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[Mors certa, hora incerta] - Eröffnung, Versammlung 8/9/2006


Re: [Mors certa, hora incerta] - Eröffnung, Versammlung 8/9/

Postby Nojus » 08 Sep 2013, 22:51

Die Gestalt die einen guten Schritt hinter dem Erstgeborenen des Clans der Verborgenen schritt und ihn zusammen mit Griehv flankierte, war von keinem der heute Anwesenden jemals gesehen worden. Er trug einen Anzug der so durchschnittlich anzusehen und völlig unmöglich im Wert zu schätzen war, solange man keinen dazu passenden, haptischen Eindruck von ihm bekam. Einzig und allein die ganz obere und die ganz untere Liga konnte man ausschließen. Er war konservativ geschnitten und dezent, passte sich jedoch an die eher hagere Gestalt des Mannes an, der mit starrem Blick seinem Erstgeborenen folgte. Seine Schuhe passten, ebenso wie die dezenten, dünnen grauen Handschuhe in einer sehr blickabweisender Weise zu der restlichen Erscheinung, was insofern gemeint ist, das sie völlig unauffällig waren. Das sie damit in krassem Kontrast zu seinem Kopf standen, welcher der einzige Teil seines Körpers war der unbedeckt war, schien ein interessanter Widerspruch zu sein.

Angefangen mit einem rauen Hals mit schorfiger Haut (die auch weiter oben nicht besser wurde) zeigten sich hier und da sehr feine längliche Furchen auf dem sehr blassen Kopf. Der phantasievolle Betrachter mochte sich ausmalen wie ein Mensch, der in einen Nosferatu verwandelt wurde sich mit beiden Händen die Kopfhaut samt Haaren vom Schädel zog, um sie über seine Augen zu stülpen und das Monster zu dem er geworden war mit Vergessen zu ersticken. Wie gesagt: der phantasievolle Betrachter. Alle anderen sahen einen Toten Mann dessen Kopfhaut-Neurodermitis schon längst an eine Spezialklinik hätte überwiesen werden sollen. Seine aufgerissenen Lippen taten nicht viel um den ganzen einen runden Abgang zu verschaffen aber deshalb war er heute ja nun auch nicht hier. Das überraschendste an ihm war jedoch: das war es. Der Horror der von ihm ausging mochte mit dem eines Menschenfressenden Tigers hinter einer vierzig Millimeter dicken Panzerglasscheibe vergleichbar sein: vorhanden, aber es hätte auch viel schlimmer sein können.

Sein Erstgeborener verteilte hier und da höfliche Verneigungen und Kopfnicken. Der Mann hinter ihm tat es ihm nach. Immer einen Augenblick später und eine Spur ehrerbietiger als der Mann unmittelbar vor ihm. Diejenigen die von Samuel nur mit einem Blick bedacht wurden, wurden ebenfalls mit einem solchen belegt, erwiderten sie diesen, gab es ein kaum merkliches, knappes Nicken, bevor er den Blickkontakt einfach abbrach um dem Mann vor ihm weiter zu folgen. Sobald dieser zum stehen kam und mit den Begrüßungsfloskeln durch zu sein schien trat Nojus einen Schritt nach vorne, übte also den Schulterschluss mit seinem Erstgeborenen. Stillschweigend fiel er in dessen stilles Lauern mit ein.
Nichts ist trügerischer als eine offenkundige Tatsache.
- Sir Arthur Conan Doyle
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Re: [Mors certa, hora incerta] - Eröffnung, Versammlung 8/9/

Postby Aurora Sutherland » 08 Sep 2013, 23:14

Einem silbrigen Wagen mit abgedunkelten Rückscheiben entstieg zunächst auf der Fahrerseite eine Frau mit dunklen Haaren und einem dafür komplett schwarzen Hosenanzug. Die einzige Auffälligkeit waren dabei die dunkelroten eingestickten Buchstaben A und S, wobei das Ende des S in einem Schnörkel wieder zum A zurückführte. Die Frau, deren Anzug ihre eher kräftige von Muskeln durchzogene Haut nur leicht kaschieren konnte, schüttelte kurz den Kopf ehe sie einen großen weißen Schirm auspackte und mit diesem auf die andere Seite des Wagens trat. Die Türen wurden geöffnet und Aurora entstieg dem Wagen. Im Gegensatz zu ihrer Ghulin war sie in einen völlig schwarzen Hosenanzug gekleidet, dessen Schnitt und edler Stoff ihn als teureres Stück nur für sie auswiesen, aber keinerlei sonstige Verzierungen aufwiesen. Der Farbkontrast ergab sich stattdessen durch ihr helles, offenes Haar und einer schwarzen Kette mit einem Anhänger an dessen Ende sich ein dunkelroter Stein befand. Die Farbe des Steines wiederum spiegelte sich auf ihren Lippen wieder, während die Augen mit einem erdfarbenen Lidschatten weniger betont wurden. Eine schwarze kleine Handtasche in der sich ihre wichtigsten Sachen befanden hielt sie in der rechten Hand, während sie sich betont langsam in ihren schwarzen Schuhen die Stufen hinauf begab.

An der „Pforte“ flankiert von einem ihr unbekannten Mann und mehreren Bediensteten bleibt ihr Ghul, der sich die gesamte Zeit in ihrer Nähe im Hintergrund aufhielt stehen und wartet. Als man nach ihrem Handy und anderen technischen Geräten freundlich fragt, übergibt sie diese ohne weitere Worte in die Hände ihres Ghuls, der sich daraufhin zurückzieht und ihre Rückkehr vor dem Gebäude sehnsüchtig erwartet.
Aurora steigt stattdessen die Treppen hinab und verbleibt für einen Moment der Zeit vor dem massiven Tore stehen. Betrachtet mit Stolz aber auch ein wenig Ehrfurcht die Verschnörkelungen, Symbole und Wappen, ehe sie hindurchschreitet und wieder stehen bleibt um das sich ihr darbietende Bild aufzunehmen.

Den bislang ausgewiesenen Würdenträgern erweist sie den ihnen zugewiesenen Respekt mit voller Aufrichtigkeit und Würde, wobei sie bei der rechten Hand des Prinzen beginnt. Sollte ihr die Möglichkeit gegeben werden, würde sie sich im Verlauf des Abends zunächst bei der Signora Leta und im Anschluss bei den anderen anwesenden Ancilla und Erstgeborenen persönlich vorstellen und mit einem freundlichen Lächeln ihren Dank für diese gegebene Möglichkeit zum Ausdruck bringen.
Ansonsten würden sie ihre Schritte in Richtung ihrer Clansschwester lenken, wenn diese nicht mehr in ein Gespräch mit dem ihr schon bekannten Araber vertieft war. Das Lächeln intensivierte sich bei ihr um einen Deut mehr und auch hier würde sie nach einer entsprechenden Respektsbekundung die Möglichkeit einer Vorstellung erfragen und ihre Freude ob des ersten Treffen zum Ausdruck bringen. Themen sind vielfältig gegeben und gespannt erwartete sie in Gedanken die Ankunft des letzten Mitgliedes des Clans der Könige.
Die anderen anwesenden Neugeborenen wurden vorsichtig gemustert, jedoch verharrte ihr Blick nie zu lange auf einer Person. Die einzige Ausnahme bildete ein Nosferatu und der Araber, welche beide so sie ihren Blick auffingen mit einem wohlwollenden Lächeln und einer Senkung ihrer Augenlider bedacht wurden, allerdings würde sie in ihrer wenigen Zeit in der sie sich nicht vorstellte nicht aktiv auf die Suche nach einem Gespräch machen, aber andererseits kein ihr angebotenes Ablehnen.
Der Auftrag des Unternehmens heißt, Geld zu verdienen. Und sonst nichts*

*Erich Sixt, dt. Unternehmer, Vorstandsvorsitzender der Sixt AG
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Re: [Mors certa, hora incerta] - Eröffnung, Versammlung 8/9/

Postby Signora Leta » 09 Sep 2013, 08:54

Nun, da weitere Gäste eintrafen und sie sich nicht mehr alleine mit Richthofen in dem Saal befand, wandte sie sich dem Eingang zu, um sich anzusehen, wer da so alles hinzu kam.

Mit einem sachten, kaum merklichen Nicken bedachte sie Ashina, nachdem diese zu ihr gerichtet Position bezogen hatte. Sollte die junge Gangrel sich vorstellen wollen, würde die Signora die üblichen Floskeln erwidern, ohne, dass bei ihr auch nur ein einziges Wort tatsächlich nach einer einfachen Floskel klang. Ashina würde wohl die Erfahrung machen, wie lebendig und freundlich das Wesen der Toreador zu sein vermochte, einnehmend, charmant und nicht mit ihrem schönen Lächeln geizend, auch wenn sie dieses eher in den Mundwinkeln trug, als als tatsächlichen Schmuck auf ihrem Antlitz. Und kühl war sie … unter all dieser Lebendigkeit, die Freundlichkeit stets von einer Distanz beseelt, welche Ashina kaum zu überraschen vermochte.

Mit einer gewissen Neugier betrachtete sie dann Sevaleah, als diese den Raum betrat … sah zu, wie jene vor Richthofen das Haupt neigte und wieder Abstand nahm. Ein kühles Lächeln streifte ihren Blick. Gewisse Dinge … merkte man sich.

Samuel hingegen erntete ein paar wenige, jedoch durchaus freundliche Worte von ihr, die Frage nach seinem Befinden, die er genau so glatt beantworten mochte, wie sie danach gefragt hatte. Nojus bedachte sie lediglich mit einem kurzen Blick, mochte sein, dass da die Andeutung eines Nickens war.

Als Aaron vor ihr stand und sie so offen mit seinem Lächeln betrachtete, kräuselten sich ihre Lippen zu einem sachten Schmunzeln, ehe sie ihn mit dem Wunsch, einen angenehmen Abend zu verbringen, in die Gesellschaft entließ.

Michail erhielt ein nicht minder sachtes Nicken von ihr. Ein Wort würde ihre Lippen nicht verlassen, doch mochte ihr amüsierter Blick durchaus Bände sprechen. Es konnte nur allzu leicht der Verdacht entstehen, der Brujah käme bei ihr in den Genuss einer gewissen Narrenfreiheit, wenn man bedachte, dass sie seine Gerade-Noch-So-Respektsbekundung nicht direkt bemängelte.

Friedrich schenkte sie schließlich ein wenig mehr ihrer Zeit … das eigene Blut, das sie so offen und natürlich vor allem anderen bevorzugte. Auf seine Frage hin, ob sie ihm es gestatten würde, sich zu ihr zu gesellen, bekam er lediglich eine mit einem kühlen Lächeln verbundene Gegenfrage
“Wo sonst wäre Dein Platz, wenn nicht an meiner Seite?“

Sie überließ Friedrich jedoch recht schnell sich selbst, beachtete eher andere Gäste, als ihn und so auch Sara, diese mit einer hochgezogenen Augenbraue bedenkend, als diese leicht das Haupt neigend vor ihr stand. Ihrerseits mochte es keine Reaktion geben, weder ein Nicken … noch sonst irgendwas. Mehr erhielt auch Quasim nicht, obschon man nicht übersehen konnte, dass ihn die Toreador zumindest mit einer gewissen Neugier betrachtete, als er vor ihr stand.

Und Aurora … sie wurde durchaus mit Freundlichkeit von der Signora bedacht, die Vorstellung wurde erwidert und klang nicht halb so förmlich, wie sie es eigentlich doch war. Mit leicht zur Seite geneigtem Haupt, ganz so, als würde sie die Ventrue auch aus anderen Blickwinkeln betrachten wollen, entließ sie dann auch die Neugeborene aus dem kurzen Gespräch, in welchem nicht wirklich über etwas gesprochen wurde … einzig, dass die Signora der Neugeborenen empfahl, sie doch beizeiten hier im Elysium aufzusuchen.
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Re: [Mors certa, hora incerta] - Eröffnung, Versammlung 8/9/

Postby Rafael Markess » 09 Sep 2013, 10:28

Er kam alleine; Zumindest ohne seine Menschfrau und Tier dabei zu haben. Auch das mit dem Tier stimmte nur... bedingt. In Wahrheit kam ein Teil des Rudels zumindest zusammen. Rafael begleitete Rabea und Lessa zu dem Treffen. Einheit. Einigkeit? Aber wo waren dann die anderen beiden Gangrel? Ein weiteres Indiez dafür, dass man Geschlossenheit demonstrieren wollte, war, dass zumindest Lessa und er trugen den gleichen Mantel. Schwarz waren sie, mit grauen Muster auf dem Stoff. Die beiden markantesten Auffälligkeiten waren die hohen Krägen, die den gesamten Hals umschlossen und die schwere Kapuze. Schnallen, jeweils drei an jedem Arm und diagonal über die Brust rundeten das ganze durchaus ab.

Rafael trug dazu eine schwere Lederhose, ebenfalls mit Schnallen versehen. Die Schnürstiefel trug der Gangrel über den Hosenbeinen. Durch den Schnitt des Mantels konnte man oberhalb des Hosenbundes den Ansatz des Bauches erkennen. Scheinbar hatte Rafael auf ein Hemd darunter verzichtet. Und wieder diese ledernen Handschuhe dabei. Die weite Kapuze lag bei ihm nach hinten geworfen auf dem Rücken.

Image

Begleitet wurden die Drei von einem der Hunde von Lessa, der jedoch, wie Waffen oder Handys am Empfang bleiben würde. Einzig ein Handy hatte Raffael abzugeben. Warum sollte man auch eine Waffe mit sich führen, wenn das eigene Blut schon Waffe genug war? Nebeneinander trat man ein. Keine Hackordnung war nach außen hin sichtbar.

Drinnen angekommen suchte Rafael sich ersteinmal eine Ecke, nahm die verschiedenen Düfte auf und sah sich in Ruhe um. Der Erstgeborenen bekamen eine Verbeugung, Robin und Fräulein Seide ein tiefes Nicken und alle anderen, die Rafael schon persönlich kannte, ernteten ebenfalls ein Nicken. Lessa erhielt währenddessen eine Einführung in das Who-is-Who.
„Bitte nicht um eine leichte Bürde - bitte um einen starken Rücken.“
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Re: [Mors certa, hora incerta] - Eröffnung, Versammlung 8/9/

Postby Rabea KruKrâwja » 09 Sep 2013, 10:53

Rabea stand vor dem Spiegel und sah sich die Fremde in diesem an. Sie seufzte und verzog den Mund.

Den Piercingring in der Lippe hatte sie herausgenommen und der sonst das Gesicht halb verdeckende Ponny war mit WetGel nach hinten gestrichen, sodass ihr schwarzes Haar wie eine akkurate Kurzhaarfrisur wirkte. Die Wimpern waren mit dem üblichen schwarzen Lidschatten umwölkt, die Lippen blass, wie der Rest der Haut. Der schwarze enganliegende Rippenstrickpullover mit dem Rollkragen reichte bis knapp über den Bund ihrer Schlaghose aus schwarzem Wildleder und an den Ärmeln hörte er leicht geweitet am Daumenansatz der Hand auf und verdeckte somit etwa die Hälfte des Handtellers. Ihre spitzen schwarzen Lederstiefel ermöglichten trotz des kleinen Absatzes einen lautlosen Gang.An beiden Händen trug sie an den Mittelfingern dreifache ineinander verschiebbare silberne Ringe. Die Handgelenke und eventuelle Armbänder waren nicht zu sehen, auch die Ohren waren ohne jeden Schmuck. Die schwarzen Augen der Gangrel fixierten den kleinen silbernen Rabenschädel , der als Kettenanhänger mit einem schwarzen Lederband um ihren Hals hing. Dieser schien in seinem Schnabel eine schwarze Feder zu halten, die fast bis zum Ende des Brustbeins der Trägerin reichte. Es hatte in diesem Kontext beinahe Ähnlichkeit mit einer zu kurzen Krawatte.

Rabea schüttelte den Kopf. Das Spiel begann also von Neuem.

- - - - -

Gemeinsam mit Rafael und Lessa betrat sie die Räumlichkeit, in welche sie geladen worden waren und schaute sich aufmerksam um. Sie lauschte, welche Gespräche bereits im Gange waren und nahm ebenfalls die Gerüche auf, die hier herrschten. Brav ließ sie jedem die Respektsbekundungen zu Teil werden, die ihm/ihr zustanden. Wie wohl sich die Gangrel fühlte, mochte das deutlich sichtbare Anspannen ihres Kiefers verraten. Während Rafael mit Lessa sprach, huschten Rabeas schwarze Augen ständig vom einen zum anderen Anwesenden.
"I don't speak Human -
I can't understand a word you're saying."

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Re: [Mors certa, hora incerta] - Eröffnung, Versammlung 8/9/

Postby Lessa » 09 Sep 2013, 11:17

Der Huskey mit der leicht bösartig aussehenden Gesichtszeichnung bekam bei dem Herren am Empfang 3 Handzeichen und legte sich darauf hin stumm an das obere Treppenende, wo er von niemandem versehentlich getreten werden konnte. Eingerollt blieb er liegen mit halb geschlossenen Lidern und wartete auf die Rückkehr seines Frauchens... Wenn der Trubel nachgelassen haben würde würde er vermutlich sogar dösen, doch noch war an diese Art von Ruhe bei dem Tier nicht zu denken...

Die Gangrel neben Rafael schaute den Mann am Eingang skeptisch an, als nach Waffen und Handy gefragt wurde. Sie beförderte 2 kurze Jagdmesser aus Ihren Stiefelschäften und verneinte bei der sonstigen Ausrüstung. Dann betrat sie den Saal neben Rafael und Rabea. Seinen Erklärungen folgend wurden entsprechende Respektsbezeugungen vollführt.

Sie trug neben dem Mantel, der dem von Rafael glich, eng anliegende Lederhosen deren Frabe irgend wann einmal braun war, mittlerweile tendiert die Farbe irgendwo zwischen Matsch und Anthrazit. Die knielangen schwarzen Stiefel wiesen einen vergleichseise mörderisch hohen Absatz auf - die erfahrene High Heel Trägerin konnte ihre Länge, mit Sicherheit auf 15 bis 17 cm schätzen, dennoch klackerte der Absatz nicht... weder auf den steinernen Stufen noch auf dem Parkett, fast so als würden die Absätze den Boden nicht berühren. Unter dem geschlossenen Jackenteil ist noch der Hauch eines Netzgewebes zu erkennen, dass in einem bernsteinfarbenem Ton leicht zu schimmern scheint. Sie trägt jedoch im Gegensatz zu Rafael die Kapuze auf dem Kopf, so dass eine Großteil ihres Gesichtes bedeckt ist. Erst die grünen leicht golden schimmernden Augen liegen nicht mehr dem Blick verborgen.

Sie wirkt deutlich angespannt. Ob es am Raum liegt, oder die Tatsache, dass sie neu in der Stadt ist und noch nicht wirklich jemanden kennt, schuld an ihren angespannten Muskeln ist, ist ohne Gespräch mit ihr sicherlich nicht zu deuten!
Leben allein genügt nicht, sagte der Schmetterling, Sonnenschein, Freiheit und eine kleine Blume muß man auch haben.
(Hans Christian Andersen)
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Re: [Mors certa, hora incerta] - Eröffnung, Versammlung 8/9/

Postby Balthasar von Schwarzburg » 09 Sep 2013, 12:20

Den Mann im Anzug, welcher in der heutigen Nacht mehr oder weniger alle Empfing hatte der Gangrel nach seinem Eintreffen nur einmal kurz gemustert, so wie es eine Katze tat der man etwas zum Spielen anbot, doch war da nur ein Funken von anfänglichen Neugier der jedoch so schnell verstarb wie er zum Leben erwacht war.

Langweilig. Und so beachtete er ihn nicht weiter, nur ein weiterer kurzer Seitenblick in die Richtung des Hundes welcher dort lag folgte, ehe den Weg nach unten an trat.

Balthasar war wie nahezu immer in einen maßgefertigten Anzug im Stil der 20iger gehüllt. Schwarz in verschiedener Intensität dominierte das mehrteilige Kleidungstück, einzig die goldene Krawatte, die zum größten Teil unter der Weste verborgen lag, wie die einzelnen Knöpfe und die Taschenuhr, bildeten einen deutlichen Kontrast. Die Hände des um die 1,90 großen Mannes waren gleichsam von schwarzen, dünnen Stoff bedeckt.

Auf dem Weg durch den schmalen Gang welcher in die tiefe führte, entledigte er sich diesem jedoch, in aller Ruhe und ließ die Handschuhe im inneren des Sakkos verschwinden. Nur einmal streckten sich die Finger, dessen Nägel verhornt, spitzzulaufend und schwarz waren. Auch den beiden Männern welche dort in Rüstung standen zollte er, so hatte es jedenfalls den Anschein keine sonderliche Aufmerksamkeit.

Die Körperhaltung mochte oberflächlich betrachtet ein von Ruhe geprägtes Bild suggerieren, das jedoch mehr und mehr in sich zusammen fiel desto genauer man es betrachtete. Trügerisch war es. Fern jedes menschlichen. Etwas lauerndes, sprungbereites das unter jener ersten Oberfläche lag, etwas das scheinbar nur darauf zu warten schien entfesselt zu werden.

Die vom Tier gezeichneten Pupillen wanderten ungeniert über das sich bietende Bild. Für einen Moment mochte man meinen einen Hauch von Langeweile in den Fenstern seiner Seele erkennen zu können, aber vielleicht täuschte der Eindruck auch nur.

Der Blutvogt, so hatte es jedenfalls den Anschein, mochte keinerlei großes Interesse an irgendwelcher Kommunikation sein eigen nennen und so verharrte an einer der Säulen und wartete mit der Geduld eines unsterblichen Raubtiers einfach nur ab.

Vielleicht auf irgendwen? Vielleicht auf irgendetwas?
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Re: [Mors certa, hora incerta] - Eröffnung, Versammlung 8/9/

Postby Julia Richter » 09 Sep 2013, 12:21

Ein letzter Schritt und ich bin da. Allein gekommen. In dem Raum der mein Ziel war. Eine Aufforderung der es nachzukommen galt. Das Haar gebändigt in einer Hochsteckfrisur, kleine Perlen als Schmuck in den Ohren. Dezentes Makeup, welches die grünen Augen hervorhebt. Wachsame Augen. Ein schwarzer, perfekt geschnittener Hosenanzug dazu eine schwarze Bluse und schwarze Lederstiefel, runden meine Erscheinung heute Abend ab. Ganz nah und mit feiner Nase kann man den Geruch vernehmen, der mich umschmeichelt. Haut und Haar riechen blumig. Etwas Zitrone und Minze findet sich in dem Duft, abgerundet von Jasmin und Pfingstrose.

Der Thron fängt meinen Blick, für mehr als einen Wimpernschlag betrachtete ich ihn, dann den Mann daneben, schweigend hängen meine Gedanken in der Luft ehe ich mich löse. Ein paar Schritte in Richtung der Toreador Ancilla gehe. Ohne Worte würde ich der Toreador meinen Respekt zollen, wenn diese mir ihre Aufmerksamkeit zukommen lässt. Die folgende Verneigung ist dann der Position der Ancilla angemessen, nicht weniger, aber auch nicht mehr.

Ein wortloses Nicken der Begrüßung an das eigene Rudel, zu dem ich mich geselle. Schweigend verharre ich, mich nur aus meiner Position lösend um dem Ancilla der Brujah und dem eigenen Erstgeborenen Respekt zu zollen. Dem geübten Auge würden die feinen Unterschiede der Respekts Bekundungen auffallen, die nicht zum Nachteil des eigenen Blutes ausfallen.
"Some people just need a high-five.
In the Face.
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Re: [Mors certa, hora incerta] - Eröffnung, Versammlung 8/9/

Postby Griehv » 09 Sep 2013, 14:35

Im geschlossenen Kreise mit seinen Brüdern im Blute würde auch der bei den meisten nur unter dem Namen "Griehv" bekannte Nosferatu die Veranstaltung betreten. Heute Nacht würde jedoch nur der Pförtner das sonst so vertraute Antlitz des grau melierten Mannes erblicken, der sich nie um ein gutmütiges Lächeln oder ein verschmitztes Grinsen zu schade war. Alsbald er sich der Einlasskontrolle unterzogen hatte und zusammen mit Nojus hinter seinem Erstgeborenen die steinerne Halle betrat, löste sich der alte Graubart in Wohlgefallen auf.

Was darunter zum Vorschein kam war noch viel weniger einladend als es die Illusion des leicht ungepflegten älteren Mannes selbst. Dort wo vorher noch dichtes graues Haar an seinem Kopf säuberlich nach hinten gekämmt war, trat nun fast vollkommener Kahlschlag hervor. Nur ein einzelne graue Fäden zogen sich wirr über die fahle trockene Kopfhaut. Und sogar die machten den Eindruck, als würden Sie ausfallen, sobald man einmal mit der Hand darüber fuhr. Sein ausgemergeltes bartloses Gesicht zeichnete sich vor allem durch die Starke Ansammlung an Falten, Furchen und Narben aus, was ihn auf eine makabere Weise grimmig aussehen ließ. Es ließ sich jedoch nur schwer sagen, ob dieser Gesichtsausdruck seine Stimmungslage ausdrückte oder schlichtweg den natürlichen Zustand seines Ungesichtes darstellte. Die Augen waren zwei stechend schwarze Punkte, vergraben in dunklen Augenhöhlen unter wulstigen Brauenpartien. Die Nase war nicht mehr als eine nüsternartiger Auswuchs, die Ohren und spitz zulaufend. Alles in allem konnte man mit etwas Fantasie doch den ein oder anderen tierischen Aspekt in seine abscheuliche Erscheinung hinein interpretieren.

Nur den wenigsten Anwesenden dürfte Griehv in dieser Form bekannt sein. Nur durch den abgenutzten dunkelgrauen Anzug mit dem weißen Kragenhemd, sowie die schon lange nicht mehr glänzenden schwarzen Herrenschuhe konnte man Rückschluss auf die Person hinter dem Monster ziehen.

Gefolgsam trat er den ganzen Weg über direkt hinter Samuel und neben Nojus in den Saal. Seine Begrüßungen und Respektbekundungen gegenüber den Erstgeborenen, Ancilla und Amtsinhabern erbrachte er erwartungsgemäß und würde diese genau wie auch Nojus wohl einen Tick 'untergebener' als nötig durchführen. Den Neonaten, welche er bereits kennenlernen durften, entgegnete er mit einem Nicken. Darüber hinaus machte sein Auftritt allerdings einen sehr routinierten, fast schon langweilig automatisierten Eindruck. Er machte genau das, was man von ihm zu erwarten hatte. Nicht mehr, nicht weniger.
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Re: [Mors certa, hora incerta] - Eröffnung, Versammlung 8/9/

Postby Tae » 09 Sep 2013, 14:39

Es war in seinem Inneren, verbarg sich irgendwo unter dem ebenmäßig bleichen Teint und den wohldefinierten Muskeln. Bei Letzteren handelte es sich um eine Gabe der Natur, die einst als eben solche mit dem entsprechenden Dank empfangen worden war und nun in Kontrast zu dem filigranen Körperbau seiner Gestalt einen sehnigen Zug verlieh. Eine Erinnerung, die für die Ewigkeit blieb. Ein Moment, der nicht ausgelöscht werden konnte. Die Perfektion des Äußeren und das Wissen um dessen Schattenseite. Ein unsichtbarer Makel, den auch seine feingliederigen Finger nicht wegwischen konnten, als sie über den beschlagenen Spiegel glitten. Wieder und wieder, bis sein Antlitz ihm mit einem Lächeln auf den Lippen entgegenblickte. Wasser perlte von der Schwärze seines Haars, lief über seine Haut und tropfte zu Boden. Er konnte es förmlich hören. Das Geräusch der Tropfen, die wie Tränen niederfielen. Gnadenlos. Bilder drängten sich vor sein inneres Auge, während er versuchte die mit ihnen verbundenen Erinnerungen nicht zu einem Teil des Hier und Jetzt werden zu lassen. All die Details, die ihn in die Vergangenheit zurückkehren ließen.

Regen. Exakt zur rechten Zeit kam der mattschwarze Porsche vor den Resten der Pleißenburg zum Stehen, ehe die Fahrertür sich öffnete und der wahre Erbe der Familie Park den Schauplatz betrat. Ohne ein Wort des Abschieds zu verlieren, ließ er den 911er hinter sich zurück und damit in den Händen seiner Beifahrerin. Eine Frage der Routine? Die hochgewachsene Blondine mit Headset, die in einen sündhaft-teuren und zugleich über die Maßen schlichten Seidenanzug gekleidet war, zögerte jedenfalls nicht und begab sich umgehend an das Steuer des Sportwagens, der nur einen Augenblick später beschleunigte und in den Straßen verschwand. Alles an der Szene schien derart effizient und dezent in seinem Charakter, dass die Vermutung es bei der kühlen Fremden mit der rechten Hand des Kainiten zu tun zu haben, wohl nicht gänzlich unterdrückt werden konnte. Doch – Was mochte in diesen Zeiten nicht austauschbar sein? Was vermochte es dem Wandel zu widerstehen und ihn zu überdauern?

Das Designerhände bei dem Anzug des Koreaners im Spiel gewesen waren, war unschwer zu erkennen, ebenso die Maßfertigung eines jeden einzelnen Elements. Das hellgraue Hemd umspielte die zierliche Statur, wurde aber von einer schwarzen Weste und einer passenden schmalen Krawatte an entsprechender Stelle adjustiert. Das farblich passende Jackett wurde, im Kontrast zur geschlossenen Weste, offen getragen und strahlte jugendlichen Charme aus. Selbiger haftete auch der Art und Weise an, in der die Strähnen des tiefschwarzen Haars das blasse Antlitz hervorzuheben wussten. Ein modernes Stilelement, welches in diesen Zeiten nicht nur auf den Laufstegen der Welt, sondern auch in den gehobenen Managementetagen zu finden war. Dort, wo man es sich eben leisten konnte und Anderes in den Vordergrund gerückt wurde. Die schwarze Hose wurde von einem schlichten Gürtel auf den schmalen Hüften gehalten, während handgenähte Lederschuhe das durchweg elegante Bild abrundeten. Offensichtlich wurde auf Schmuck nur wenig Wert gelegt, doch beizeiten war die Kette der Taschenuhr des Traditionsunternehmens Patek Philippe zu entdecken, die in der Westentasche verschwand. … 재벌.

Das Schrittmaß des Neugeborenen war bemessen. Nach einem letzten Blick auf die Uhr, nahmen seine Augen sich die Zeit die verschiedenen Details aufzunehmen, die ihnen auf dem Weg hinab begegneten. Entgegen der gängigen Erwartung hatte der Koreaner an diesem Abend keinerlei technische Geräte abzugeben, sondern diese dem Porsche gleich in vertraute Hände übergeben. Dem Personal wurde somit nur die Andeutung eines distanzierten Lächelns zuteil, das sich auf den Lippen zunächst hielt, bis endlich der Saal erreicht wurde. Aufmerksam streifte der Blick des Toreador über die Szenerie, ehe er das gesellschaftliche Schlachtfeld betrat und das Image des Erben der Familie Park unweigerlich seine nächsten Schritte zu lenken wusste. Es begann, der Höflichkeit wollte Genüge getan werden.

Jene Ancillae, die ein politisches Amt innehielten, wurden mit einer Begrüßung bedacht, die den gebührenden Respekt zu bekunden wusste. Im Anschluss wurde sich denen zugewandt, die von gleichem Status sein mochten, allerdings noch keine derartige Würde empfangen hatten, ehe die Neugeborenen unter den Anwesenden in den Fokus rückten. Vertraute Gesichter, wie auch Fremde, die mit kaum greifbaren und doch differenzierten Nuancen eines Lächelns aus der Ferne überflogen wurden. Ein komplexes Spiel der Gesichtszüge, das allein bei der Begrüßung der Erstgeborenen des eigenen Blutes von der Erinnerung längst verlorener Gefühle beseelt gewesen zu sein schien. Loyalität, Hingabe und so viel mehr, als Worte es je hätten ausdrücken können. Formalitäten, die keiner Aussprache bedurften. Während der Koreaner sich in den Kreis seines Blutes begab, würde vielleicht einzig dieser den Blick deuten können, der darauf verwies in Gedanken erneut die ersten Spielzüge der Anwesenden zu zerlegen. Es begann, wieder und wieder.
왕관을 쓰려는자, 그무게를 견뎌라. The one trying to wear the crown, must bear it's weight.

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