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Eine Promenade in den Promenaden [Offen]


Eine Promenade in den Promenaden [Offen]

Postby Victor von Creuzberg » 29 Oct 2014, 01:07

Die Luft war kalt und einige Schneeflocken wirbelten nun schon seit einigen Stunden durch die Straßen von Leipzig während sich der Ventrue in langen Schritten zu dem großen erleuchteten Gebäude des Leipziger Hauptbahnhofs mit seinen Promenaden orientierte. Das Gebäude war eindrucksvoll und wenn es nach der reinen Grundfläche ging handelte es sich bei diesem Bahnhof, in dieser mittelgroßen deutschen Stadt, um den größten der Welt. Victor trug eine tiefschwarze Jeans, sowie einen Rollenkragenpullover in gleicher Farbe. Darunter hätte man ein weißes Hemd mit einer dünnen schwarzen Krawatte erkennen können, wenn nicht ein großer Schal und der hüftlang geschnittene Mantel diesen Teil seiner Kleider verdecken würden. Abgerundet wurde Gesamtbild von einer schwarzen Mütze und Lederschuhen die tiefe Spuren in der dünnen Schneeschicht hinterließen.

Er betrat schließlich das Gebäude durch den Westeingang und bewegte sich auf die großen Stufen zu, die zu den Bahnsteigen in das obere Stockwerk der Bahnhofshalle führten. Zwei Stufen auf einmal nehmend beschleunigte er seine Schritte während er einen Blick auf die große Uhr über ihm warf. Kurz vor 21:00 Uhr dachte sich Victor. In kurzer Zeit würden einige der Züge Reisende aus ganz Deutschland und darüber hinaus in die Stadt bringen – etwa 120000 pro Tag allein die hier Einstiegen, andere Züge nahmen oder einfach blieben. Der Ventrue nahm die Mütze ab und zerzauste damit sein blondes Haar während er sich an einen der Balkone in der Mitte stellte, von denen man Ausblick auf die Gleise sowie die darunterliegenden Geschäfte hatte.

Die Massen bewegten sich schließlich über den Bahnhof und Victor schloss kurz die Augen. Anschlusszüge, das Wiedersehen von Freunden und Verwandten, die Aufgeregtheit einiger Reisenden, ja sogar die Wut derer die über verpasste oder verspätete Züge klagten – all das gab dem Ventrue ein Gefühl der Lebendigkeit. Wenige Minuten die so viele Emotionen verursachen konnten waren für eine alterslose und ewige Existenz faszinierender als man vielleicht denken konnte. Als er seine Augen wieder öffnete wandte er seinen Blick um und bewunderte die Größe und Massivität dieses Gebäudes bis er sich wieder den Menschen um sich herum zu wandte. Abende wie diese hatten immer das Potential, dass man die Wege mit den unterschiedlichsten Individuen zu kreuzte…
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Re: Eine Promenade in den Promenaden [Offen]

Postby Miriam Emmerich » 03 Nov 2014, 16:33

Das geschäftige Treiben der Menschen mochte für einen Kainiten wohl den Anschein erwecken er würde eine Kolonie Ameisen beobachten. Oder einen Bienenstock. Manche kamen, manche gingen... Es gab kurze, soziale Zwischenspiele - ob positiver oder negativer Natur... Dieses Verhalten war schlicht und ergreifend der kurzen Lebenserwartung der Menschen zuzuschreiben. Man lebte für den Augenblick, weil jeder der letzte sein könnte... Selbst ohne einen Eingriff von Außen - Unfall, Krankheit, Mord - war das Leben eines Menschen endlich, darum war alles für sie intensiver. Darum waren sie permanent irgendwie in Hektik. Jedenfalls die Meisten.

Eines dieser fleißigen Bienchen betrat gerade die Bahnhofshalle. Im kastanienbraunen, langen Haar welches sie zu einem lockeren Zopf geflochten hatte hatten sich etliche Schneeflocken verfangen. Die Wangen und die Nasenspitze waren von der draußen herrschenden Kälte gerötet und Miriam fröstelte kurz.

Die junge Frau trug schokoladenbraune, kniehohe Lederstiefel mit einem 12cm hohen Absatz - der eigentlich den Temperaturen draußen nicht gerecht wurde - und einer 2cm hohen Plateausohle mit recht starkem Profil, um keine Probleme im Schnee zu bekommen. Ihr anthrazitfarbener Wintermantel reichte knapp bis an ihr Knie, wodurch man von der schwarzen Thermostrumpfhose fast nichts sah. Ihre Hände steckten in zu den Stiefeln passenden Lederhandschuhen und um ihren Hals wand sich ein dicker, flauschiger Schal aus dunkelroter Wolle, welcher bis hoch an ihre Ohren ragte und unten im Kragen ihres Mantels verschwand.

In der Halle "angekommen" ließ sie selbst erst einmal neugierig den Blick schweifen, musterte ebenso wie Victor zuvor die ankommenden und abfahrenden Menschen die über den Bahnhof wuselten - und gelegentlich musste sie sogar einem sehr hektischen Passanten, der noch versuchte seinen Zug zu erwischen, ausweichen.
Schließlich blieb ihr Blick an dem blonden Mann eine Etage über ihr hängen und ihre Mundwinkel hoben sich zu einem zarten, amüsierten Schmunzeln. Man kannte sich nicht, aber... war das so ein Problem?
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Re: Eine Promenade in den Promenaden [Offen]

Postby Victor von Creuzberg » 04 Nov 2014, 19:40

Der Ventrue schaute sich um und genoss das geschäftige Treiben um ihn als ihm schließlich jemand aus dem Nest von Menschen und Auge fiel. Es war eine Frau, groß wahrscheinlich nicht nur bedingt durch die hohen Stiefel und von ziemlich attraktiver Erscheinung. Sie lächelte ihn an, hatte ihn ganz offensichtlich mit ihrem Blick fixiert, während er in der Umgebung versunken war. Sie war niemand den er kannte und da sie auch nicht in der Mappe war, die er zur Einreise in die Domäne erhalten hatte, handelte es sich bei ihr wohl auch um keine Kainitin. Aber das war ihm egal. Victor liebte es nach wie vor Zeit mit Sterblichen zu verbringen, die ihm so oft das Gefühl gaben wenigstens ein klein wenig lebendig zu sein. Schließlich lächelte er zurück. Offen und einladend, mit echtem Interesse dahinter, so wie er sich gerne gibt wenn er außerhalb der kainitischen Gesellschaft unterwegs ist.

Er gab durch seine Mimik und eine kleine Geste zu verstehen, dass er zu ihr aufschließen würde und in weniger als einer Minute hatte der Ventrue die Rolltreppe ins Untergeschoss überwunden und stand nun neben der Fremden. Er hatte noch immer die schwarze Wollmütze in der nicht behandschuhten Hand und seine kurzen blonden Haare waren in einer sich harmonisch einfügenden Unordnung.

„Guten Abend. Ich bin nicht umhingekommen zu bemerken, dass auch Sie sich die Zeit genommen haben um die Umgebung hier zu beobachten. Ich hoffe Sie haben etwas gesehen, dass Ihnen gefällt.“ Der Ventrue machte eine kurze Pause und zauberte ein offenes, einladendes Lächeln auf sein Gesicht, welches aber ganz offensichtlich noch viele andere Dinge verbarg. Sein Gesicht hatte eine normale Farbe, auch wenn es nicht von der Winterkälte gerötet war wie das seiner Gesprächspartnerin.

Schließlich streckte der blonde Mann seine rechte Hand aus für eine Begrüßung.

„Hallo. Mein Name ist Victor. Mit wem habe ich das Vergnügen, wenn ich fragen darf?“ Er fixierte sein Gegenüber, während Wärme und Interesse aus seinen blauen Augen strahlten.
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Re: Eine Promenade in den Promenaden [Offen]

Postby Miriam Emmerich » 05 Nov 2014, 13:06

Nein, die Frau dort war keine Kainitin. In ihrer Brust pochte ein kräftiges Herz, pumpte mit jedem Schlag das ihr Leben, das süße Blut durch die Adern. Es durchblutete ihre Nase und die Wangen stärker um eine Unterkühlung zu vermeiden. Es trieb den jungen, trainierten Körper der Tänzerin an.

Die Geste des Ventrue entlockte der jungen Frau ein noch breiteres Schmunzeln, welches ein amüsiertes Funkeln in den grünen Augen erweckte und sie nickte zur Bestätigung, das sie vor ihm nicht weglaufen würde.
Die Zeit, die Victor brauchte um von seinem Aussichtspunkt zu ihr zu kommen, nutzte Miriam um sich die ledernen Handschuhe von den Händen zu ziehen und in die linke Tasche ihres Designermantels zu stopfen. So aus der Nähe betrachtet trug das junge Fräulein wirklich sehr hochwertige - und vor allen Dingen sehr teure - Designerkleidung. Die Schuhe waren von Jimmy Choo und der Mantel von Chanel. Aus der Nähe sah man auch, das sie noch eine Handtasche bei sich hatte. Auf dem Leder, das farblich sehr gut zu dem der Schuhe passte, war deutlich sichtbar in gold das verräterische Logo von Louis Vuitton geprägt.

Sie empfing Victor mit einem offenen, freundlichen, aber auch leicht frechen Lächeln und Miriam konnte es nicht verhindern, das ihr Blick an seinem verwuschelten Haar hängen blieb. Hinreißend! "Guten Abend", begrüßte sie den fremden Mann. Es war ihr deutlich anzuhören, dass sie nicht aus Leipzig stammte. Überhaupt schien sie kein Ost-Kind zu sein. Dem Dialekt nach, der ganz leicht bei ihr durchklang, würde man sie wohl eher weit in den Westen packen, irgendwo in's Rheinland. "Nun, so wirklich viel Zeit hatte ich ja noch nicht das rege Treiben hier am Bahnhof beobachten zu können... Aber... Doch, ich denke schon."

Sacht neigte sie den Kopf zur Seite und sah ihm aufmerksam und mit wachem Blick an, ehe die grünen Augen einen Moment zu seiner ausgestreckten Hand huschten. Ohne zu zögern ergriff sie diese und schüttelte sie sacht.
Ihr Händedruck war angenehm, die Haut weich und geschmeidig und die Fingernägel penibel manicürt. Ihre Fingerspitzen waren ob der draußen herrschenden Kälte allerdings recht kalt, doch das wäre in ein paar Minuten sicherlich verflogen.

"Miriam", nannte sie ihm lächelnd ihren Namen. "Es freut mich, Sie kennen zu lernen, Victor. Was treibt Sie denn zu dieser Uhrzeit hier an den Bahnhof? Erwarten Sie jemanden oder zieht es Sie ebenso wie mich hierher, einfach um die Menschen zu beobachten, wie sie geschäftig von A nach B wuseln?" Fragen über Fragen... und dazu ein hinreißendes Lächeln von seiner menschlichen Gesprächspartnerin.
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Re: Eine Promenade in den Promenaden [Offen]

Postby Victor von Creuzberg » 05 Nov 2014, 14:48

Victor betrachtete die Frau die vor ihm stand im Moment als sie sich die Hand gaben. Die Designerkleidung und wohlüberlegte Auswahl der Accessoires waren eine willkommene Abwechslung im grau der Stadt Leipzig. Zugegeben Leipzig war keine kleine Stadt, allerdings war man hier auch nicht in London oder Paris was man gerade an den Passanten die tagtäglich die Adern der Stadt mit Leben füllten wahrnehmen konnte. Er selbst versuchte diesem Umstand mit qualitativer Stoffen und modernen Schnittmustern entgegenzuwirken und dabei gleichwohl nicht in der ersten Reihe zu stehen, bevorzugte er doch ehr eine beobachtende Position.

Er schüttelte ihre Hand und grinste dabei voller Energie. Die Hand des Ventrue fühlte sich glatt und nur leicht kalt an, genauso wie man es von einem Mann ohne Handschuhe bei diesen Temperaturen erwarten würde. Trotzdem genoss er die menschliche Wärme die mit dem Handschlag ausgetauscht wurde. Schließlich antwortete er auf die Frage von Miriam in einem offenen und angenehmen Tonfall.


„Nun es ist so wie sie sagen. Manchmal ist es schön sich einfach ein wenig in der Masse treiben zu lassen, gerade nach einem langen Tag. Darüber hinaus denke ich manchmal gerne darüber nach welche Orte ich noch bereisen will oder gerne wieder besuchen möchte. Und ganz unter uns ich hatte zusätzlich die Intension ein wenig die lokale Wirtschaft anzukurbeln mich nach einem Geschenk für meine Tante, vielleicht einem Parfum umzusehen.“

Wenn Victor sprach war es schwer dessen Akzent einzuordnen auch wenn man in jedem Falle davon ausgehen konnte, dass er ein Muttersprachler war. Am ehesten könnte man annehmen, dass er den größten Teil seiner Jugend an irgendeinem Internat mit privaten Lehrern verbracht hatte die ein Deutsch strikt nach dem Duden lehrten so dass man sich eine ebensolche Intonation aneignete.

„Hören Sie wollen Sie mir beim einkaufen nicht etwas Gesellschaft leisten? Ich würde eine weibliche Meinung durchaus zu schätzen wissen. Wir haben noch eine Stunde Zeit bis die Geschäfte schließen.“ Er grinste nachdem er von einer der Uhren die in der Bahnhofshalle hingen wieder zu seiner Gesprächspartnerin blickte. Sollte Miriam einwilligen würde, er ihr seinen Arm anbieten und dann in einem Plauderton den Small Talk weiterführen.

„Nun Miriam ich hätte eine kleine Frage die sich anbietet, da wir gerade in einem Bahnhof sind. Wenn Sie jetzt gleich in einen Zug irgendwo hin ins Ausland springen könnten, wo würde der Sie hinbringen?“ Die Stimme des blonden Mannes klang interessiert und war von einer angenehmen Leichtigkeit umweht während er seine Begleitung im Profil betrachten würde während er auf die Antwort wartete.
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Re: Eine Promenade in den Promenaden [Offen]

Postby Miriam Emmerich » 05 Nov 2014, 15:13

Auch für sie war es eine angenehme Abwechslung einen stilvoll gekleideten Mann zu sehen, wenn man die triste Masse der Menschen um sie herum bedachte. Natürlich sah man darunter auch noch den ein oder anderen Geschäftsmann, der geschniegelt und gestriegelt in seinem schwarzen Anzug und der Aktentasche geschäftig herumeilte und in sein Mobiltelefon schnatterte weil gerade irgendwo auf der Welt eine Börse eröffnete. Oder irgendwas Anderes "lebenswichtiges".

"Ich mag es ja die Reisenden zu beobachten und mir zu überlegen, wo die einzelnen Individuen hinwollen oder wo sie herkommen, aus welchem Grund sie reisen..." Sein kleines "Geständnis" entlockte ihr ein leises, angenehm melodisches Lachen und sie schmunzelte ihren neuen Bekannten sacht an. "Ein Geschenk für Ihre Tante? Zum Geburtstag oder für das nahende Weihnachtsfest?"

Miriam fragte sich wirklich woher er wohl stammen mochte... Anhand seines Akzentes konnte man da ja nichts erkennen. Er könnte überall herkommen. Geheimnisvoll!

Mit seiner Bitte hatte sie insgeheim schon gerechnet. Männer waren sooooo oft damit überfordert ein geeignetes Geschenk für eine Frau zu kaufen! Und so entlockte sie ihr wieder ein Grinsen, ehe sie dann nickte. "Wenn Sie mich schon so nett fragen begleite ich Sie gerne, Victor." Und schwupps, hakte sie sich bei ihm unter und schritt in angenehmem Schlender-Tempo neben ihm her während ihre schlanken Hände auf seinem Unterarm ruhten.

"Hm...", meinte sie grübelnd und neigte sacht den Kopf zur Seite während sie über Victor's Frage nachdachte. Darüber hatte sie sich echt noch keine Gedanken gemacht. "Ich glaube... Bei dem aktuellen Wetter wäre mir ein Flug in die Südsee lieber, aber wenn ich nur den Zug zur Auswahl habe... In die Schweiz. Irgendein verträumtes Chalet in einem Skigebiet mit offenem Kamin." Danach sah sie den Mann an ihrer Seite an und lächelte auffordernd. "Aber, gleiches Unrecht für alle... Wo würde Sie denn der Zug hinbringen?"
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Re: Eine Promenade in den Promenaden [Offen]

Postby Victor von Creuzberg » 05 Nov 2014, 16:04

Victor schlenderte mit seiner Begleitung durch die Passage auf der Suche nach einem Parfumladen, schien sich allerdings nicht sonderlich dabei zu beeilen sondern vorrangig den Weg dahin zu genießen während er abwechselnd mit seiner Begleitung sprach und immer mal wieder ein Auge auf die Geschäfte um ihn herum warf.

„Ja ein Geburtstagsgeschenk. Ich suche nach etwas nettem, vielleicht auch ungewöhnlichem das nicht unbedingt von der Stange kommt, wenn Sie verstehen was ich meine.antwortete er schlicht und fuhr dann mit einem Lächeln fort.

„Die Schweiz. Eine gute Wahl würde ich sagen.“ Er klang als ob er es wirklich so meinte. „Nun eigentlich ist die Wahl ganz einfach für mich. Mein Ziel währe Moskau. Und ja es fahren Züge von Deutschland nach Moskau.“ Er würde diesen letzten Satz charmant und mit einem Augenzwinkern an Miriam zur Antwort hinzufügen um etwaigen Fragen vorzubeugen. Dann ging er näher auf seine Antwort ein. „Auch wenn ich in Deutschland geboren bin und den größten Teil meines Lebens hier verbracht habe, bin ich bin Mosaku aufgewachsen müssen Sie wissen. Allerdings war ich schon Jahre nicht mehr dort und bis jetzt habe ich es nicht wieder geschafft meine alte Heimat zu besuchen.“ In der Aussage lag eine gewisse Sehnsucht, die auch noch von etwas anderem durchdrungen war. Dann lächelte er Miriam wieder an.

„Wie sagten Sie so schön? Gleiches Unrecht für alle? Das bedeutet nach meiner Interpretation, dass es wieder an mir ist eine Frage zu stellen.“ Sein Lächeln hatte etwas spielerisches. „Sie kommen nicht von hier wenn ich nicht ganz falsch liege oder? Was hat Sie denn nach Leipzig verschlagen?“
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Re: Eine Promenade in den Promenaden [Offen]

Postby Miriam Emmerich » 06 Nov 2014, 16:17

Ebenso wie ihr Begleiter sah sich auch Miriam immer mal wieder neugierig um, ließ den Blick über die Schaufenster gleiten. Doch sie war nicht unhöflich und sah Victor bei ihrer Plauderei immer wieder in die Augen und lächelte sacht.

Nachdenklich nickte sie. Geburtstagsgeschenke waren immer eine knifflige Sache. Insbesondere für Tanten... "Muss es denn unbedingt ein Parfum sein? Das ist immer so eine Sache mit den Düften... Es ist schwer einen zu finden der dem Beschenkten gefällt. Da sollte man sich wirklich sicher sein." Nochmal glitt ihr Blick über die Schaufenster, ehe sie dann zurück zu Victor sah. "Gutscheine sind immer so unpersönlich, lassen sich aber mit kleineren Geschenken die zum... Thema des Gutscheins passen auch recht schön verpacken. Beispielsweise Sie schenken Ihr einen Gutschein für einen Tag Wellness... Maniküre. Pediküre. Massagen. Gesichtsbehandlung. Dazu würde dann ein kleiner Geschenkkorb mit Badezusätzen passen. Sofern Ihre Tante denn gerne badet... Eine Badekugel, eines dieser komischen Badepuschel deren Namen ich nicht kenne, eine Bodylotion..." Sie zählte die Möglichkeiten an ihren schlanken, feingliedrigen Fingern ab, deutete danach dann auf einen Juwelier. "Oder aber Sie entscheiden sich für einen hübschen Kettenanhänger. Wobei Sie da auch wiederum wissen müssen, ob ihre Tante lieber Gold oder Silber trägt." Glich ja fast einer Doktorarbeit...

Aufmerksam und mit wachem Blick lauschte sie dann seinen Worten über seine Kindheit in Moskau. Das überraschte sie nun doch und sie hob anerkennend ihre fein geschwungenen Brauen. "Was hält Sie denn davon ab Ihre alte Heimat zu besuchen, Victor? Ich muss ja gestehen, ich würde auch gerne einmal nach Moskau reisen. Und dann mit der transsibirischen Eisenbahn weiter... Ich stelle mir das im Winter herrlich vor, so durch die verschneite Landschaft zu fahren in diesem Zug."

Dann musste sie allerdings lachen, ehe sie ihren Begleiter vergnügt und mit einem frechen Funkeln in den Augen angrinste. "Sie können wirklich schön interpretieren... Aber gut... Ich komme wirklich nicht hier aus Leipzig. Meine Heimatstadt ist Trier in Rheinland-Pfalz. Und was mich nach Leipzig verschlagen hat... die Arbeit." Uuuh, geheimnisvoll! "Ich bin dran. Und was hat Sie nach Leipzig geführt?"
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Re: Eine Promenade in den Promenaden [Offen]

Postby Victor von Creuzberg » 08 Nov 2014, 14:59

„Oh mein Gott“ Er lachte auf als Miriam ihm all die möglichen Optionen für ein Geschenk vorschlug. „Jetzt verwirren Sie mich ja vollends!“ Es war keinerlei Vorwurf in der Stimme sondern lediglich Amüsiertheit. „Na gut vielleicht versuchen wir es mal bei diesem Juwelier dort wenn er schon da ist. Je ehr ich dieses Detail erledigen kann, desto höher ist die Chance das ich bei dieser Aufgabe nicht völlig wahnsinnig werde.“ Der blonde Mann lachte noch einmal auf und zog Miriam sacht in die Richtung des Geschäftes bevor er wieder ein wenig ernster wurde.

„Nun was hält mich eigentlich davon ab nach Moskau zu fahren? Hmm im Grunde nichts aber nach dem Fall des Regimes wurde das Land umgewälzt und viele Dinge haben sich verändert. Vielleicht habe ich einfach nur die Befürchtung das zu viele Dinge anders sein werden und ich die Dinge die mir lieb und teuer waren nicht wiedererkenne. Ich bin mit mir selbst im Zwiespalt und und bis jetzt hat immer die Seite gewonnen, die mich dazu verführt hat meine Ungetrübten Erinnerungen nicht zu zerstören.“ All das waren simple Fakten, denn es gab keine Trauer in der Stimme. Darüber hinaus dachte der Ventrue war es recht praktisch, dass es so viele Regime gab die in Russland gefallen waren so musste er nicht einmal lügen.

„Naja aber jetzt bin ich erst einmal hier in Leipzig.“ Offensichtlich eine Feststellung der der Mann einiges abgewinnen konnte.Und auch ich bin hier wegen der Arbeit.“ Er überlegte kurz. „Obwohl zum Teil auch wegen der Familie. Diese Dinge lassen sich manchmal nicht so einfach trennen.“ Schließlich betraten sie den Juwelier und Miriam könnte merken, dass er ein wenig verloren aussah zwischen all den angebotenen Waren, sie aber schließlich anschaute und sagte. „Ich gehöre nun ganz Ihnen Miriam und vertraue auf Ihr Urteilsvermögen.“ Er zwinkerte verschmitzt.
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Re: Eine Promenade in den Promenaden [Offen]

Postby Miriam Emmerich » 10 Nov 2014, 10:34

Leise lachend tätschelte sie Victor's Unterarm, ehe sie ihn dann vergnügt anschmunzelte. "Wenn man sich wirklich Mühe geben will ist es halt etwas schwieriger, ein geeignetes Geschenk für einen seiner Lieben zu finden..." Noch immer schmunzelnd ließ Miriam sich von ihrem Begleiter zu dem nahen Juwelier ziehen. "Aber ich denke wirklich mit einem hübschen Anhänger können Sie nicht viel falsch machen."

Ihr Schmunzeln schwand etwas als auch Victor wieder ernster wurde und sie lauschte aufmerksam seinen Worten. "Nun, das verstehe ich. Wenn sich seit Ihres Aufenthaltes dort so viel verändert hat... Ich glaube, ich würde auch irgendwie nicht zurück gehen wollen. Mich an die schöne Zeit dort erinnern und ansonsten nach vorne sehen." Von welchem Regime Victor als Kainit ausging konnte Miriam ja nicht ahnen, immerhin sah er unglaublich menschlich gerade aus. Wohl menschlicher als so manch Lebender...

"Leipzig ist eine sehr schöne Stadt, auch wenn ich mich bei dem teilweise doch recht stark ausgeprägten, sächsischen Dialekt mit meinem verhältnismäßig akzentfreien Deutsch etwas... unwohl fühle. Je nachdem wie schnell die Anderen dann reden verstehe ich nicht immer alles..." Wieder musste sie kurz leise lachen und Miriam schenkte Victor dann ein freundlich-amüsiertes Lächeln.

Es war immer wieder lustig Männer in Schmuckgeschäften zu sehen wenn sie etwas für eine Frau besorgen sollten. Das Victor so verloren wirkte ließ das freche Stück doch glatt wieder einen Moment kichern, ehe sie ihm beruhigend eine Hand auf den Oberarm legte. Sanft führte sie ihn weg von den Ringen, hin zu den Kettenanhängern. "Also... Von einem Ring würde ich Ihnen abraten. Dazu müssten Sie die genaue Ringgröße Ihrer Tante kennen. Je nach Wert des Schmuckstücks lohnt sich zwar eine Erweiterung bzw. Verkleinerung, aber... den Stress muss man sich ja nicht machen. Bevor es jetzt allerdings an's Aussuchen geht müssten Sie mir noch sagen in welchem preislichen Rahmen wir uns bewegen. Immerhin möchte ich vermeiden, das sie mir hier noch Schnappatmung bekommen wenn ich etwas teurere Stücke vorschlage..." Sacht zwinkerte sie ihm zu und ließ den Blick dann über die Anhänger mit Edelsteinen schweifen.
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