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Wenn der schwarze Mann dreimal klingelt [Fenneke Janssen]


Re: Wenn der schwarze Mann dreimal klingelt [Fenneke Janssen

Postby Peter Mörsner » 26 Nov 2013, 10:47

Wenn jetzt etwas von diesem vorgefertigten Protokoll abweicht, ist das ja kein Problem um das man sich sorgen machen müsste, nicht? Unter diesen Verrückten würde es schon genug Konventionen geben, das man nicht direkt bei der Einreise gefressen wird. Diese und andere vorsichtige Gedanken irren durch den Schädel während Fenneke aus seiner Sicht verschwindet um hinter ihm... nun, präsent zu sein.
Er fürchtet nicht um sein Leben oder sowas. Der unerschütterlich nach vorn gewandte Blick wartet darauf, das sein "persönlicher Raum" wieder frei ist und er seine Gestalt ihr nachbewegen kann... also im Rahmen einer simplen Rotation um die eigene Achse, nicht mit Schritten quer durch den Raum.
Es war gut verlaufen soweit, würde man meinen? Irgendwie hatte er das Gefühl das er einen anderen Moment abpassen musste, diese Sache mit der Tasche in seiner Hand zu machen. Vielleicht... noch später. Es ihr wie eine Flasche Wein in die Hand zu drücken, als wäre er zum Essen eingeladen war ja schonmal zum Glück nicht möglich gewesen. Er hätte es getan, also, wenn er gekonnt hätte. Aber er will ja was anderes, ne? Wir wollen hier alle, etwas anderes. Zum Beispiel das geantwortet wird während Du hier nachdenkst. pssst. Hey du. Das Gespräch rankt sich um Dich, vllt. könntest du... antworten?
Also Peter, sag? Warum willst Du die See verlassen, hrm?
Weil sich nur fauliges Wasser in dieser Kloake gesammelt hat, die sie da oben "Sund" nennen?
Weil sie zahnlos aber unablässig, gefühllos aber gierig an dieser Stadt frisst wie eine steinalte Prostituierte ihren Freier gleichermaßen erfreut wie anwiedert?
Weil der Zufall es so will? Das wäre natürlich eine Möglichkeit für gigantische Missverständnisse zu sorgen.


"Ich bin nicht für die See geschaffen, leider. Mein Sire glaubt, wer an der See lebt muss mit zweierlei leben... das sie eine rachsüchtige Geliebte ist, ob man sich ihrer nun bewusst ist oder nicht... und das man ihr Klagelied hört aus der Ferne, wenn man sie zurücklässt. Ich muss sagen das ich das Lied wohl höre, aber andererseits... gibt es hier kein Kopfsteinpflaster. "

Echtmal. Konnte man das so stehen lassen? Das war schon ziemlich ehrlich... und so nahe an "der Zufall wills!" wie es ging, ohne sich zu verdrehen. Kurz geht eine Bewegung durch die Finger welche die Tasche halten als wäre er unschlüssig, ob er vielleicht sogar den ihm zugewandten Rücken nutzen könnte um sie zu öffnen, etwas herauszuholen, präsentationsfähig zu machen... nix. Sollte sie doch die Neugier packen, auf das sie ihn fragt was er eigentlich glaubt, mit so einer Tasche hier zu tun. Ein Beutel voller Feuerwerk womöglich? Oder Algen, toter Fische von der See? Wie viele absurde Szenarien würde er wohl noch in seinem Kopf durchgehen müssen.
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Peter Mörsner
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Re: Wenn der schwarze Mann dreimal klingelt [Fenneke Janssen

Postby Fenneke Janssen » 19 Jan 2014, 14:51

Sie lächelt. Er kann´s natürlich nicht sehen, immerhin wendet sie ihm nach wie vor den Rücken zu, aber es liegt irgendwie an ihr. Vielleicht in irgendetwas… der Körperhaltung, die sich ein winziges bisschen ändert vermutlich, diese Subtilität, für die der Verstand als solches nicht empfänglich ist. Dennoch ist´s irgendwie offensichtlich… ein kleines Lächeln, das sich um ihre Mundwinkel legt wie hingemalt.

"Also sind sie…" sagt sie leise, aber laut muss man auch nicht reden in der sterilen Stille dieses Zimmers. In der reglosen Luft, die ebenso steril war… bis er kam und sie mit dem Duft nach Salz und Algen gewissermaßen… entsterilisierte. "…auf der Flucht… in gewisser Weise?" Ein letzter Blick gilt dem Meer auf Leinwand… reglos… leblos, dann wendet sie sich halb um die eigene Achse, den Kopf gedreht, um dem Mann in dem verblichenen Anzug einen Blick zuzuwerfen. Auf ihrem Gesicht liegt noch der Abglanz dieses Körpersprachenlächelns, ehe sie zum ersten Mal dem Koffer in seiner Hand irgendeine Form von Aufmerksamkeit schenkt… ein kurzer Blick, ein bisschen demonstrativ, dann sieht sie wieder sein Gesicht. "Und leben aus dem Koffer?" Es hätte ein Witz sein können, ein kleiner Scherz… und kein besonders geistreicher noch dazu, aber sie sagt´s ganz ernst.
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Re: Wenn der schwarze Mann dreimal klingelt [Fenneke Janssen

Postby Peter Mörsner » 21 Jan 2014, 10:52

Auf der Flucht hat sie gesagt. Dabei hatte er ganz still gehalten als sie dabei war, hinter ihm, und so... ganz ohne Zittern und Zaudern. Naja sie hatte ja auch irgendwo recht, vielleicht konnte sie sogar, wenn sie geschickt war, sowas wissen. Mit einem kleinen Lächeln formuliert er seine Antwort, während die Hand mit der Tasche sich hebt und sie vor den Körper in die Höhe zieht. So, das er dergestalt den Verschluss öffnen kann um das braune Packpapier sichtbar wird darin. Eine Polsterung. Wunderbare Sache das. Er würde sogar sprechen dabei.
"Das trifft es in etwa, aber natürlich habe ich einen Schrank aus dem ich Lebe. Hier versteckt sich etwas das mir zu einer lieben Angewohnheit geworden ist. Ein persönliches Gastgeschenk."


Das Objekt im Inneren der Tasche hatte die gesamte Menge Stauraum in Beschlag genommen, insbesondere mit der Polsterung. Jetzt wo einige Lagen von dem Papier entfernt waren, glitzert die polierte Oberfläche des Glases der großen, im inneren versteckten Flasche verheißungsvoll ohne etwas darüber zu verraten, was sich in ihr versteckt. Wenn sie ihren Blickwinkel auf die Flasche verändert, indem sie beispielsweise näher käme, würde die Spiegelung auf der Oberfläche zu einer Nebensächlichkeit und schemenhaft im Inneren dieses riesen Glasgerätes etwas erkennbar sein, das aus filigranen Einzelteilen bestand. Bis fast zur Unkenntlichkeit verzerrt durch seltsame Farbspuren am Inneren der Flaschenwand... und wohl auch auf dem, was sich als Schiff darstellen würde wenn er die Flasche zur Gänze herausgearbeitet hat.
An der Unterseite der Flasche ist eine Holzkonstruktion befestigt und ein kleines schwarzes Kästchen, von dem eine kleine Erhebung wie ein mit Heißkleber überdecktes Kabel bis zum Verschluss des Flaschenhalses sich erstreckt.


"Kennen Sie die Gorch Fock?"

... sprachs mit einem Lächeln und lässt die Tasche zwischen seinen Füßen am Boden liegen, hält nun die massive Flasche vor sich und präsentiert diese. Mit jeder minimalen Bewegung versucht das Weiß der Segel und des Schiffsrumpfes durch die Farbverwischungen am Glas hindurchzuschimmern, wie ein gefangener Schwan im Algenmeer. Die detailgetreue Nachbildung des Dreimasters ist in ein Wellenbad aus Fimomasse eingearbeitet, hockt stabil inmitten der sturmgepeitschten See. Was war das nur für eine Art, ein solches, perfektes Modell dergestalt zu verunstalten? Nunja das Modell an sich war ja unangetastet geblieben, aber die Hülle drumherum, und dazu noch diese blaugraue Masse für das Wellenmeer... das war kein Standard, wie man es irgendwo besorgen konnte. Insbesondere stellte sich vielleicht die Frage... wozu das ganze einen Schalter brauchte, am Schraubverschluss, jener Flasche.
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Re: Wenn der schwarze Mann dreimal klingelt [Fenneke Janssen

Postby Fenneke Janssen » 02 Mar 2014, 19:39

Sie zieht eine der blassen Brauen nach oben… soviel Mimik für eine der Toten und beobachtet ihn dabei, wie er seinen Koffer hebt, als präsentiere er ein wertvolles Ausstellungsstück, das er zu verkaufen gedenke. Nur das Kaufen… offenbar nicht in seinem Interesse liegt. Die Eröffnung eines Gastgeschenks blieb unkommentiert von ihrer Seite aus, sie betrachtet ihn nur von ihrem Platz vor dem erstarrten Meer aus, als gäb´s etwas zu lesen in seiner Art sich zu bewegen irgendwo unter seiner Haut.

Die Flasche und ihr Inhalt indes weckt durchaus ihr Interesse, zumindest nimmt sie es von ihrer Warte aus in Augenschein. Das farbschlierige Glas, aus dem sich bei genauerer Betrachtung die weißen Segel des Dreimasters schälen will… gefangen in einem grauen Meer aus toten Fimowellen. Ihr Kopf neigt sich schräg auf seine Frage hin und die zweite Braue gesellt sich zu der ersten hin. Ob ihr gefällt, was sie sieht ist trotz allem ihrer Mimik nicht zu entnehmen. Es findet sich zwar durchaus Interesse, aber ein neutrales… als sie ihre abschließende Meinung noch lange nicht gefällt.
"Ja…" beantwortet sie seine Frage. "…wenn sie auch größer war das letzte Mal, als ich sie sah… und der Himmel unter dem sie segelte, weniger bunt. "Ich denke…" fährt sie dann fort und die türkisblauen Augen haben die Farbe von Meer unter blauem Sommerhimmel, den sie beide schon lange nicht mehr gesehen haben. "…es fehlt noch… der Clou?"
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Re: Wenn der schwarze Mann dreimal klingelt [Fenneke Janssen

Postby Peter Mörsner » 08 Mar 2014, 11:18

Wie recht sie hatte. Der Clou. der wohl noch fehlte. Mit einem Lächeln betätigt er den Schalter... und verändert die Welt. Ein jedwedes Gefüge war nur so stark wie der Hebel den es brauchte, sie aus den Angeln zu heben. Hätte er gewusst das dieser Raum so eine wunderbare Leinwand abgeben würde, hätte er die Präsentation minimal anders gestaltet. Aber so, war das schon eine spezielle Nummer. Das Innenleben der Flasche erwacht zum Leben, ein winziger Motor bewegt das Schiff langsam und träge von einer Seite auf die Andere, als würde es im schweren Wellengang - der ja sichtbar war - auch getrieben werden. Die Segel bewegten sich prall in der Briese, obwohl man davon ausgehen durfte das der Sturm im inneren der Flasche unbedeutend bis nicht vorhanden war.
Diese Kleinigkeiten jedoch machten nicht das groß der Eigenheiten aus, denn mit der Bewegung kam das Licht. Eine kleine rotierende Scheibe vor einem Leuchtelement im Hals und verschiedene kleinere Elemente im Inneren der Flasche, erzeugten einen gesamteindruck von Sturm und Unruhe, wie es das Schiff in einem Unwetter wohl durchleben würde. Und wie das Schiff selbst, vom Inneren der Flasche heraus strahlt und unter der Beleuchtung in all seinen perfekten kleinen Details hervorsticht, so wirft das Licht im inneren der Flasche in Kombination mit der bemalten Flaschenwand, irritierende Muster auf die Flächen um die Flasche herum. Die Strahlkraft ist nicht immens, aber fünf bis zehn Meter würde sie reichen um ein Schattenspiel auf die angestrahlten Flächen zu werfen das den Anschein erwecken mochte, der Mond quäle sich um ein wenig Leuchtkraft durch eine sturmgepeitschte Wolkenfront.
Natürlich war die Illusion nicht perfekt. Sie hatte wiederkehrende Muster, die Scheibe vor der Projektionsfläche hat einen eingeschränkten Durchmesser so das sich einige Muster nach wenigen Sekunden wiederholen... Außerdem war das grelle Strahlen der schwarzlichteaktiven Farbe nicht jedem Auge genehm, es konnte empfindsame Geister geben die sich daran scheiden würden.
An dieser Stelle waren sie nun... Er hatte ihr geantwortet mit einer Tat, den Clou vorgeführt ohne etwas dazu zu kommentieren. Auch jetzt erweckte es nicht den Anschein, als würde er etwas sagen wollen, denn irgendwie stand ja alles auf des Messers Schneide für den Augenblick. Würde sie das Geschenk wohl nehmen? Oder angewiedert von diesem Kunstfrevel dafür sorgen, das der Peter einen schlechten Stand haben würde, in dieser Domäne. Was an Selbstsicherheit da war, befand sich in der äußeren Fassade seiner Person. Zuversicht, gut getan zu haben... oder zumindest nicht schlecht. Was wäre es auch für ein Termin, wenn man nicht ein wenig Blut und Wasser schwitzte?
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Re: Wenn der schwarze Mann dreimal klingelt [Fenneke Janssen

Postby Eva » 02 Apr 2014, 13:45

Und….Blut ist dicker als Wasser. Sagt man. Fenneke…lässt Aussen vor, ob seine Art zu sein sich nun positiv oder negativ auswirkt auf sein …hier…sein. Doch zumindest nach all dem zu urteilen, was er wahrzunehmen in der Lage ist…scheint sie nicht unangenehm berührt. Technischer Schnick Schnack ….betrachtet sie wohl eher mit Neugierde, als mit ehrfürchtiger Faszination…aber Ideen haben und umsetzten hat durchweg auch seinen Wert?
Bleiben soll er…gerne…das vorläufige Aufenthaltsrecht sei seines für ein Jahr. Danach..so nicht entgegensprechendes geschäfe, stünde einem dauerhaften Aufenthaltsrecht auch nichts im Wege.
Peter erfährt..wo die Elysien sind..wie man hinein kommt. Er erfährt von einer Mappe..die er betrachten soll und darf…regelmäßig…in der steht welche Kainskinder Aufenthaltsrecht in Leipzig haben. Außerdem darf er eins der Zimmer besitzen in der Wilhelm-Wundt-Klinik und damit tun, was immer ihm beliebt zu tun… hübsch machen, umbauen, Besuch empfangen, wobei Besucher angekündigt werden müssen.
Das….wars dann. Irgendwie. Und eigentlich gar nicht so schlecht…für die ersten Schritte?
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