by Robin Monditi » 10 Sep 2013, 21:11
Hatte es gewartet? Hatte es Mitglieder gezählt? Es war nicht zu sagen, es tauchte in der Nähe des Elysiums auf, ein großer schwarzer Familienschirm hielt die Tropfen des Himmels von dem Körper fern. Als einer der letzten Gäste betrat es das Elysium, hinterlegte den Schirm und den wärmenden Mantel aus weißem Fell, Robbenbabys? Es würde so wenig zu dem menschlichen Sein des Rosenkindes passen.
Vielleicht als kleines gegenwicht zur eigenen Ancilla kam Robin fast als letzter Gast. Immer wieder hatte sie dezent und ohne große Gesten die Anwesenheit der Signora ergänzt. So schritt es in das Elysium, das Personal ohne Worte begrüßend. Technik oder Waffen hatte es am heutigen Abend nicht bei sich, wie auch sonst wohl kaum.
Es schritt die Treppe hinab. Klack, Klack. Man konnte es im Vorfeld hören, dann sehen und wie immer war es eine Gestalt die man kaum übersehen konnte, so menschlich und wärmend, so befremdlich und irritierend. Wenn man es nicht kannte, konnte man sich einbilden schlicht einen Transvestiten vor sich zu haben und doch, jeder zweite dritte Blick zeigte, dass es weit mehr und vollkommen anders war.
Die Händen waren in weißen Handschuhen verborgen, reichten hinauf bis zu den Oberarmen und fügten sich nahtlos an die blasse Haut an. Nur dort sah man schwach die bläulichen Adern, die wie bei einem Menschen zu pochen schienen, hob sich die haut hervor. Die Gewandung, die Gestalt des heutigen Abends war festlich, dem Anlass entsprechend. Ein Kleid, umfloss den Körper, Schwarz und Weiß, ein Vortex in sich verschlugen und verjüngend zum Oberkörper hin, an den Seiten geschlitzt, bis fast zur Hüfte, zeigte die langen eleganten Beine.
Hochhackige Schuhe, aus schwarzem und weißem Lack waren an den Füßen zu finden, Unsicherheit beim Laufen indes in keiner Form. Der deutlichste Farbklecks war eine Stola aus einem blaugrünen Stoff, der locker über den Armbeugen lag und den freien Rücken bedeckte. Zudem eine Rose, eine Zeichnung, eine Tätowierung vielleicht, die von der Brust aufwärts bis zur rechten Wange verlief, eine blutig rote Rose, ein Blütenblatt direkt am Übergang vom Hals zur Wange, fünf der Blätter konnten unschwer gesehen werden, eines besonders groß, im Zentrum, die anderen, klein und kleiner werdend dort herum drapiert.
Die Haare kurz, modern, etwas stachelig gegelt, wie es eine der Modeströmung derzeit trug, Hippster. Das Gesicht, ansonsten recht ungeschminkt, und doch herber als sonst, männlicher, betonend. Nicht zuletzt dadurch, dass man einen Bartschatten erahnen mochte, wenn man wollte. Auch keine Brüste die vom Kleid bedeckt wurde, eine flache männliche Brust, trainiert, muskulös und ebenso blass wie der restliche Körper. Doch schmeichelte das Kleid zugleich dem Körper, das Oberteil kein Unterhemd, es betonte die Schultern und ließ die Arme frei. Die Taillie, um die viele Frauen es beneiden würden, ein geschwungenes Becken, das jeden Schritt betonte.
Wie immer ein Spiel zwischen Mann und Frau, nichts, beides und doch etwas Neues, etwas eigenes. Man mochte zig Details für beide Geschlechter finden, wenn man suchte und würde doch niemals sagen können, was und ob es ein Ursprung gab.
So betrat es dann, als eines der letzten Domänenmitglieder, kurz vor Zado erst, den Saal, die Augen wanderten über die Szenerie, blinzelten, hier und dort. Ehe es eintrat und den Mitgliedern den natürlichen und zustehenden Respekt zollte. Der ein oder andere mochte diese seltsame Form schon gesehen haben. Ein Fuß nach hinten gezogen, das Kleid leicht entfächert und doch auch eine Verbeugung, voller Ehrlichkeit und Respekt die Geste. Offen und menschlich und zugleich ein Bewegungsablauf der nur ein Akrobat schaffen würde. Zuerst der rechten Hand des Prinzen, der Erstgeborenen des eigenen Blutes, nur minimal weniger. Dann folgten die beiden anderen Ancilla, Balthasar und Zado, nicht weniger respektvoll als die anderen beiden zuvor und doch etwas weniger ausfallend. Die neugeborenen Ratsmitglieder folgten, wenn auch hier nur noch die Andeutung der fremdartigen Bewegung zu erkennen war. Dann würde man die eigenen Clansgeschwister aufsuchen, wie auch die Mitglieder des Herrscherclans. Freundlich, ungezwungen, ein Nicken, ein Lächeln. So offen und ehrlich, so menschlich und unbefangen.
Die Nosferatu würden vielleicht Überraschend sehr offene und ohne jedes Zögern Begrüßungen bekommen, wie leicht der Eindruck von… alten Freunden dabei aufkommen mochte, würde an deren Reaktion liegen. Von Scheue, Überraschung oder gar Ekel war nichts zu sehen in dem Verhalten des Rosenkindes.
Nur um dann die Runde zu beenden, bekannten Gesichter zu begrüßen. All dies, so es nicht angesprochen wurde, ohne jedes Wort, ein Tanz vielleicht, so natürlich und unbeschwert wie es manch einer kannte. Nur um zum Ende seinen Platz direkt neben der Signora Leta einzunehmen, einem Gespräch nicht abweisend gegenüber, doch scheinbar hatte es einen Platz eingenommen und wich nicht direkt wieder.
Ein direktes Statement für den heutigen Abend wohl.
Widersprüche haben wenig mit widersprechen zu tun.