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[Mors certa, hora incerta] - Eröffnung, Versammlung 8/9/2006


Re: [Mors certa, hora incerta] - Eröffnung, Versammlung 8/9/

Postby Griehv » 11 Sep 2013, 18:29

Während er zuvor für einen kurzen Momente die Formation seines Blutes verließ um das ein oder andere Wort mit Ashina vom Clan Brujah zu wechseln, wäre er mittlerweile wieder zurückgekehrt um sich eben dort wieder einzufinden. Von Richthofen machte sich gerade zu seiner Ansprache bereit, als der grimmige Blick von der Gesellschaft im Saalinneren abwich und auf Richtung des schwarzen Prinzenvertreters fiel.

Interessiert und doch irgendwie argwöhnisch, so vermittelte es einem zumindest optisch den Eindruck, musterte der Nosferatu den Sprecher. An der in Leder gehüllten rechten Hand, die locker an seiner Seite herab hing, krümmten sich die Finger in einem spielerischen Rhythmus... Nervosität? Wenn man sah, wie weit sich die Klauen in ihrem scheinbaren Eigenleben verbogen, wirkte dieses Schauspiel gerade zu ekelhaft und seltsam makaber. Erst ein sehr leises Knacken, das durch den Handschuh nur dumpf zu hören war, beendete die Bewegung der Finger. Ganz so als hätte ihn dieses Geräusch gerade erst darauf hingewiesen, dass sich seine Hand überhaupt bewegte.

Der Blick des Nosferatu blitzte dem von Pretorius jedes mal hinterher, wenn dieser Personen aus der Versammlung betrachtete. Aktionen... Reaktionen... Momentaufnahmen... jede Regung der Betroffenen wurde aufmerksam studiert und eingesaugt. Auch wenn der Verborgene an diesem Abend bisher nur sehr wortkarg war, so wirkte sein ungeschminktes Ich doch auf eine eigenartige Weise wesentlich lebhafter als die Illusion des Graubarts. Ironie?

Auch nachdem die "rechte Hand des Prinzen" zu einem einstweiligen Ende seiner Ausführungen gekommen war, keine Regung seitens Griehv. Kein Zucken, kein Muh, kein Mäh. Nur weiterhin ein Paar argwöhnisch und missmutig wirkender, aber aufmerksamer dreinblickender Augen. Wie hätte man es auch anders erwarten können.
"Cause I'm on the outside and I'm looking in."
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Re: [Mors certa, hora incerta] - Eröffnung, Versammlung 8/9/

Postby Jean Carpenter » 12 Sep 2013, 00:24

Regen. Wide Angle.
Regen der laut prasselnd gegen das Blech und die Scheiben hämmerte, als ersuchte er dadurch sich selbst Einlass zu gewähren oder doch mehr den Nachdruck seines Verlangens deutlicher zu machen. Drohend. So vertraut und doch auch nicht. Die Szenerie beschrieb eine andere. Das Bild war fremd, aber ebenso vorgegeben wie die Linien, die zu begehen waren, unsichtbar und dennoch so deutlich.
Regen. Färbte alles eine Nuance dunkler. Schwarz und weiß im tiefen Grau der Nacht.
Am Bordstein rann bereits ein kleiner Bach in den nächstgelegenen Abwasserkanal, während Unebenheiten des Bodens sich mit winzigen Seen füllten. Es wären noch wenige Schritte bis zum Eingang zu gehen, aber ausreichend viele, um den Griff zum Regenschirm zu tätigen.
Kaum wurde ihr die Tür geöffnet, spannt sich schon der Nässe abweisende Stoff in tiefem Schwarz über ihr, innenseitig ausgelegt mit schwarzer Spitze in floralem Muster. Die eigene Bekleidung sah sich leicht gerafft, wo die Schritte von Ruhe geprägt, ihren Weg bis in das Innere aufnahmen.

Close-Up. Der Empfang dort selbst wurde ihrerseits mit einem eingehenden Blick in die Züge des Grauen bedacht, nicht ohne dabei an Freundlichkeit zu verlieren, gar ein schwaches Lächeln zu schenken, auch wenn es möglicherweise keine Erwiderung fand. Abzugeben hatte sie anscheinend nur zweierlei. Ihren feuchten Schirm und die lange Fellstola, die sich von ihrer linken Schulter bis seitlich den Rücken entlang nach rechts über ihr Gesäß zog, hier und da befeuchtet von vereinzelten Tropfen. Darunter trug sie ein bodenlanges Kleid in zwei Lagen. Die untere aus dunkelroter Seide, farblich passend zu ihren Lippen und den Fingernägeln, welche unter enganliegenden, weißen Spitzenhanschuhen hervor glänzten. Die obere nur feiner schwarzer Chiffon, der direkt unter der Brust eng gerafft durch eine schmale, schmucklose Borte in zwei Seiten geteilt wurde. Jeder Schritt war es so, der das Schwarz einen Deut beiseite schlug, um den Ton darunter hervorzuheben. Der Saum dessen war fein bestickt mit dunklen Perlen, die noch ein Stück höher wanderten und dann endeten. Gehalten blieb es durch die durchsichtigen, kurzen Ärmel, die durch ihren Schnitt einen tiefgehenden V-Ausschnitt bildeten. In letzterem lagen zwei Ketten. Eine in Bronze, die in regelmäßigen Abständen zueinander zwischen den Gliedern dünne Kugeln barg, unverziert und schnöde. Die andere eine matt silberne mit einem gewundenen Anhänger, indem mittig, aber asymmetrisch Granat funkelte, gleich zu den Steckern in ihren Ohren.
Das hellbraune Haar war weiblich ganz unklassisch, so kurz, dafür aber in eine ordentliche Wasserwelle nach hinten gelegt, ihr bleiches Gesicht gänzlich frei. Wenig Betonung durch Make-Up. Ein schwarzer, langgezogener Lidstrich, dunkle Wimpern. Das Muttermal rechtsseitig direkt neben dem Auge. Unter dem Arm trug sie eine lederne Clutch. Falls ein Blick hinein gewünscht wurde, so gewährte sie ihn selbstverständlich. Allerdings fand sich dort kein einziges, technisches Gerät oder gar eine Waffe – vielleicht aber wollte man ihr das Feuerzeug abnehmen.

High-Angle.Vor der Treppe angekommen, harrte sie einen Moment aus, bedachte die Enge des Gemäuers selbst, um dann nur den Stoff leicht zu heben und ruhig die Stufen nach unten zu nehmen. Ungesehen dabei wohl blieb die minimale Veränderung ihres Blickes, manch einer hätte es nicht einmal ausmachen können, was es war, das an der neuerlichen Mimik unstimmig erscheinen wollte. Aber so verlor es sich doch nur in den Schatten selbst. Den Gang entlang blieb sie zentral dazu, ganz so, als hegte sie einen neurotischen Tick, bloß nicht von der unsichtbaren Linie zu weichen, die das Hallen des Gehens an den Wänden brach.

Im Saal angekommen, vorbei an den lebendigen Statuen, war ihr Ziel offenkundig, selbst wenn sie nicht an Geschwindigkeit zugenommen hatte. Bestimmt im Gang, war es ihre eigene Erstgeborene, vor der sie in einem angemessenem Höflichkeitsabstand innehielt, um die Aufmerksamkeit abzuwarten, die eine Respektsbekundung einleiten konnte. Sich verneigend, harrte sie so nur ein, zwei Sekunden und begab sich dann wieder in die aufrechte Position, um einen Gruß an die Signora auch in verbalisierter Form zu entsenden. Der Blick freundlich, in den Zügen ein Lächeln, kaum hervorgehoben durch angezogene Mundwinkel, eher als gehörten sie in die weichgezeichnete Mimik selbst hinein. Die Stimme dabei gewohnt dunkel und warm im Klang.
Danach gedachte sie sich noch für den Moment zu entschuldigen, um vereinzelte Aufwartungen machen zu können, insofern es gestattet war. Jede Andeutung, die nur minimal interpretieren ließ, dass die Ancilla es gering schätzte, würde ernst genommen werden.

Ansonsten war der Blutvogt ihre nächste Anlaufstelle. Auch hier wurde gewartet, bis bzw. ob sie seine Aufmerksamkeit erhielt, nur um auch hier eine Verbeugung zu vollziehen, gepaart mit einer Vorstellung ihrer Person, wohl um die Form zu wahren, nicht weil Namen unbekannt waren. Nach der Höflichkeitsbezeugung wie erfreut sie über die Bekanntschaft ist, würde sie sich entschuldigen und hoffen, noch einmal zu einem gegebeneren Zeitpunkt ein Gespräch zu erhalten.

Das selbe folgte auch bei Zado, platziert mit einem freundlichen Lächeln, bis er sie entlassen würde.

Es glich ein weniger einem Tanz oder einem Intermezzo, wo die Personen immer weiter wanderten, von einem Standpunkt zum nächsten und doch schien Jean davon keineswegs irritiert, man mochte gar meinen, sie würde die Momente gern noch länger auskosten, wollte aber die Zeit nicht überspannen.

Pretorius von Richthofen erhielt ebenfalls eine persönliche, gesonderte Begrüßung, ein Neigen des Hauptes und eine warmklingende Begrüßung, sobald die Möglichkeit dazu gegeben war. Ein paar weitere Floskeln folgten, ehe sie weiter wanderte.
Fenneke würde mit einem Nicken bedacht, einem sachten Schmunzeln und leichter Erheiterung im Blick – aber mehr als einen Gruß dazu erhielt sie nicht.

Ansonsten galt ihr letzter Blick Michail, auf dem Weg zurück zu ihrer Primogen. Sie würde für einen Moment innehalten, ihn intensiver betrachten, zu weit weg, um einen Gruß angemessen zu entrichten, aber zu offensichtlich im Fokus, um es nicht zu bemerken. Und so er diesem Blick entgegen kam, sollte er nicht mehr als eine minimale Regung um die Mundwinkel erhalten, bevor sie den Kopf zurück in die Gerade brachte und ihr Gehen fortsetzte. Davon gesondert begrüßte sie nun auch die eigenen Reihen, welche nun vollständig sein würde, um selbst ihren Platz einzunehmen und das folgende Geschehen abzuwarten.
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- Burn for me
The devil says
- Lie for me
The serpent says
- Beg for me
The siren says
- Die for me"
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Re: [Mors certa, hora incerta] - Eröffnung, Versammlung 8/9/

Postby Quasim ibn Sabah al-Ghazi » 12 Sep 2013, 13:38

So wie Sokar in Ra-setjau fühlte Quasim sich in dieser "erlauchten" Gesellschaft.
Während der Diener der Äonen vorne stand und den Lämmern die frohe Botschaft, die Beschlüsse Ras, mitteilte, ruhten gewiss alle Augenpaare auf dem Handlanger von Richthofen. Fast alle.
Der Jünger des Seth nahm sich die gesamte Ansprache über Zeit, die Mimiken derer zu studieren, deren Gesichter er erkennen konnte, anscheinend völlig teilnahmslos dem Gesprochenen gegenüber.
Der schwarze, schlichte Anzug, der im Flüsterton vom Reichtum des Besitzers redete, floss ungehindert an der schlanken Gestalt des Jüngers hinab. Ohne auch nur den Hauch eines Musters, etwa Nadelstreifen oder ähnliches, umschmeichelte er die nicht unattraktiven Proportionen des Mannes. Andererseits war Schönheit in der Gesellschaft der Kainskinder, denen er hier ja beiwohnen musste, absolut nichts Ungewöhnliches, wie er feststellte, als sein Blick über das eine oder andere Gesicht glitt. Ein gewisses Amusement kam in ihm auf, als er solche Schönheit an ganz und gar unerwarteter Stelle sah.
Doch noch immer galt Pretorius nicht seine visuelle Aufmerksamkeit, auch wenn man sicher gehen konnte, dass zumindest diese Schlange gute Ohren hatte. Der eine oder andere Anwesende mochte den bohrenden Blick des Jüngers für zwei, drei Sekunden auf sich ruhen spüren, ehe er weiterzog, wie eine Lupe, an deren anderen Ende die todbringende Sonne wartete.

Wir irrwitzig; so etwas von einem Setiten zu sagen!
Last edited by Quasim ibn Sabah al-Ghazi on 12 Sep 2013, 14:50, edited 1 time in total.
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Re: [Mors certa, hora incerta] - Eröffnung, Versammlung 8/9/

Postby Signora Leta » 12 Sep 2013, 14:20

Ein unwillkürliches, für Aussenstehende nicht merkliches Schaudern durchfuhr ihren anmutigen Leib, als sie die Worte Richthofens vernahm. Es war, als liefe es ihr eiskalt über den Rücken. Nicht, weil Richthofen es war, der diese Worte sprach. Es war wegen ihr, von welcher er erzählte.

Morgaine …

Sie vernahm das Urteil und hätte sie noch geatmet, hätte ihr der Atem gestockt. Man möchte meinen, dass jemand, der so lange existierte wie sie dem endgültigen Tod gleichgültiger entgegen stünde, doch war dies zu endgültig, so hässlich und unumkehrbar. Hinrichtungen vermochten eine süsse Genugtuung in sich zu bergen, mitunter sogar eine gewisse Schönheit und Würde. Doch all dies wollte sich nicht in ihre Gedanken mischen. Tiefe Trauer berührte mit kalten Fingern ihr totes Herz, drohte beinahe, es ihr zu brechen. Diese wundervolle, allerschönste Entrücktheit wagte es, mit dem verschmitzt lächelnden Antlitz der Malkavianerin ihre Gedanken zu beherrschen. So vieles, das nun nicht mehr erforscht und erfahren werden könnte. Zu wenige Türen, die aufgestossen worden waren. Ein Gedanke allein, der aufwühlte, nicht wollte, dass ausgelöscht wurde, was in ihrer Welt ihres war. So oft hatte sie nur ihretwegen in den Spiegel geblickt. Nur kurz, dass sie die Augen schloss, als die Jagd ausgerufen und die Vernichtung verkündet wurde. Die einzige Regung, welche man an ihr bemerken mochte, seit Richthofen zu sprechen begonnen hatte. Die Fassade wurde gewahrt, wie immer. Kein Bröckeln, keine Schwäche. Nur im Inneren, da tobte es. Morgaine, flüsterten ihre Gedanken. Morgaine. Dann öffnete sie die Augen wieder und verflogen war, was nun keine Bedeutung mehr haben durfte.

Die persönliche Domäne für den Gangrel rauschte als simple, bereits bekannte Information an ihr vorbei. Ihr war nach spöttischen Worten zumute, aber kein einziges fiel ihr ein. Einzig, dass sie die leer ausgegangenen und unbeachteten Neugeborenen des Clans der Tiere für einige Augenblicke recht eingehend betrachtete, Reaktionen einfing, Blicke für sich bewertete. Schliesslich aber sah sie zu Richthofen zurück, welcher noch mehr zu sagen hatte. Weitere Informationen, die zwar als wichtig zur Kenntnis genommen wurden, die dennoch aber eher an ihr vorbei plätscherten.

Die Laune verhagelt. Dieser Ausdrück würde sicherlich passen und vielleicht fände sich im Verlaufe des Abends jemand, der dafür bezahlen durfte. Ihr war, als hätte man ihr etwas genommen, das ihr lieb und teuer war und dennoch wäre sie die Erste, welche Morgaine ans Messer liefern würde, hätte sie doch nur die Möglichkeit dazu. Ein Lächeln suchte man in diesen Momenten sicherlich vergebens in ihrem Antlitz.

Hochverrat. Es war so lange, lange … viel zu lange her.
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Re: [Mors certa, hora incerta] - Eröffnung, Versammlung 8/9/

Postby Julia Richter » 12 Sep 2013, 19:41

Unverändert stehe ich da, etwas vor dem Rest der anderen Gangrel. Vielleicht … Abseits … wie der erste unseres Blutes. Oder doch nur näher an allem. Selbst als Rafael mit der Neuen zu ihm geht um ein paar Worte zu wechseln verweile ich Regungslos. Einzig mein Blick wandert über die Anwesenden bis er eingefangen wird von der Stimme des Mannes neben dem Thron.

Rote Lippen … Morgaine zum Tode … so viel Rot auf deinen Lippen … komm Lauf …
Meine Augen wirken für einen Moment glasig, als ich an das Spiegelbild denke und an die roten Lippen, die mich erinnerten an längst vergangene Tage … Lauf … kurz zuckt es um meine Mundwinkel … ein Lächeln? … ein Lächeln auf roten Lippen … überall … komm schnell … sie sind gekommen um dich zu holen … verwischte Lippen auf kaltem Spiegelglas … zerbrochen? … an der Kälte … am verwischten Lippenstift … so viel Rot … ich höre sie … das Atmen der kalten Welt … quit living on dreams …

Ein mechanisiertes Blinzeln zieht meine Gedanken fort von den blutroten Lippen zurück zu der Stimme von Richthofens. Er ist der Erste der unseren, ihm gebührt meine Treue, keine weiteren Regungen … Blutrot? … Himmelblau … Die Worte werden vernommen, doch sie lösen nichts aus, verleiten zu keiner weiteren Regung. Leichenstarre.
"Some people just need a high-five.
In the Face.
With a chair."
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Re: [Mors certa, hora incerta] - Eröffnung, Versammlung 8/9/

Postby Rabea KruKrâwja » 13 Sep 2013, 08:15

Das durch den Raum hallende Klatschen machte die Gangrel auf den Schwarze aufmerksam. Vorher hatte sie ihren Blick schweifen lassen, doch nun galt ihre Aufmerksamkeit ihm. Ungeteilt?
Rabeas gesamter Körper schien sich anzuspannen. Der Druck, sich angemessen zu verhalten und die Anwesenheit so vieler Raubtiere an einem Ort, überspannte die Nerven der Gangrel.
Warum sprach der Prinz nicht selber zu seiner Domäne? Die Notwendigkeit der Bemerkung "Töte nicht den Boten." war doch nicht gegeben, oder?!

Ohne jede Regung nahm sie das Ausrufen der Blutjagd auf die Malkavianerin zur Kenntnis. Sie hatte Morgaine nur einmal gesehen und kein Wort mit ihr gewechselt. Als jedoch die Begründung verkündet wurde, konnte man sehr wohl erkennen, dass Rabeas Gesichtszüge leicht entgleisten. Ihre Augen wurden größer und sie vergaß sogar das üblicherweise einstudierte Blinzeln. Der Blick rutschte zu Boden und schien verzweifelt eine dort stehende Erklärung zu suchen. Tore. Den Brujah hatte sie durchaus gekannt. Sie hatte sich bereits gefragt, wo der Sohn des Bären abgeblieben war. Sie erinnerte sich noch gut an den Abend, an dem sie Tore und Morgaine hatte beobachten können und den Brujah kennen gelernt hatte.
Die ertönenden Worte der weiterzuführenden Rede rissen die Gangrel aus ihren Gedanken und als wolle sie die verpasste zeit nachholen, blinzelte sie ein paar Mal hintereinander, ehe ihr Blick sich wieder an den Sprecher heftete.

Der Herr Blutvogt erhielt also ein Schlösschen und der restliche Clan ging leer aus. Soso. Rabeas schwarze Augen schienen sich in Zeitlupe in Richtung Balthasar zu bewegen. Ihre Mimik jedoch veränderte sich nicht. Ausnahmsweise hatte sie diese im Griff. Oder?! Schlich sich vielleicht so etwas wie Unverständnis oder Verachtung in ihren Blick? Nach einigen Wimpernschlägen war es wieder der Redner, der angesehen wurde.

Welchen Sinn bitte hatte es, Blutsdiener einzugrenzen? Warum bekamen Ventrue mehr als die anderen? Und warum mussten die sie nicht anmelden, wie die anderen? Warum bekamen die Toreador einen Vorteil? Was Amt und Titel anbelangte, zu diesem Gedanken kam die Gangrel schon gar nicht mehr. Sie zog eine Augenbraue hoch und verfolgte die Erklärungen, die der Ansage folgten. 3. Nur 3 Blutsdiener?! Und diese sind auch noch anzumelden? Auch ihre zweite Augenbraue wanderte ein Stückchen höher. Sie war also darauf angewiesen, sich mit ihrem Erstgeborenen gut zu stellen, um ihre Blutsdiener behalten zu können ... denn es waren mehr als 3.

"... so soll er vortreten ..."

Mit aller Kraft hielt Rabea die Ketten des Tiers, welches vorpreschen und brüllen wollte. Stattdessen wartete sie gespannt, ob ein anderer es tun würde ... vortreten ... und sprechen.
"I don't speak Human -
I can't understand a word you're saying."

~Omnia~
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Re: [Mors certa, hora incerta] - Eröffnung, Versammlung 8/9/

Postby Lessa » 13 Sep 2013, 09:21

Die Nüstern zucken sich blähend ebenso die Tasthaare wie die Lippe... Wiederstreidende Gefühle... Antrainierte Reflexe der letzten Jahre... um das Dossier der zu Jagenden zu bitten lag im Wiederstreit mit ihrem Bedürfnis um keinen Preis Aufmerksamkeit auf sich zu lenken.

Noch war, außer dem Blutvogt, niemand mit einem Lehen oder Jagdgebiet beschenkt worden. Doch meist bargen solch öffenliche Geschenke immer einen Haken, vor allem, wenn sie von einem der Könige gemacht wurden.

Die Beschränkung der Blutsdiener betraf sie noch lange nicht, aber sie würde die Frage stellen müssen, ob es nur 2 beinige Blutsdiener betraf oder auch die auf Pfoten und Krallen... wenigstens für die Zukunft! Sie war sich ziemlich sicher, dass die Könige nicht an die tierischen blutsdiener gedacht hatten, doch die Frage konnte sie dem Erstgeborenen stellen, wenn sie um das Dossier bat.

nach außen blieb nur sichtbar, wie die nasenflügel und die Lippen zuckten, und die Augen über die anwesenden huschten um verräterische oder interessante Regungen auf zu fangen. Das Training der letzten Jahre war einfach nich so leicht ab zu legen...
Leben allein genügt nicht, sagte der Schmetterling, Sonnenschein, Freiheit und eine kleine Blume muß man auch haben.
(Hans Christian Andersen)
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Re: [Mors certa, hora incerta] - Eröffnung, Versammlung 8/9/

Postby Peggy Seligman » 13 Sep 2013, 09:36

Das Leben eine Bühne. Die Nachricht so bedeutend, wie die Art, in der man sie vorträgt. Das wussten schon die alten Griechen. Peggy betrachtete das Schauspiel aus dem Blickwinkel einer der Profiteure. Und dennoch machte sich ein ungutes Gefühl breit. Vielleicht waren zu viele Monster hier. Raubtiere in verschiedenen Stadien der Degeneration. Vielleicht fühlte es sich falsch an, von einem Schatten Befehle entgegen zu nehmen. Und wenn, dann brauchte dieser dringend eine Schulung in der Kunst andere für sich zu gewinnen.

Zwar Widersprach niemand – noch nicht; in gewissem Sinne erwartete sie das Aufschreien eines Rebellen, der bereit war für die rechte Sache seinen Kopf zu riskieren – und dennoch schien es hier drin Kälter zu werden. Sie konnte Blicke spüren. Blicke die ihr oder viel mehr ihrem Blut galten. Kein Neid, sondern pure Ablehnung; auch damit musste sie und ihre Clans-Geschwister lernen umzugehen.

Aber sie wusste auch, dass sie diese Dekrete verkaufen würde; nicht heute – sie ahnte, wie man sie, als Teil der herrschenden und damit bevorzugten Kaste, zur Rechenschaft ziehen würde. Peggy schätze diese Art von Spiel und ein bisschen freute sie sich darauf.

Unwillkürlich huschte ein Schmunzeln über das ebenmäßige Gesicht. Einfache Gemüter würden es als Hochmut deuten. Tiefer blicken konnte von den Fremden noch niemand.
After all, we are nothing more or less than what we choose to reveal.
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Re: [Mors certa, hora incerta] - Eröffnung, Versammlung 8/9/

Postby Rafael Markess » 13 Sep 2013, 10:03

Er hatte sich durch die Menge bewegt, nachdem er von Balthasar weggetreten war. Er hatte Lessa zurück gelassen, um sich um zu sehen und kam gerade von einem Gespräch mit zwei Brujah wieder. Das Lächeln das seine Lippen zierte, hatte etwas deutlich Amüsiertes an sich. Kinder, dennen man das Spielzeug weggenommen hat.

Er war zu dem Rudel zurück gekehrt und blickte nach vorne, als das Klatschen ertönte. Schweigend nahm er die Worte auf.

Morgaine... traf ihn, wenn auch nicht tief. Irgendwie mochte er die Malkavianerin... auf eine abstruse Art und Weise. Doch als der Grund genannt wurde der Blick kälter. Doch warum, blieb dem Tier in seinem inneren verborgen.

Dann kam sie, die Bekanntmachung, dass sein Primogen eine eigene Domäne erhielt und es geschah Nichts, außer, dass sein Blick voller Neugierde hinüber zu Michail wanderte. Erst das Amt, jetzt eine Domäne. Glücklicher würde den Brujah das sicher nicht machen. Sein Blick wanderte zu Schwarzburg.

Die Gangrel gingen als Ganzes leer aus... wie alle anderen Clans - abgesehen von Ventrue. Über die Regelung für die Toreador konnte man hinweg sehen. Und die Tatsache, dass die Könige von ihrem Prinzen bevorzug werden war auch... verständlich.

Und so gab es keinen Grund für Rafael zu brüllen oder sich zu erheben. Geduldig verschränkte er die Arme vor der Brust und wartete, was da kommen möge.
„Bitte nicht um eine leichte Bürde - bitte um einen starken Rücken.“
Theodore Roosevelt (1858-1919)
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Re: [Mors certa, hora incerta] - Eröffnung, Versammlung 8/9/

Postby Robin Monditi » 13 Sep 2013, 10:23

Robin stand an der Seite ihrer Ancilla und wand den Blick zu dem Sprachrohr des Prinzen, blickte ihn aufmerksam an, auf die ganz eigene Art, ohne wirklich aufdringlich zu sein. Eine entspannte und offene Körperhaltung. Blinzelte zwei Mal hinter einander als die Worte auf die Blutsjagd gerichtet wurden und das Lächeln verblasste leicht, als die Malkavianerin deutlich hervorgehoben wurde.

Und doch wirkte es nicht erschüttert oder schockiert. Fast so als habe es davon… gewusst? Der Blick wanderte zur eigenen Ancilla, als wüsste es auch dort von einer Verbindung vielleicht, dann hinüber zu den Mitgliedern des Clans des Mondes und zurück zu dem Sprecher, sodass deren Blick sich schneiden würde. Nichts schien in den blaugrünen Augen verborgen.

Die Ehrung des Gangrel nahm Robin unverändert auf, fand dabei sogar wieder zurück zu dem sanften Lächeln, als würde es sich für den Ancilla mitfreuen, auch wenn Rafael und Julia ebenso in den Blick gefasst wurden. Die Augen verweilten einige Augenblicke bei den anderen, bisher fremden Gangrelmitgliedern.

Fast so lange, als dass man meinen könnte, es würde die restlichen Ankündigungen verpassen. Doch diese wurden dann ebenso sanft und dezent aufmerksam verfolgt. Der Blick glitt derweil einmal über die anwesende Domäne.
Und doch, die Atmung wirkte flacher und oberflächlicher. Doch ein Wesen mit Menschlichkeit würde wohl niemals den Tod eines anderen Wesens ohne jede Reaktion aufnehmen.

Und es stand weiterhin an Letas Seite, schweigend und menschlich, wie manch einer es so gut kannte.
Widersprüche haben wenig mit widersprechen zu tun.
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