werden. Sollte dieser dazu, aus welchem Grund auch immer nicht in der Lage sein und auch niemanden finden, deran seiner statt die Vernichtung vollstreckt, wird meiner Person diese Aufgabe übernehmen.
Kleinere Vergehen fallen in den Aufgabenbereich des Blutvogts und bedürfen keinerlei Ratsbeschlüsse.
Die Verteilung möglicher Jagdgebiete im Ostbezirk. Diese kann der Rat an Clans, wie auch einzelne Mitglieder nach eigenen ermessen verteilen, sobald eine Mehrheitsentscheidung herbeigeführt wird.
Dem Rat wird die Möglichkeit eingeräumt, die Anzahl der einem Neugeborenen zur Verfügung stehenden Blutsdiener zu erhöhen. Auch hier reicht eine einfache Mehrheit zum Beschluss aus.
Dem Rat wird das das Recht eingeräumt, die Ernennung eines Seneschalls gegenüber seiner hochverehrten Majestät vorzuschlagen, sobald dieser sich in seiner Gänze auf einen möglichen Kandidaten geeinigt hat.
Ebenso wird dem Rat gestattet elyisären Grund wie einen Hüter zu bestimmen, wenn dieser Beschluss von mindestens fünf seiner Mitglieder getragen wird. Für die Bestimmung einer Geissel reichen vier Stimmen aus."
Die tiefe Stimme des Mannes veränderte sich nicht in ihrer Laustärke, in ihrer Ruhe. Nicht in ihrer Art. Er ließ das gesagte wiederum ein wenig im Raume stehen, nur um dann fortzufahren.
„Selbstverständlich behält sich seine hochverehrte Majestät auch selbst das Recht vor Ämter zu verleihen…“
Fügte er nach einem Moment nach. Eigentlich unnötig wie ein…. Und dennoch....
„Und da wir gerade bei der Gunst seiner hochverehrten Majestät sind……“
Die linke Hand, der Arm löste sich aus ihrer starren Haltung hinter dem Rücken, wie auch der Gegenpart. Letzterer hat eine gerade zum Körper gebildet während Zeigefinger und Daumen der linken Hand in einer lockeren, fließenden Bewegung ein schnippendes Geräusch verursachten. Auch jenes war verhältnismäßig laut. Dort irgendwo hinter dem Thron, dort wo kein Licht mehr die Schatten verdrängte, konnte man hören wie Metall sich an Metall rieb. Schwere Schritte die damit einhergingen. Ein schleifendes Geräusch, das sie begleitete. Näher kam. Zuerst konnte man die Konturen erkennen die allmählich deutlicher wurden, die dort aus den Schatten kamen.
Die Gestalt welche dort wenige Augenblicke später hinaustrat mochte in die gleiche Rüstung gehüllt sein, wie jene beiden die das Tor flankiert hatten, sie war nur noch ein Stück größer, um die zwei Schritt hoch. Kräftig gebaut. Sie trug ein Schwert an der Seite. Die Hand des Mannes war groß, war um den Nacken einer unbekannten, männlichen Person gelegt.
Diese war in einfache Leinenhosen gehüllt, weiß, ein wenig verdreckt. Der Oberkörper war nackt, von nicht verheilten Wunden übersät, schien geschunden, war normal gebaut soweit man das erkennen konnte. Ein Stück Holz ragte aus seinem Rücken. Das Gesicht war von einem alten Sack verhüllt ,der mit einem Seil verschnürt wurde. Die Füße schliefen auf dem Boden, die Arme welche leblos an dem Stück Fleisch hingen, ebenso…
Der Hüne ließ das Etwas neben dem Schwarzen, arglos fallen. Für die Personen welche dort versammelt waren, schien er sich wenig zu interessieren. Er trat ein Schritt zurück, hinter den Schwarzen, den dies nicht im Geringsten zu stören schien.
Nur kurz wanderten die dunkeln Augen zu der Gestalt die dort nun lag, ehe er seinen Blick wieder hob und die Mitglieder der Domäne betrachtete.
„….Morgain hat der Domäne noch etwas hinterlassen. Ein unschuldiges Kind Eine Möglichkeit Eine Quelle Einen Schlüssel....“
Die Hände hoben sich leicht, fast schon als ob sie das leicht fragende das in der Stimme zum Vorschein kam unterstreichen wollten. Nur jene eine Geste, dann verschwanden sie wieder hinter dem Rücken. Der Blick wanderte leicht in die Richtung der Mitglieder des Clans Malkav.
„Es kann vieles sein, aber auch nichts.“
Nüchtern. Eine kleine Pause folgte.
„Seine hochverehrte Majestät wird davon absehen seine Existenz in der heutigen Nacht zu beenden, wenn sich irgendjemand findet und sich seiner annimmt. Vielleicht aufgrund von Menschlichkeit. Vielleicht aufgrund dem Gefühl von Verantwortung. Vielleicht aber auch einfach nur ob der Möglichkeiten willens, die damit verbunden sind.
Darüber hinaus mag er dem armen Geschöpf in Aussicht stellen irgendwann sogar ein vollwertiges Mitglied der heiligen Camarilla zu werden, wenn er neben den dafür üblichen Vorrausetzungen, maßgeblich dazu beiträgt seine Erzeugerin auffindbar zu machen.
Es besteht also auch von seiner Seite aus eine gewisse Form der Motivation, zu lernen, sich als nützlich zu erweisen…“
Trocken. Nüchterne Worte.Der Blick wanderte von den Malkavianern weg, zur Allgemeinheit und dann wieder zurück.
„Dem eigenen Blut soll als erstes die Möglichkeit gegeben werden….Ist ein Mitglied vom Clan Malkav bereit die Verantwortung für dieses Kind zu übernehmen, mit all den Pflichten, mit all den Möglichkeiten…die damit einher gehen.
Dann soll es jetzt vortreten.“
Die letzten Worte hatten einen auffordernden Charakter. Lange würde er wohl nicht warten….
From small beginnings. Come big endings