Morrell Wine Bar
Es gab einen Namen, den man in New York mit gutem
Wein verband. Morrell. Besser gesagt die Morrell Wine Company, zu der die
Morrell Wine Bar gehörte.
Die Morrells Wine Bar liegt direkt am Rockefeller Center, an dem Platz, wo im
Sommer ein riesiges Freiluft Café vorherrscht und im Winter der größte
Weihnachtsbaum überhaupt steht, umgeben von einer Eisbahn.
Es ist ein kleiner Laden, der Eindruck von dunklem Holz und Einrichtung im Stile
der Jahrhundertwende schlägt einem entgegen. An den Wänden hängen an den
wenigen freien Stellen Bilder und Poster aus dieser Zeit. Der Rest wird von
Regalen beherrscht. Es erweckt den Eindruck in ein Weinmuseum eingetreten zu
sein. Hunderte von Flaschen in temperaturkontrollierten Vitrinen bedecken die
Wände.
Der Raum selbst ist mit einer Galerie oben fast zweigeteilt. Der untere Bereich
wird dominiert von einer riesigen Theke. Ansonsten gibt es winzige Tische,
gemütliche Sofas und verwinkelte Sitzecken.
Es scheint an diesem Ort, als wäre an Weinflaschen, an Merlots, Bordeauxs und
Pinot grigios etwas wunderschönes. Aber ein Aspekt stimmt nicht mit dem museumhaften
Charakter überein. Hier ist jedes einzelne ausgestellte Objekt zu kosten. Die
Preise rangieren in jedem Bereich, für fast jeden finanzierbar. Auch wenn es
eine Flasche gibt,, bei der alleine das Glas mit 13.000 Dollar zu Buche
schlägt. Ein interessanter Aspekt an dem teuersten Wein an diesem Ort ist, das
keiner der Bediensteten darüber Auskunft erteilt, sondern einfach nur
schweigend lächelt. Der einzigste Weg Kenntnis zu erlangen, ist diesen zu
bestellen.
Das Ambiente wurde vervollkomment durch die Musik, welche leise im Hintergrund
zu hören war. Ebenfalls in Zeit und Stil passend. Niemals auffällig, aber es
gehörte einfach dazu.
Zu dem Angebot an Wein war auch eine ebenso erlesene Wahl an Speisen zu
erhalten. Klassisch das Angebot zum einen und gleichzeitig immer wieder neu und
experimentell.
Eine Treppe neben der Theke führt zu dem oberen Teil der Mortell Wine Bar, zur
Galerie hinauf. Der Weg führte an den eng gestellten Tisch, Stühlen, Sessels
und Sofas vorbei. Im hinteren Bereich der oberen Galerie gab es drei Türen, die
alle unbeschriftet waren. Alle führten sie in Nebenzimmer, doch waren sie im
allgemeinen stets verschlossen und der Allgemeinheit nicht zugänglich.
Eine der Türen führten zu dem Raum, der exzellent für private Gespräche zu
verwenden war. Es war ein kleiner Raum, aber dadurch, das er so gut wie leer
war, wirkte er größer. Ein riesiges Fenster dominierte die der Tür
gegenüberliegende Wand und bot Ausblick auf den Platz inmitten des Herzens des
Rockefeller Centers.
Die Wände waren mit warmen, dunklem Holz vertäfelt und auch hier hingen Bilder
und eingerahmte Poster aus der Zeit der Jahrhundertwende an den Wenden.
Ansonsten ein kleiner, zierlicher Tisch zwischen zwei ledernen Sesseln. Es war
jene Art von halbrunder Form, die von außen starr und ungemütlich wirkten,
aber erstaunlichen Komfort bieten.