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아스팔트 [Offen]


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Postby Tae » 25 Oct 2014, 13:56

[Anm.: Just a casual play, no rush. Thx.]

The stars will cry
The blackest tears tonight
And this is the moment that I live for
I can smell the ocean air
And here I am
Pouring my heart onto these rooftops
Just a ghost to the world
That's exactly
Exactly what I need


Mit einem leisen Klingeln fiel die Tür ins Schloss. Ein wenig, als würde der Übergang in eine andere Welt angedeutet. Es war ein melodischer Klang, fein und wohldefiniert. Im Grunde genau ein solcher Ton, wie man ihn bei einem Fachgeschäft für Musikinstrumente erwarten durfte. Ein Ausdruck einer anderen Weltansicht. Ein sensibles Zusammenspiel der Sinne, das in erster Linie all den Geräuschen zugetan war und sich diesen hinzugeben wusste. Flüchtig schlossen die Augen sich. Die Kühle der Nacht hatte den sehnigen Körper zurück, fraß gnadenlos an den dünnen Schichten aus Stoff, bis sie auf das Fleisch darunter traf. Das blasse Antlitz zeigte dennoch keine Regung. Eingerahmt von dem feinen Haar eines fulminanten Fellkragens, der Bestandteil eines im Verhältnis dazu eher schlichten Parkas war, schienen die Gesichtszüge plötzlich eingefroren. Nur ein Schritt, bis der Rücken gegen die Tür des Geschäftes fiel und die Gitarrentasche eingreifen musste, um das Instrument in ihrem Inneren vor jeglichem Schaden zu bewahren. Seinen Träger kümmerte dies nicht.

From up here the city lights burn
Like a thousand miles of fire
And I'm here to sing this anthem
Of our dying day


Die Zeit blieb stehen. Obwohl die Gestalt schon auf den ersten Blick zierlich, für Einzelne nahezu zerbrechlich anmutete, gaben die in ausgeblichenen, schwarzen Skinny-Jeans steckenden dürren Beine nicht nach. Einen unbändigen Willen symbolisierend, stemmten die Boots sich in den Boden, um sich auf den Beinen zu halten. Koste es, was es wolle. In aller Ruhe hob und sank der Brustkorb, mit jedem Atemzug das für die Jahreszeit viel zu sommerliche T-Shirt in Falten werfend. Erst nach einigen Minuten folgte ein einzelner Stoß der Arme, der die nötige Energie lieferte, um sich von den Geistern der Vergangenheit loszureißen. Die Zeit blieb schließlich für niemanden stehen.

For a second I wish the tide
Would swallow every inch of this city
As you gasp for air tonight
I'd scream this song right in your face
If you were here
I swear I won't miss a beat
Cause I never
Never have before


Die schmalen Silberketten klimperten, an den Handgelenken und dem Nacken. Liebkosten das kalte Fleisch, während die Kälte sich in ihrer Nähe sammelte und beißend ihre Klauen durch die Haut zu bohren drohte. Vergeblich. Die Drohung blieb unerhört. Die schmalen Augen blickten stur geradeaus, in die Ferne und jeder Schritt traf hart auf die Straße. Ein Stakkato der Entschlossenheit. Die Kapuze fiel, während die Rechte nach dem Herzen griff und den Stoff inmitten einer Faust, bei der die Knöchel weiß hervortraten, zu zerreißen drohte. Schmerz, der nicht Teil dieser Wirklichkeit war. Die makellosen Zähne knirschten ob des Drucks, als die Blicke einer Gruppe junger Mädchen nicht länger zu dem nunmehr fast schon Rennenden vorzudringen wussten. Die Gitarre musste weiteren Schmerz erdulden, als sie achtlos auf den Boden neben einer Bank in der Innenstadt landete und ihr Träger sich auf diese fallen ließ. Die Atmung hektisch, unregelmäßig …


From up here the city lights burn
Like a thousand miles of fire
And I'm here to sing this anthem
Of our dying day


Minuten vergingen, endlos lange Minuten. Erschöpfung, das Ergebnis der Flucht vor Erinnerungen, vor denen es kein Entkommen gab. Niemals geben würde. Doch – Keine Träne fiel, lediglich die Hände, solange bis die filigranen Finger den Asphalt fanden. Halt.

For a second I wish the tide
Would swallow every inch of this city
And you gasp for air tonight!!


Stille. Gekennzeichnet durch erzwungene Atemstöße – und Herztöne …

From up here the city lights burn
Like a thousand miles of fire
And I'm here to sing this anthem
Of our dying day


Story Of The Year - "Anthem Of Our Dying Day"
[Acoustic version]
왕관을 쓰려는자, 그무게를 견뎌라. The one trying to wear the crown, must bear it's weight.

"The scariest thing in the world? Money.
Even so - If there's no greed, then there's no fear."
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Re: 아스팔트 [Offen]

Postby Peter Mörsner » 29 Oct 2014, 09:20

FFZzzzzzzzzzz....
Keine Stille für Dich.
Aus einer nicht definierbaren Richtung dringt dieses aufdringliche leise Zischen an die Ohren, zurückgeworfen von den Fassaden der Schaufenster und eigenwilligen Konstruktionsweise der Innenstadt. Rhytmische Unterbrechungen ließen den Rückschluss zu das irgendwas den andauernden Geräuschfluss unterbrach oder steuerte.
Fzzzzz....
Mit lauteren, metallisch klackenden Geräuschen macht er dann deutlicher, unumwindbar deutlich auf sich aufmerksam. Seidig zischte er über den Boden heran, wie eine Zeitung, vom Wind getrieben... auf den schmalen vorsprüngen schleifend die sich ihm anboten... und einer davon war nu, die nächstgelegene Bank zum Musiker. Die Gestalt des sich kraftvoll bewegenden Malkavianers glitt die Bank hinauf, stößt sich mit erst einer, dann der anderen Hand ab und führt die Beine unter sich durch. Weiter. Geräuschmuster die dem sitzenden an die Ohren dringen lassen darauf schließen, das er diesen Move auch schon vorher gemacht hat, an anderen Bänken, vorher.
Das bedeutete im Klartext, das die Bank auf der sich dieser Musiker befand, in akuter Gefahr war, vom Peter berührt zu werden. Bald. Er kam nämlich schon rasant näher.

Jogginganzug, flatternd, mit silbernen Knöpfen das Bein herunter. Eine... Anzugjacke. Minimal mitgenommen, "fast" neu. Ein Rucksack, darüber, aus grauem Leinen. Keine großen Wunder und Überraschungen hier, nur... ein Verrückter auf Skates.
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Re: 아스팔트 [Offen]

Postby Tae » 30 Oct 2014, 21:02

Oh my God, I'm such a terrible mess. […]
I'm finding me out,
I'm having my doubts,
I'm losing the best of me.


Das Geräusch von Atemzügen, die sich zu beruhigen versuchten. Der schmale Brustkorb hob sich dennoch weiterhin deutlich, bevor er wieder und wieder zusammenfiel. Das Keuchen nahm stetig zu. Einem Asthmatiker, der kurz vor einem weiteren Anfall stand, alle Ehre machend. Es verdrängte alles, was in einem anderen Moment vielleicht an Bedeutung gewonnen hätte. Die schmalen Augen blieben somit vorerst geschlossen, während ein weiteres Geräusch die Stille zu verdrängen drohte. Ein Teil der anderen Realität? Wie ein Ertrinkender schnappten die blassen Lippen nach Luft, zwangen sie schmerzlich in die eigentlich leblosen Lungen. Es musste wehtun, in eigenverursachtem Schmerz enden und konnte den feinen Gesichtszügen doch nicht ihrem unverkennbaren Charme rauben. Ihr Spiel wirkte lebendig. Verschiedenste Emotionen flickerten über den Bildschirm, der vor so langer Zeit dazu verdammt worden war, der immer gleiche zu bleiben. Als könnte ein Betrachter sich nicht an ihm satt sehen? Der derzeitige Anblick jedenfalls war kaum mit jenem zu vergleichen, den der Erbe der Familie Park für gewöhnlich zu bieten bereit gewesen war. Keine Hemmungen, keine Kontrolle. Nur – Was?

We're all part of the same, sick little games,
And I need a get-away (get away)
I'm wasting my days, I throw them away,
Losing it all on these sick little games.


Der Andere näherte sich und die Frage fiel ihm zu, ob er wollte oder nicht. Es würde nicht mehr viel Zeit brauchen, um einander zum ersten Mal abseits der großen Bühne zu begegnen und die herrschende Distanz sich ins Nichts auflösen zu lassen. Gleißend hell. Träge unternahmen die Augen einen Versuch sich zu öffnen und ins Licht einer Straßenlaterne zu blinzeln. Schmale Schlitze, in denen sich Leere und jene Laszivität, die von einer gewissen Abwesenheit zeugte, die Ehre gaben. Als der Blick schließlich die Gestalt erfassen konnte oder auch musste, verzogen die Lippen sich zu einem Lächeln, während die Silberketten über den Asphalt streiften. Ein leises Klimpern und Klirren, als eine Augenbraue sich hob und der Mundwinkel ihr folgte. Was nun? Dem Schmerz mit Schmerz begegnen? Auf Körperkontakt setzen? Weder Anspannung noch bewusste Aktion, kein Muskel an dem sehnigen Körper rührte sich. Willkommen, im Hier und Jetzt.

[…] If I play my cards right I can make the big time,
I could be a reason to stare.
Caught up in the spotlight, shaking from the stage fright,
How did I end up here?

All Time Low - "Sick Little Games"
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Re: 아스팔트 [Offen]

Postby Peter Mörsner » 31 Oct 2014, 11:45

Die Zeitung war an einer Latene hängen geblieben und flatterte im Wind, sprichwörtlich. Natürlich gab es hier keine Laterne an der er hängen geblieben war... mehr traf die Erkenntnis das Gesicht des Peters um wen es sich dort vorne handelte. Ein Augenblick wie ein Wimpernschlag der die Komposition in einen völlig anderen Bildraum rückte.
Der Mann sieht irgendwie eine Winzigkeit zu bullig und massiv aus für die gleitenden Bewegungsmuster die er an die Nacht legte, die letzten Meter immer weiter verringernd die ihn vom Mann mit der Guitarre trennten. Je näher die verschiedenen Elemente rückten, konnte Tae am Gesicht des Malkavianers eine ganze Landkarte des Erkennens ausmachen, während die gierig saugenden blaublitzeAugen sich durch das gesamte Inventar fressen das Tae umgibt. Interesse, Erkennen, Freude - vielleicht über das Instrument? - und Vorsicht. Das ganze Endet mit dem Mittelpunkt der Landkarte, der Rose selbst. Wie er dort saß und blühte, pulsierte... beweglich war, trotz seiner Unsterblichkeit.

Lächelnd endet die Melodie aus Bewegung und Kurven darin, sich in Schlangenlinien nähernd drosselt sich die Geschwindigkeit und völlig ohne sein Zutun, spielt im Hintergrund seines Kopfes eine alte Frau auf einer Guitarre. Liebliche, getragene Töne, eine Serenade von Schubert. Klassisch.
Sie schlägt zwei Saiten an, er nur die eine. Im Stillstand ist er mit den Füßen nun, anderthalb Armeslängen vom Mann dort entfernt. Der Oberkörper neigt sich vor, trägt den Rest der Bewegung vorraus und in eine leichte Verneigung herein... sich linkisch daraus wieder aufrichtend, hätte es auch eine Ungeübtheit mit den Rollen unter seinen Füßen und Fliehkraft sein können, aber der feierlich freundliche Gesichtsausdruck lässt den Rückschluss nicht zu. Wie oft sah man auch schon einen toten, auf Rollen, im Schlusstakt einer fließenden Darbietung straucheln? Richtig.

Sekundenbruchteile in denen seine Gedanken jagen. Was war mit diesemhier... er wusste so gut wie nichts, eigentlich... garnichts über diesen. Und da er irgendwie schon komisch reingeplatzt war in sein dasein... überließ er das sprechen, erstmal dem. Denn das einzige was ihm gerade auf den Lippen lag war ein... "Hey Mann, alles klar?" und das gehörte nicht hierher. Vielleicht schon, aber noch nicht. Also bleibt das drin... und der Peter erstmal im Stillstand.
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Re: 아스팔트 [Offen]

Postby Tae » 31 Oct 2014, 19:38

Die schmal auslaufenden Augen wurden weit, bis sie fast schon ihre eigenwillige Form verloren und der Ton ihrer Iris, der im Licht an Zartbitterschokolade erinnerte, ihre Gänze auszufüllen drohte. Ein schwarzes Meer, das im Halbdunkel dabei war ohne Rücksicht Alles zu verschlingen. Das Erkennen erfolgte somit auf beiden Seiten, wenngleich der filigrane Körper weiterhin den Dienst verweigerte – oder unter der ihm auferlegten Qual an Ort und Stelle niedergerungen wurde. Kein Aufrichten, kein Ende der selbstzerstörerischen Atemzüge. Der Blick heftete sich lediglich auf den sich Nähernden, um ohne Eile oder Scham offen über dessen Gestalt zu wandern. So langsam, als unterläge er einem veränderten Bewusstseinszustand oder als rühre die Trägheit von der Trunkenheit des Augenblicks selbst. Das System schien sprunghaft, unergründlich und doch einem Muster zu folgen, denn das Ergebnis schien ein umfassendes Bild aller Details zu liefern. Es war sicherlich kein Zufall, als der Blick sich abschließend auf den Boden pinnte und die blassen Lippen zum Leben erwachten.

Ein bekanntermaßen mehr oder weniger unbekannter Verrückter auf Rollen, der sich in all den Straßen, die diese Stadt ihm zu bieten hatte, vergaß? Ein bekanntermaßen mehr oder weniger reicher Schönling auf einer Parkbank, der an all dem Luxus, den das Leben ihm zu bieten hatte, ertrank? Was für eine Szene. Eine Szene, über deren Charakter man am Ende nur lachen konnte? Der Brustkorb hob und senkte sich jedenfalls ein weiteres Mal, dieses Mal jedoch weil den Lippen tatsächlich ein Lachen entwich. Einem Husten nicht unähnlich, aber doch weitaus mitreißender aufgrund seiner jugendlichen Ausdrucksvielfalt. Nur im ersten Moment vielleicht überraschend, dann irgendwie einen Hauch zu ehrlich und trotzdem auf diese provokative Weise überaus charmant. Wie eine Leinwand, deren Perfektion man dann und wann eben einfach nur ruinieren wollte, um sie näher am Chaos des Lebens zu halten …

Die Augen stellten unvermittelt den Blickkontakt her, ein unerwarteter Sprung zurück vom Asphalt zu den Fenstern der Seele. Peter Mörsner – Die Lippen formten den Namen tonlos, umschlossen allerdings jede Silbe beinahe lasziv und überließen sie allem Augenschein nach nur ungern der Stille. Selbiges galt für die Begrüßung, die nach einem letzten erstickten, wie auch leisen Lachen durch ein schlichtes, wie auch seichtes Lächeln entsandt wurde. Dezente Gesten, aber effektiv und geschickt platziert?
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Re: 아스팔트 [Offen]

Postby Peter Mörsner » 03 Nov 2014, 15:26

Wenn es nach ihm gehen würde, umgäbe den Malkavianer gerade ein Summen und Ticken, ein surren und klicken. Aber es geht nicht nach ihm und so ist er und die ihn umgebende Welt still - wie in Reaktion auf Taes tonlose Worte. Das Lachen fand er witzig. Irgendwas daran, genau konnte er das nicht umschreiben. Aber wie wild sollte das schon werde - oh, ziemlich. Genau.
Die Beine leicht in die Knie gebeugt, macht er einen ruckartigen Schritt mit beiden Füßen gleichzeitig auf der Stelle. So steht er nun auf der vorderen Rolle hinten und der hinteren Rolle vorne, balanciert eine Sekunde... und wechselt dann die Füße durch, wie auch die Rollen. Der vordere Fuß nach hinten, die hintere Rolle nach oben, die vordere auf den Boden. Quasi einmal ausgetauscht, das ganze ergänzt durch die klassische
Tadaaaa Geste mit beiden Armen, offen nach links und rechts, die Handflächen nach vorn, die Finger gespreizt. Da bin ich. Surprise. Dats my name.
Gehts ihnen gut war gestorben, diesem hier gings gut genug. Nun galts rauszufinden wieso, vielleicht...

"Stör ich?"


War einfach gefragt, ne? Aber nachdem der Peter nach dieser Pose nun wieder in den Stillstand zurückkommt, also eine natürliche, gerade, fast ruhende Haltung, schaut er ernst. Neugierig, aber ernst.
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Re: 아스팔트 [Offen]

Postby Tae » 03 Nov 2014, 16:43

Die dunklen Augen funkeln und folgen dem Spiel. Ein Registrieren der feinen Gesten und den an sich rohen Bewegungen, dem Ergebnis der Zusammenkunft. Die Worte verloren sich, standen förmlich in der Luft, wie das ihnen folgende, bewusste Zurückhalten einer direkten Antwort. Schweigen. Ohne Scheu wurde in den Blick des Gegenübers eingetaucht, sich darin für einen Augenblick verloren. So tief, wie es eben zugelassen wurde. Das eigene Spiegelbild beiseite schiebend, die menschliche Fassade nach Rissen durchsuchend und Grenzen abtastend. Das Lächeln blieb das ewig Gleiche, in seiner Natur unerschütterlich und mit einer Intensität gesegnet, die aus dem Minimalismus der einzelnen Gesten geboren wurde. Der Kontrolle über das, was sich dem Auge des Betrachters präsentierte. Beinahe nebensächlich war schließlich ein Flüstern wahrzunehmen, das das Gehör ohne Eile streifte und jede Silbe mit der notwendigen Aufmerksamkeit bedachte.

Es gibt Nichts zu bereuen, Peter Mörsner.

In dieser Nacht? Für den Anderen, unter Umständen für die eigene Person? Fragen, die offen bleiben würden. Aber, wen kümmerte dies schon? Reue war in erster Linie ein Gefühl, ein Luxus, der den nach Vergebung Suchenden vorbehalten war. Ein Zucken durchlief die Muskeln des Koreaners, ließ die schmale Hüfte sich drehen und die Boots auf den Boden treffen, ehe die Beine sich streckten und die Knöchel sich überschlugen. Den effizienten Bewegungsfluss aufrechterhaltend, richtete der Oberkörper sich auf und deuteten die filigranen Finger beiläufig auf den Platz an der eigenen Seite. Das Silber klimperte. Flüchtig glitt der Blick an dem Anderen vorbei, zu einer Gruppe von Passanten und dem Mädchen in ihrem Schlepptau. Blutjung.

Noch nicht.

Eine Augenbraue hob sich, riss einen Mundwinkel mit sich und schenkte dem Gegenüber ein schräges Grinsen. Eine Nacht für Grenzgänger? Spitzfinigkeiten und Doppeldeutigkeiten? Ansichtssache. Sacht schob ein Fuß die Gitarrentasche beiseite, die kostbare Fracht sprichwörtlich mit den Füßen tretend. Aber – Was hatte die Welt schon zu bieten, wenn man auf Alles und Jeden Rücksicht nahm und sich in Vorsicht vergaß? Das, was man hatte, musste man auf die Art und Weise auskosten, die der Situation gerade angemessen erschien …
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Re: 아스팔트 [Offen]

Postby Peter Mörsner » 04 Nov 2014, 02:03

Der Peter gleiter voran als würde ihn ein unsichtbarer Windhauch treiben. Geschickt drosselt der Tae zugewandte Fuß die Geschindigkeit augenblicklich wieder und verteilt das Momentum anders... nur einen Wimpernschlag später würde der Malkavianer erschütterungsfrei neben ihm sitzen. Damit die Bewegung eine vollständige ist, dreht sich der Kopf doch ein Stück weiter und folgt einem Gedanken, der offensichtlich an einer... Passantengruppe verhaftet ist.
Ein jovales Lächeln erhellt das Gesicht und der kalte Mann wendet sich wieder Tae zu.
Wie war das wohl...

"Sind Sie so... wild heute?"
Wo immer die Gedanken des Malkavianers hingeeilt waren, irgendwas großartes muss dabei gewesen sein. Er hockt da so still, seinem Gegenüber zugewandt... und verströmt dennoch die Energie, als wäre er noch auf den Rollen in Bewegung. Die Hände reiben kurz aneinander als würden sie ein Pülverchen verteilen und dann der Luft geben. Tun sie aber nicht, so aus der nähe betrachtet.
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Re: 아스팔트 [Offen]

Postby Tae » 04 Nov 2014, 09:45

Das Mädchen ging, folgte ihren Eltern oder Großeltern, allerdings nicht ohne einen letzten Blick zurückzuwerfen. Ihr lockiges Haar zeichnete die Bewegung nach und die Augen wurden weit. Nur ein einfacher Blick oder eine Manifestation von dem, was sie ihrem Leben zuliebe tun sollte, und dem, was sie in den dunkleren Stunden jenes Lebens tun wollte? Wie dem auch sei, ihre Schritte hielten sie fern von den dunklen Augen und beschleunigten sich, als habe ihr Instinkt die Oberhand gewonnen. Eine gute, menschliche und doch berechenbare Entscheidung. Die Augenbraue fiel und das Grinsen auf den Lippen des Koreaners verlor sich, wurde von der Andeutung eines Lächelns ohne Mühe beiseitegeschoben. Seicht fiel das Haupt, als würde es versuchen dem Weg der Passanten ein kleines Stück weiter zu folgen, wenngleich die schmalen Augen ihre Aufmerksamkeit längst wieder dem Anderen an ihrer Seite widmeten. Zuerst nur aus dem Augenwinkel, bis sich mit einem Ruck das jugendliche Antlitz ihm zuwandte. Von Angesicht zu Angesicht?

In anderen Nächten ist meine Person nicht – wild?

Wieder hob sich eine Augenbraue, zerstörte den formvollendeten Verlauf des perfekten Paares, zu dessen Komponente sie von Geburt an verdammt worden war. Die Worte hatten monoton geklungen, nahezu analytisch, als gäbe es nicht den geringsten Grund an der Intention dahinter zu zweifeln. So aufrichtig, wie es dem Erben der Familie Park eben möglich war? Eine Schulter hob und senkte sich, zuckte ein einziges Mal. Eine Geste, die irgendwie einsam und verloren, im gleichen Atemzug jedoch auffordernd und bewusst, wirkte … Komplex, wenn man so wollte?
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Re: 아스팔트 [Offen]

Postby Peter Mörsner » 04 Nov 2014, 12:38

"Keine Ahnung, sogut kennen wir uns nicht. Aber am End, liegts ja bei Ihnen... so im großen Ganzen."

Für einen Moment bauen sich Sätze hinter der Stirn auf, warum dieser hier wild sein konnte mit seinen Augen und seinem Aussenhen und so... und seinem Instrument, hier auf der Gass. Und seinem Sein und seinem schaun, seinem tun und seinem lassen - aber was wusste er davon schon. Nie genug, jetzt irgendwas belangloses daherzuschwafeln... konnte man seine Zeit, auch hübsch anders aufbringen. Schmunzelnd schiebt er das Geplapper hinter den Augen beiseite und entscheidet sich zu etwas anderem, nur um festzustellen... das die Welt noch garnicht soviel weiter gekommen war, wie die Fülle des Redeschwalls im Unsichtbaren ihn hatte denken lassen.
Sacht legt sich der Kopf in die Schräge und versucht irgendetwas... zu improvisieren... um die Lücke zu füllen, von der er irgendwie nicht ganz sicher ist, ob sie Stunden, Minuten oder Herzschläge gedauert hat.
Ohgott.
Dieserhier hatte Herzschlag!!
Wie von allein hatten sich seine Sinne verschärft und eine Fülle von Gerüchen, Farbverläufen und Kleinstgeräuschen an seine Wahrnehmung herangetragen... es gab eigentlich nichts was er direkt wissen wollte, aber gut. Es erklärte ihm auch warum die Zeit soviel langsamer zu vergehen schien, es gab so viel mehr zu entdecken. Auch an seinem Gegenüber.
Dieser konnte vielleicht die minimale Verklärung im Blick von Peter ausmachen, die Unstetigkeit die mitsamt dieser Diskrepanz einherging. Andererseits konnte er sich glücklich schätzen nicht gerade live dabei zu sein, wie der Malkavianer den Rhytmus des Herzschlags mitsummte... denn das vergrub er hastig tief im Innern.
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