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März/Trümmerwelten


Re: März/Trümmerwelten

Postby Ashina » 08 Apr 2014, 13:37

Ich bin in ihr...durch ihre Augen bin ich in sie geglitten und laufe, rolle, strecke mich wohlig in ihrem Dschungel...da, gleich da an dem See, der sich mir so selten offenbart und dessen Wasser süßer als Leben sein müssen...reiner als ein Kinderherz und freier als der Wind.

"Ja.." sage ich mit unbewegten Lippen in ihren Worten schwingend und schaffe es...so einfach manchmal...ich schaffe es mich aus zu blenden in diesem Kuss...unter ihren Lippen nur Gefühl zu sein...innige, weiche, vollkommene Berührung...wie die seidige Haut einer schwerelosen Hand, die sich auf den ersten Schnee ablegt und dabei jeden einzelnen Stern ertasten kann...in seiner Struktur, seiner Einzigartigkeit, seiner Flüchtigkeit. Ich bin jetzt nur ihre Berührung...nur das...doch...doch so ein Moment ist kurz und Gefühle...sie gleichen einer Welle und können ihre individuelle Gestallt nicht bewahren.

Sie nimmt ihre Lippen wieder mit und ich nehme mich wieder auf...sammle mich ebenso mühelos wie ich mich verlassen habe und lächle, so leicht, so flüchtig zu ihren verträumten Worten...zu den Worten, die mir so viel von ihr verraten...zu den Worten, die sie so fern tragen und so nah an mich dran.

"Es ist nicht richtig, das das was wir überstehen, was wir...überleben unsere Seelen stark macht. Es ist nicht richtig, das Risse und Kratzer, das Wunden und Krusten uns stärken. Ein Panzer ist keine Stärke. Kälte ist keine Stärke...doch...doch hilft das alles stark zu erscheinen...zu Bluffen...zu lügen."

Ich gleite aus ihrem Blick und lasse meine Hand ebenso der ihren Entkommen und greife mit zartem Nachdruck in die Erde und halte fest diese Hand voll Leben, die ich hoch hebe an mein Gesicht und an der ich rieche, die Luft einsaugend.

"Ich habe nicht gelernt auf diese Weise zu Bluffen. Ich hatte keine Gelegenheit dazu...war zu sehr damit beschäftigt an zu nehmen...zu verstehen...zu akzeptieren. Mir so nah. Dies war die einzige Möglichkeit zu...Sein. Und jetzt...spüre ich, wie stark mich das, was ich immer zu meiden versucht habe, erreicht, erfasst hat. Die Unterwelt in mir, meine Julia...meine wunderbare Sonne...das Tier in mir will Rache. Es will Rache für die langen...langen Jahrzehnte...es krallt sich fest und brüllt ohne Geduld...es will, das ich endlich den einen Schritt gehe, der mich in seinem Sinne weiter führen wird. Es flüstert mir zu...und das was er sagt, klingt so richtig...so wahr."

Meine Hand entlässt die Erde, lässt sie von meinen Fingern hinab fallen und mein Blick legt sich auf Julia...auf diesen fernen Dschungel voller Leben, während mein warmer Glanz sich in Schlieren verwischt...sich in dem dunklen Braun verliert.
...Mögest du klug werden und nie vergessen, nie verzeihen und nie verharren.
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Re: März/Trümmerwelten

Postby Julia Richter » 14 Apr 2014, 12:51

Ich stehe auf, elegant erhebe ich mich von dem Boden, streiche dabei mit meinen Handflächen die Erde vom Stoff meiner Kleidung. Mein Dschungel ist so Grün, so tief, so voller Leben und er liegt auf ihr, auf meinem Mond. „Komm mit mir…“ flüstere ich. Und im Klang meiner Stimme schwingt es mit, das Leben. Ich betrachte sie ruhig, die schlieren im Glanz ihrer Augen. „Ich hatte Angst die Kontrolle zu verlieren, Angst in dieser Welt gefangen zu bleiben. Ich habe Zeit und Atem verschwendet und mich zu Tode gedacht.“ Mein Kopf stellt sich leicht schräg und meine Aufmerksam liegt ungebrochen auf ihr. „Geboren wurde ich ohne diese Angst.“ Ich lächle leicht.

Ein Lächeln, welches mich nach außen trägt und aus dem dichten Blätterwald kommt sie hervor. Ich, schwarzes Fell, welches mit den Schatten der Bäume verschmilzt. Augen so golden, wie die Sonne. Und ein Körper so kraftvoll und geschmeidig. „Ich denke mit meinem Herzen und bewege mich mit meinem Kopf.“ Ich öffne meinen Mund und beiße mir sanft auf die Unterlippe, während ich sie nicht aus meinem Blick entlasse.Ich stand wieder vor dieser Tür, verwirrt über das Gefühl was ich dachte. Verwirrt über das Gefühl was so echt ist. Ich war bereit meine Seele zu verkaufen, doch er würdigte sie nicht mal eines Bissens. Er flüsterte nur so weiter entfernt … komm mit mir …“

Ich strecke meine Hand nach ihr aus, meine schlanken zarten Finger und halte sie ihr hin. „Komm mit mir …“ Und ich lächle noch immer, mit meinem so offenen Blick, meinen so offenen Urwald, die goldenen Augen vor dem blauen See. „ich habe das Bedürfnis mich zu bewegen …“ Meine Stimme noch immer kaum mehr als ein Glockenspiel im Wind „und habe Lust mich heute Abend mit dir zu verlieren.“
"Some people just need a high-five.
In the Face.
With a chair."
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Re: März/Trümmerwelten

Postby Ashina » 16 Apr 2014, 11:20

Ich blicke sie an...keine Sekunde will ich aus ihrem Blick weichen, keine Sekunde...weil Sekunden zu Minuten werden können...weil Minuten zu Stunden und Stunden zu Tagen werden können....weil dieses Weichen, dieses sie jetzt verlassen...ihren Blick verlassen etwas...beenden wird, das ich nicht beenden...nicht beenden will. Und weil ich...weil ich immer schon zu denen gehört hab, die nicht tatsächlich akzeptieren...nie einfach so. Egal was ich sage und vorgebe...will ich diesen Moment nicht beenden. Nein.

Und so...so blicke ich hoch zu ihr, zu diesem geschäftstüchtigen Ensemble, das sie trägt...zu diesen glanzvoll grünen Augen, die mich einsaugen...zu diesem Wesen...der Gangrel, die mir ihre weiche Hand reicht. Weich...und doch...darin, darunter die tödlichen Krallen verborgen und denke...denke an scharfe Fänge...ich denke an diese Krallen, die mir das Leib zerfetzen...ich denke an diese wilden Augen, die das Leben so mühelos vorgeben können...ich denke schwarze Schlieren...und...während meine Hand sich in ihre legt...fühle ich so vieles...nicht.

Jetzt...könnte mein Herz einen schnellen Sprung machen...jetzt könnte mein Atem sich rascher bewegen, den Brustkorb deutlich anheben...mein Mund könnte jetzt trocken werden...etwas brennen der Hals und flau...in Wellen schwingen, könnte meine Mitte jetzt...meine Haut könnte sich röten...sich leicht erzitternd aufrichten die Härchen...ein Lächeln könnte auf sacht bebenden Lippen tanzen...wenn...wenn ich leben würde. Doch das tue ich nicht. Und so...stehe ich auf, stehe auf meinen toten Beinen, mit meiner toten Hand in der ihren und lege den Kopf leicht seitlich sie...tief forschend ansehend...meine Julia...und selbst zwischen den Bildern mich wiegend.

"Verlieren..." sage ich und lege meine Hand, die freie, an ihre Schläfe und fahre nur sacht, kaum berührend die Knochen ihres Gesichtes nach "...wo ich versuche mich zu finden...mich mit dir verlieren..." Mein Daumen fährt über ihre Lippen...kaum berührend...so wie man etwas kostbares nicht einfach so...antastet und leise...so leise meine Stimme "...mit dir...meine Sehnsucht...mein Traumbild...meine Verlockung...komme ich und gehe ich, wie Ebbe und Flut..."

Und ich lächle so leicht....nur auf den Lippen, als ich meine Hand in ihren Nacken schiebe und sie küsse...vielleicht...fester als ich es vor hatte...inniger als ich es dachte...ich weiß es nicht...denn ich denke ja an alles was ich nicht fühle...und diese Gedanken...sind...rein...wie früher...wie ein Bergwasserquell...und schwingen doch...in diesen schwarzen Schlieren...

"Ja." sage ich und das Wort....das schönste Wort, das ich kenne...ist brüchig zwischen unseren Lippen...
...Mögest du klug werden und nie vergessen, nie verzeihen und nie verharren.
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