Street Basketball – [Offen]


Street Basketball – [Offen]

Postby Amber White » 28 Aug 2015, 11:24

Wer in den USA kennt es nicht. Basketball, eine Ballsportart, die meist in der Halle betrieben wird und bei der zwei Mannschaften versuchen, einen Ball in den jeweils gegnerischen Korb zu werfen. Einen Korb der in gut 3 Meter Höhe angebracht ist. Ich sage extra „meist in der Halle“, weil es natürlich auch genügen Plätze draußen gibt. Eigentlich kann man überall spielen, so lange man nur einen Korb und einen Ball hat. Aber ich befinde mich gerade auf einem dieser typischen Plätze, unter freiem Himmel. Umzingelt von hohen Wohnblocks, direkt an der Straße. Eine Brücke verläuft parallel zur Straße und das Rattern der vorbeifahrenden Züge wiederholt sich in regelmäßigen Abständen.

Die Wände, die das Spielfeld einrahmen sind mit kunstvollen und weniger begabten Graffitis beschmiert. Es ist ein asphaltiertes Spielfeld mit den zwei Körben und es sind sogar noch die Markierungen auf dem Feld zu sehen. Es ist sauber, kein Müll liegt darauf, denn heute Nacht wird hier gespielt. 4 Teams a 3 Leuten spielen gegeneinander. 3 gegen 3 wird aber nur auf einen Korb gespielt. Offenbar absichtlich so gewählt, damit die ganzen Zuschauer auch einen Platz zum Zuschauen finden.

Die Zuschauer sind durchgehend junge Leute, Heranwachsende, so Anfang Mitte zwanzig. Sie tragen meistens weite Kleidung, Baggy Pants und Hoodies sowie die obligatorischen Caps sind hier durchaus angesagt. Passend dazu dröhnt Hip Hop aus den Boxen der aufgestellten Anlage. Einige Besucher tragen auch Waffen bei sich, Handfeuerwaffen oder ähnliches in der Größe. Es bedarf kein geübtes Auge um diese zu erkennen, da sie offen zur Schau gestellt werden. Es sind keine auffälligen Gang taggeds zu sehen, dennoch bilden sich natürlich die entsprechenden Grüppchen. Die Stimmung ist aber nicht aggressiv, sondern eher entspannt und gelöst, alle sind hier um ein wenig Basketball zu sehen.

Ich habe mich unter die Besucher gemischt. Ich passe ziemlich gut ins Bild, mit meiner weiten schwarzen Baggy Pants. Meinem dunkelblauen Kapuzenpullover mit Reisverschluss, der mir eine Nummer zu groß scheint und die schwarzen Sneakers. Die weite Kapuze habe ich mir über den Kopf gezogen, so dass mein Gesicht in den Schatten liegt und auch mein langes blondes Haar unter ihr verborgen wird. Ein schwarzes und schlichtes Halstuch liegt um meinen Hals und meine Hände stecken in schwarzen Lederhandschuhen. Diese habe ich wiederum in den Taschen des Pullovers vergraben. Die Besucher konsumieren mitgebrachten Alkohol und Drogen und feuern lautstark ihre Favoriten an.

Auch ich habe ein favorisiertes Team. Das einzige, in dem eine Frau mitspielt. Sie ist nicht besonders hübsch oder groß. Aber sie ist ziemlich athletisch und hat ein unglaubliches Ballgefühl. Ich mag es, wie der Schweiß auf ihrer Haut glitzert und sich ihre einzelnen Muskelpartien unter ihrer Haut bewegen. Ich atme einmal tief ein und kann ihre Anstrengung fast auf meiner Zunge spüren, vermischt sich mit dem Geruch von Schweiß, Alkohol, Tabak und Drogen. Dazu der hämmernde Beat der Musik und das Johlen der Menge.

Sie hat gerade ihren Gegenspieler mit einer Körpertäuschung ausgetrickst und setzt mit schnellen Schritten auf den Korb zu. Ein weiterer Gegenspieler wendet sich ihr zu und vernachlässigt dadurch die Deckung eines ihrer Mitspieler. Der Typ der sich vor sie aufbaut überragt sie sicher um zwei bis drei Köpfe und reißt die Arme vor ihr hoch, als sie einen Pass antäuscht. Doch sie wirft knapp an seinem Oberkörper vorbei zu ihrem Mitspieler, der den Pass locker fängt und dazu ansetzt den Ball in den Korb zu versenken. Wenn er denn an den beiden, hinzugeeilten, Gegenspielern vorbei kommen sollte …
Chaos isn't a pit.
Chaos is a ladder.
User avatar
Amber White
 
Posts: 183
Joined: 19 May 2015, 14:24


Re: Street Basketball – [Offen]

Postby Othello » 29 Aug 2015, 09:42

Es gab einen weiteren Beobachter, den man allerdings nicht als Zuschauer im klassischen Sinne bezeichnen konnte. Normalerweise betrachteten Zuschauer das Spiel nämlich vom Rand des Spielfelds aus und waren nicht "mitten drin, statt nur dabei". Ein seltsamer Zufall, dass seit einigen Minuten etwas nicht mit rechten Dingen zuging. Bälle, die eigentlich schnurgerade von oben durch den Ring hätten fallen sollen, prallten doch noch vom Rand des Korbs ab und sprangen ins Feld zurück. Und Bälle, die mit voller Wucht die Rückplatte trafen, glitten daraufhin unerwartet sanft in den Korb hinein - entgegen der phyikalischen Gesetze. Ein Mal, als der Ball knapp über den Korb flog, sprang er so hart zurück, dass er über den das Spielfeld umgebenden Zaun sprang und ein Zuschauer musste ihn zurückholen. Dabei hatte niemand gesehen, wie er die Rückplatte berührt hatte.

Manche hielten es für Pech, andere vermuteten Manipulation, doch da dieses seltsame Verhalten alle Bälle betraf, egal wie häufig man sie auswechselte, und da es sich völlig willkürlich verhielt und nicht zugunsten einer bestimmten Mannschaft, war es schwierig, konkrete Verdächtigungen zu haben.

Niemand ahnte etwas von der schwarz gekleideten Gestalt, die oben auf der Rückplatte saß, ihre Beine über den Korb baumeln ließ und dann und wann einen zurück kickte, in Richtung Korb schob oder zwischen die Knöchel nahm und in die Luft warf. Oder... kaum jemand.
There is no monster more dangerous than a lack of compassion.
- Master Splinter, Teenage Mutant Ninja Turtles
User avatar
Othello
Gehenna-Überlebender
 
Posts: 371
Joined: 22 Apr 2015, 18:47


Re: Street Basketball – [Offen]

Postby Baker » 31 Aug 2015, 11:40

Die Nacht war für diese Jahreszeit recht lau, Baker schlenderte parallel zur Hochbahn die Straße hinunter. Er war in Gedanken, beschäftigte sich mit den Nächten die da kommen mochten, so viele Verwicklungen und Erkenntnisse die das Unleben erst interessant machten. Baker war zu Fuß unterwegs, sehr casual gekleidet in Jeans, sandfarbene Militaryboots und schwarzem Longsleeve, unterwegs um ein besseres Gefühl für die Straßen der Stadt und aktuelles Bild der Szene zu bekommen. Als er die Menge um das Spielfeld bemerkte blieb er stehen und beobachtete die Szenerie zunächst aus der Ferne, als weißer Mann in den Dreißigern würde er in der Menge auffallen. Als geübter Beobachter erkennt er die üblichen bewaffneten Kleinkriminellen in der Menge ebenso, wie jene unterpriviligierten Jugendlichen die auf dem besten Weg dahin sind und doch ist die Stimmung ausgelassen, sie alle sind wegen des Spiel hier. Ein interessantes Phämomen der Straßenkultur.
"Power resides where men believe it resides. It's a trick, a shadow on the wall. And a very small man can cast a very large shadow."
User avatar
Baker
 
Posts: 425
Joined: 11 May 2015, 09:39


Return to Board index

Return to Chicago C1 - Nights after Gehenna

Who is online

Users browsing this forum: No registered users and 0 guests