Late at Night... [offen]


Re: Late at Night... [offen]

Postby Joshua Callahan » 17 May 2015, 20:54

Er schmunzelte, als sie sich drehte, sie sich ihm so präsentierte und überließ sich mit ihr gemeinsam der Musik, ohne sich an ihrer Wahl des Ortes mittendrin zu stören. Als kümmerten ihn die Blicke anderer nicht oder als wüsste er, dass er eine halbwegs vernünftige Figur machte. Als wüsste er, dass sie beide, so ungleich sie scheinen mochten, letzten Endes nur ein kleiner Teil in dem Geflecht aus Menschen, Gesprächen und Bewegung waren, das hier verwoben und spätestens im Morgengrauen wieder gelöst werden würde. Ein Teil, der sich letzten Endes einfügen würde, ohne bleibenden Eindruck zu hinterlassen, selbst wenn sie jetzt ein wenig Aufmerksamkeit erregen mochten. Weise, sich auf seine Partnerin und sich selbst zu konzentrieren.

Konnte sie wirklich so viel Glück - oder Pech - gehabt haben, einfach nur den netten Jungen von nebenan erwischt zu haben, der sich hin und wieder in einer Bar blicken liess, um sich zu amüsieren? Sah man davon ab, dass er keinen Hehl daraus machte, dass sie ihm gefiel und ihr zumindest bis hierhin recht furchtlos die Stirn geboten hatte wusste er sich zu benehmen, tatschte sie nicht ungefragt an oder wurde anderweitig zudringlich, hielt den Abstand ein, den sie bestimmt hatte. Gut erzogen oder gebranntes Kind, vielleicht auch einfach neugierig, wer die ungewöhnliche Schöne war, die ihn angesprochen hatte, auch er machte das hier offensichtlich nicht zum ersten Mal und er hatte Spaß dabei.

Lächelnd und doch mit wachsamen Blick beugte er sich ein klein wenig vor, als sie sich auf die Zehenspitzen stellte und legte ihr seinerseits seine freie Hand auf die Hüfte, synchronisierte so fast beiläufig ihre Bewegungen. Er griff nicht wirklich zu, sie könnte sich ihm mit einer kleinen Bewegung mühelos entziehen, dennoch war die Berührung deutlich und bestimmt. Mochte es auf den ersten Blick so wirken, als gebe sie das Tempo vor, wusste er doch scheinbar genau, was er wollte. So könnte er sie von sich schieben, an sich ziehen, wonach immer ihm war.

So anständig, so unverbindlich eben noch, einfach nur ein bisschen Spaß und jetzt doch ein Signal nach außen, Besitzanspruch? Finger weg, jetzt bin ich dran? Deutlich für Männer wie Frauen. Ein immergleiches Spiel.

Sein Lächeln wurde breiter, als sie sprach und er wandte den Kopf ein klein wenig, um nun seinerseits zu sprechen, dicht an ihrem Ohr.


"Zu dir, zu mir oder hier, Sweetheart?"

Was den Ball nun irgendwie doch zu ihr zurückspielte. Und ähnlich viel offen liess wie bei ihr. Ein Rückzieher sah irgendwie anders aus.
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Re: Late at Night... [offen]

Postby Candace Reed Harper » 18 May 2015, 10:46

Sie war hier und dort. Ihr Körper nur einen Griff weit entfernt, der sich jedoch wie eine Meile anfühlen konnte. Immer dann, wenn ihre belebten Gesichtszüge breit waren seinen Augen einen Streich zu spielen. Und, Gott – Sie waren mehr als bereit seine Geduld auf die Probe zu stellen und ihre Grenzen auszutesten. Vielleicht war es gerader der Eindruck den netten Jungen von nebenan erwischt zu haben, der sie dazu brachte? Nein, nicht vielleicht. Ganz sicher. Es konnte einen Mann zweifelsfrei um den Verstand bringen, wenn er sich auf dieses Spiel einließ ohne die Regeln zu kennen. Wer allerdings in diesen Zeiten, in diesem Alter, kannte die Regeln nicht?

Die Hand auf ihrer Hüfte wurde mit einem Wimpernaufschlag begrüßt, der auch ohne Make-up und einzig in Begleitung des angehobenen Mundwinkels zu überzeugen wusste. Das, was sie unter dem weichen Baumwollstoff des Longsleeve fühlte, war ein Hüftknochen, der aus den trainierten Bauchmuskeln keinen Hehl machte. Tätowiert, wie man es in der Stadt immer wieder einmal sah? Wohl kaum. Zu unschuldig, zu verdammt unschuldig. Ihre Hand zumindest lag federleicht auf seiner Schulter, als fürchte sie sich vor dem, was sich unter dem Stoff und hinter einer tatsächlichen Berührung verbarg.

Sie waren sich nah. Gemessen an der Zeit, die sie miteinander verbrachten hatten, vielleicht sogar einen winzigen Schritt zu nah. Das lange Haar, einzig von dem geliehenen Cap aus dem Gesicht gehalten, roch nach Pfirsichen und Zimt. Kein Parfüm, das den natürlichen Duft erstickte. Würde es eine ganze Hand voller Brüder geben, die breit waren auf ihn Jagd zu machen, wenn Tränen über ihre Wangen liefen? Würde ihr Daddy mit der Schrotflinte auf ihn schießen, wenn er sah wo seine Hand sich befand? Möglich, wenn da nicht dieses Funkeln in ihren Augen gewesen wäre. Dieser Hauch des Ungezähmten, des in das Risiko verliebten und mit dem Feuer spielenden.


Mh-hm. Dass er keinen Rückzieher machte entriss ihren Lippen ein weiteres vergnügtes Auflachen, das ihren Worten den nötigen Schwung verlieh, um das Gerücht Schlagfertigkeit gäbe es auf dem Land nicht zu widerlegen.Und was gibt es bei dir, was es weder bei mir noch hier gibt?Ihr Blick wirkte neugierig, wie über die Maßen empört ob der Anspielung hinter seinen Worten. Letzteres war allerdings eindeutig gespielt, da sie sich keine Mühe gab ihr im Anschluss auftauchendes Grinsen zu kaschieren. Was es bei ihr gab, das wusste sie schließlich. Was es hier gab, nun das hatte sie an diesem Abend herausgefunden. Wer Joshua war würde sich zeigen…
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Re: Late at Night... [offen]

Postby Joshua Callahan » 18 May 2015, 13:41

"Hmm."

Er schien ernsthaft darüber nachzudenken, was es denn nun sein könnte, was es bei ihm gab aber weder bei ihr noch hier. Scheinbar gedankenversunken bewegte er sich weiter mit ihr im Takt des ruhigen Songs und zog sie dabei ein wenig dichter zu sich. Ein Leichtes mit seiner Hand auf ihrer Hüfte. Doch immer noch könnte sie sich ihm leicht entziehen, blieben die Finger seiner anderen Hand locker mit den ihren verschränkt. Druck schien seine Sache nicht zu sein. Er machte einen Wunsch deutlich und überließ es ihr zu reagieren.

Oder er glaubte daran, dass ein Mann, der seine Tochter mit der Schrotflinte verteidigen würde, kein schwaches Mädchen erzog. Ein Mann, der so etwas tat, brachte seiner Tochter auch bei, wie man ein Gewehr benutzte. Und dann wäre zu viel Druck doch genau das Falsche. Wer glaubte schon, dass sich Feuer oder Sturm bezwingen ließen? Vielleicht spielte er auch einfach nur gern dieses Spiel mit ihr. Angst hatte jedenfalls keine. Ob er nun an so einen Vater glaube oder nicht.

Doch es behielt etwas Unverbindliches, auch jetzt. Spass, ja. Nur zu gerne. Aber er wäre kaum beleidigt, sollte es an dieser Stelle nicht weitergehen.

Als er wieder sprach, berührte seine jetzt am Abend raue Wange ihr Gesicht, kurz nur.


"Realistisch gesehen müsste ich jetzt sagen, keine Ahnung, da ich nicht weiß, was es bei dir so gibt. Du könntest schließlich deine Fußböden mit Gold gepflastert haben oder zwanzig weiße Kaninchen in der Küche halten. Mit beiden kann ich nicht dienen."

Er lachte leise, sprach dicht an ihrem Ohr weiter, damit sie ihn mühelos verstehen konnte. Atmete tief ein.

"Das klingt aber irgendwie profan, finde ich. Also würde ich sagen..." er gab seiner Stimme einen leicht übertriebenen, geheimnisvollen Unterton, der das Schmunzeln nicht ganz verbergen konnte, sie konnte sein Grinsen förmlich spüren, wenn auch nicht sehen. "...macht es nicht viel mehr Spaß, wenn wir das gemeinsam herausfinden?"

Er spielte das Spiel, amüsierte sich über die allzu offensichtlichen Mechanismen desselben, und er hatte offensichtlich Spaß dabei. War weiterhin neugierig, was da noch kommen mochte. Wen er sich da eingefangen hatte.
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Re: Late at Night... [offen]

Postby Candace Reed Harper » 18 May 2015, 16:48

Die Ernsthaftigkeit, mit der er über ihre Frage nachdachte, brachte sie zum Strahlen. Zum ersten Mal war das Grinsen sogar so breit, dass ihre Lippen sich öffneten und ihre Zähne im Halbdunkel zu sehen waren. In der Unkontrolliertheit der Geste fand sich etwas Unverfälschtes. Ob es nun ihre Absicht gewesen war oder nicht, aber allem Anschein nach bereitete die Begegnung ihr Spaß. Dem Wunsch nach Nähe wurde allerdings nicht sogleich nachgegeben, sondern mit der wohl schon zu erwartenden Sturheit begegnet. Die, die einfach zu haben war, verlor so schnell ihren Reiz, wie der, der einfach aufgab? Erst nachdem es schon fast so ausgesehen haben mochte, als würde eine unsichtbare Grenze die beiden Körper trennen, schoben ihre Boots sich doch ein weiteres Stück vor. Ein Schubs in den Rücken hätte die schlanke jetzt Gestalt direkt in Joshua’s Arme befördern können, aber – Wer glaubte schon an Wunder?

Wären sie allein gewesen, fernab der Geräuschkulisse, so hätte sie es vielleicht hören können. Das leise Kratzen seines Bartschattens, der über ihre glatte Haut strich. An diesem Ort jedoch, da konnte sie es nur spüren. Einen Sekundenbruchteil nur schlossen sich ihre Augen, ehe seine Worte sie unvermittelt groß werden ließen. Gold und Kaninchen? Für wen genau hielt er sie? Hätten Milch und Kekse es nicht auch getan? Mit einer hochgezogenen Augenbraue, die zu einem für ihn kaum sichtbaren Stirnrunzeln führte, ließ sie seine Worte einen Atemzug im Raum stehen, bis ihr leises Lachen sein Gehör streifte. Viel zu schnell verstummte es allerdings wieder, doch nur um die Bühne für den Südstaatenakzent zu räumen. Etwas derart Gepflegtes und Geliebtes war schließlich seiner gesamten Aufmerksamkeit wert, nicht?


Wenn du das sagst, Darlin‘. Du hast es so gewollt? Er konnte ihren Atem auf der Haut spüren, als wären ihre Lippen drauf und dran einen Kuss in seinem Nacken zu platzieren. Nichts dergleichen geschah aber, als hätte die Unschuld vom Lande nie im Leben daran gedacht. Dann liegt es wohl an uns herauszufinden, ob man hier dasselbe unter Spaß versteht wie im tiefen Süden.Dort, wo es sowieso am Schönsten, Besten, Tollsten und Spaßigsten war? Mit einem schrägen Lächeln, das einen Jungen in Schwierigkeiten gebracht, aber einem Mann eine gesunde Mischung aus Spaß und Ärger versprach, lehnte sie sich zurück, bis man sich wieder in die Augen sah.

Nur kurz nickte sie in die Richtung des Eigentümers des NFL Caps, dessen Augen kurze Zeit später die ihren fanden. Verdammt. Ob nun aus Sorge um sein Eigentum oder in der Hoffnung es als Gelegenheit für einen zweiten Anlauf zu nutzen, war schwer zu sagen, aber immerhin schien die kleine Rothaarige an seiner Seite nicht besonders auf Football zu stehen. Mürrisch stellte sie sich in seinen Weg. Eine Chance? Mit einem Zwinkern drehte ihr Körper sich in Richtung Ausgang und wurde Joshua ein weiteres Mal dazu gezwungen sich ihrem Tempo anzupassen, sofern er dies überhaupt ein weiteres Mal zuließ. Ganz offensichtlich dachte sie nicht einmal im Traum daran sich wieder von dem Cap zu trennen, wo es ihr doch ohnehin so viel besser stand - und der Kerl sie ohne zu fragen ganz dreist betatscht hatte.

Oh, wie dieses kleine bisschen Ärger die Augen zum Funkeln brachte. Home, sweet home …
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Re: Late at Night... [offen]

Postby Joshua Callahan » 18 May 2015, 20:54

Milch und Kekse? Zu gewöhnlich. Und dieser Abend versprach, alles andere als gewöhnlich zu werden. Zumindest ihm liefen nicht unbedingt tägliche derartige Südstaatenschönheiten über den Weg, die auch noch schlagfertig waren und wussten was sie wollten. Mal was anderes als das übliche Make-up, die eingeübten Sätze, das wohlkalkulierte Dekolleté. So eine Bar war gut für ein bisschen Ablenkung vom Alltag, aber große Überraschungen erwartete er hier üblicherweise nicht.

Und nein, ein Wunder geschah nicht. Niemand fiel ihr in den Rücken und trieb sie in die Arme ihrer neuen Eroberung, denn eigentlich achtete gerade niemand so wirklich auf sie. Und selbst wenn, irgendwie beschlich einen der Eindruck, dann würde er sie nur an den Schultern fassen und wieder sorgfältig auf die Füße stellen. Selbst ist der Mann! Und so schien ihn auch ihre Gegenwehr eher zu gefallen denn zu entmutigen, glaubte man seinem schwachen Lächeln. Als habe er nichts anderes erwartet, als hätte es ihn eher enttäuscht, hätte sie sich ihm an den Hals geworfen. Aber so ein Tanz bestand eben auch daraus, Grenzen zu testen, mit dem Feuer zu spielen und das Risiko einzugehen, sich zu verbrennen.

Noch einmal holte er tief Luft, dicht an ihrem Hals, mit halb geschlossenen Augen, als gefiele ihm ihr Duft, die Pfirsiche und der Zimt. Süß und herb, ein Spiegelbild ihrer Persönlichkeit? So wie ihr Lächeln Spaß und Ärger zugleich verhiess? Er war für beides zu haben und die Kombination brachte doch manchmal erst die richtige Würze. Er schmunzelte, als sie sich zurücklehnte und erwiderte ihren Blick ohne mit der Wimper zu zucken. Auch seine Hand blieb erst einmal noch dort, wo sie war.

Er lachte leise, als sie ihn fortzog und schloss dann zu ihr auf, eine ruhige, kraftvolle Präsenz an ihrer Seite, trotz des kleinen Spielchens, das sie spielten. Das Opfer ihres kleinen Raubzuges würdigte er nur einen kurzen Blickes. Nicht seine Angelegenheit. Und selbst wenn er sich seinen Besitz zurückholen wollte, er war sich ziemlich sicher, Candace könnte für sich selber sorgen und brauchte keinen Instant Helden, der für sie eintrat.

Candace. Candy. Er verkniff es sich, sie so zu nennen, auch wenn es irgendwie auf Hand lag, besser auf der Zunge. Das hatte sie vermutlich schon öfter gehört als ihr lieb war und dürfte reichlich abgenutzt sein.


"Es sieht stark danach aus."

In seinen Augen stand ein subtiles Leuchten, Vorfreude vielleicht.

"Ich war nie da, aber im Zweifelsfall....kann ich ein gelehriger Schüler sein."

Ein schiefes Grinsen, das sagte, dass er dazu im Zweifelsfall eine eigene Meinung haben würde. Und auch, dass sie erneut die Führung übernommen hatte schien ihn nicht zu stören. Immerhin hatte er eine Wahl. Und sollte es wirklich zu ihm gehen...müsste er früher oder später vorgehen.
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Re: Late at Night... [offen]

Postby Candace Reed Harper » 20 May 2015, 11:23

Sie spielte dieses Spiel und Joshua spielte mit. Ob es schon immer so gewesen war? Man konnte sich zweifelsfrei vorstellen, wie eine jüngere Version von ihr eine dieser entlegenen Landstraßen entlangrannte. Das Stolpern, das Wiederaufstehen und Staub abklopfen. Die Wangen gerötet von der Anstrengung, die mit der Strecke bis zum nächsten Haus einherging. Das Leuchten der Augen, als sie in der Ferne endlich die Umrisse einer anderen Gestalt ausmachten. Das Ergreifen einer Hand, um gemeinsam irgendwo in den Feldern zu verschwinden. In dem unendlich weiten Abenteuerland unterzutauchen, das später mit dem Auto unsicher gemacht wurde, so wie das Auto selbst unsicher gemacht wurde. Lange musste es her sein, aber – Sagte man nicht, dass manche Dinge sich nie änderten? Etwas, an das man bei ihrem Anblick glauben wollte.

„Hey, Kleines! Warte mal“, bat der, auf den sie an diesem Abend ganz offensichtlich nicht warten wollte. Der, der zwar eine Versuchung gewesen war und dem sie trotzdem aus irgendeinem Grund hatte widerstehen können. Vielleicht erinnerte er an einen Exfreund, einen Bruder oder einen Sandkastenfreund? Jemanden mit dem man Pferde stehlen konnte, aber dessen Hand sie ohne Zögern wieder losgelassen hatte? Jemanden, von dem man sich im Streit getrennt hatte? Es war nicht fair, aber man(n) würde darüber hinwegkommen …

Sie blieb nicht stehen. Auch bei Joshua’s Worten nicht. Er konnte ein gelehriger Schüler sein?
Oh, also der Gedanke gefällt mir.Ihr freches Grinsen sprach Bände, wenngleich er es unter Umständen nicht sehen konnte. Wie eine Schlange trieb ihre freie Hand vor ihnen her, um den gewählten Weg anzuzeigen. Ihr Griff war locker, als würde es noch immer an Joshua allein liegen darüber zu entscheiden, ob er folgen wollte oder nicht. Lange Schritte und kurze Schritte wechselten sich derweil immer wieder ab, ohne dass sie ein einziges Mal über ihre Schulter sah. Erst als sie eine weitere Gruppe am Ausgang passiert hatten, denen zumindest ein Lächeln und eine gemurmelte Entschuldigung zugeworfen worden war, stoppten ihre Schritte. So plötzlich, das es kein Wunder gewesen wäre, wenn ihr Begleiter aufgelaufen wäre? Mit der Spitze eines Boots ungeduldig auf den Asphalt tippend, sprang ihr Blick von links und nach rechts. Ehe sie sich fliegenden Haares umwandte und Joshua wieder in die Augen sah …

Ich gebe es nur ungern zu, - Und bei den zusammengekniffenen Augenbrauen und selbstironischen Zug um ihre Lippen, glaubte man es ihr tatsächlich, dass es ihr nicht besonders gefiel das Folgende einzugestehen. Aber ich habe keine Ahnung, wo es langgeht, Darlin‘.Zu dumm aber auch, wo es gerade so gut … lief?
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Re: Late at Night... [offen]

Postby Joshua Callahan » 20 May 2015, 17:44

Ja, eigentlich...eigentlich müsste er doch jetzt vor sie treten, der nette Junge von Nebenan, so wie es sich gehörte, so wie man eben gut erzogen worden war. Gut - oder altmodisch. Müsste er sich vor sie stellen und sie verteidigen und sagen, sie habe kein Interesse, er solle sie in Ruhe lassen und nicht weiter belästigen, die Dame hätte entschieden zu gehen. Das 'mit mir' würde dabei gepflegt unter den Tisch fallen, ließe das doch auf reinen Eigennutz schliessen. Der andere würde das auch so verstehen, Den helden und Beschützer geben. Sich den Abend verdienen und den konkurrenten in die Schranken weisen. Das Mädchen beeindrucken.

Uneigentlich jedoch...uneigentlich ignorierte er es auch jetzt, folgte ihr hinaus. Manns genug, sie das selber klären zu lassen, sollte doch noch etwas zu klären sein, interessiert an ihr und was sie vielleicht tun würde, nicht an Angeberei. Oder eben doch nicht der nette Junge von Nebenan. Nicht, dass sie besonders hilfsbedürftig wirkte. Und warum untergraben, was den Abend bisher so interessant machte.


Er lief nicht in sie hinein. Stattdessen machte er einen kleinen Schritt zur Seite und erschien so neben ihr, immer noch fest auf beiden Füßen, in einer fließenden Bewegung. Fast, als habe er mit ihrem Stop gerechnet. Oder er hatte einfach gute Reaktionen. Lediglich sein Arm streifte den ihren, als er nun so dicht bei ihr stand, um nicht ihr zwar auszuweichen, dafür aber in den nächsten hineinzurennen.

"Ja, das denke ich mir, Sweetheart."

Er schmunzelte ein wenig hintergründig dabei, so dass offen blieb, auf was genau er sich bezog. Auf ihre Begeisterung ob seiner angedrohten Talente oder auf die Tatsache, dass es ihr nicht gefiel, in welche Richtung es nun gehen sollte. Sein Lächeln vertiefte sich, erreichte seien Augen, während er sie nun noch einmal musterte, sie einzuschätzen schien, wie sie nun dort stand, mit zusammengezogenen Brauen und ein wenig missgestimmt.

Back and forth...ein Hin und Her, so lief es ab, wenn man sich auf Augenhöhe begegnete - begegnen wollte. Er musste gewusst haben, dass dieser Moment kommen würde, wenn sie den Plan nicht änderte. Dass er die Führung übernehmen würde und hatte gelassen gewartet. Bisher wollte das gängige Schema noch nicht so recht passen.

Und doch nutzte er es nicht aus. Die Finger einer Hand immer noch locker mit ihren verschränkt, hob er die andere und wies mit einer leichten Verbeugung nach rechts, ohne sie allzu lange zappeln zu lassen.


"Bitte hier entlang."

Ohne Spott, spielerisch, mehr nicht. Ob es dort nun direkt nach Hause ging, zum Auto oder ins nächste Gebüsch liess er dabei zunächst einmal offen. Wobei ein Gebüsch mangels nennenswerter Vegetation zunächst einmal eindeutig ausfiel. Sollte sie es zulassen, würde er sie in die entsprechende Richtung führen, immer noch seine Hand in ihrer, jedoch ohne mehr Körperkontakt zu suchen. Zumindest bisher.

Wer also war Joshua und was wollte er eigentlich? Und was wollte diese unbestritten interessante Südstaatenschönheit mit dem einprägsamen Akzent von ihm? War er wirklich so zurückhaltend oder wissen, wann und ob sie den nächsten Schritt ging? Ob sie auch bereit war, sich eventuell die Finger zu verbrennen? Wie sie gedachte sein Interesse wachzuhalten?

Draussen sahen sich ein paar Leute nach ihnen um und musterten sie. Ein wenig neugierig. Vielleicht erwarteten sie den nächsten Aufruhr, nachdem er vor einiger Zeit schon für ein wenig Unterhaltung gesorgt hatte, wenn auch unfreiwllig.
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Re: Late at Night... [offen]

Postby Candace Reed Harper » 20 May 2015, 23:14

Was mochte in ihrem Kopf vorgehen? Die grauen Augen jedenfalls schienen weder zu zucken wenn Ärger in der Luft lag, noch wenn der nette Junge aus der Nachbarschaft ihre Hand hielt. Das Lächeln war so lebendig, wie der von dem ständigen Spiel der Muskeln angetriebene Körper. Keine Minute stand sie still, obwohl sie sich nicht von der Stelle bewegte. Es war, als stünde sie unter Strom. Das passive Verhalten ihres Begleiters ergänzte in dieser Hinsicht ihre Aktivität nur allzu gut, vielleicht gar eine Nuance zu gut. Manchmal war Etwas eben einfach zu gut, um wahr zu sein. Sie allerdings machte sich allem Anschein nach keinerlei Gedanken darüber, sondern ließ ihren Blick seelenruhig von Joshua zurück zum Eingang wandern.

Eilig hatte sie es dennoch nicht. Warum auch? Wäre sie nicht in der Lage gewesen dieses Spiel zu beenden, dann hätte sie sicherlich nicht damit angefangen. Und sich dabei auf Andere zu verlassen, das war nicht wirklich ihr Stil. Sein Schmunzeln nahm sie nur aus den Augenwinkeln wahr, aber das reichte schon aus um ihn seinerseits ihre hochgezogenen Mundwinkel sehen zu lassen. ‚Ach, du denkst‘? Der Klassiker. Auch wenn die Worte nicht über ihre Lippen kamen, so standen sie ihr doch irgendwie ins Gesicht geschrieben. Damit war man dann wohl wieder quitt. Nach wie vor schien sie von ihrem Begleiter irgendwie angetan, als stünde sie auf diese kleinen Schlagabtausche mit ihm. Am Ende nahm man sich wohl nichts …

In der Nähe des Eingangs wurde es lauter und in ihren Augen funkelte es. Neugierig wurde der ein oder andere Blick aufgegriffen, sowie das ein oder andere Grinsen mit einem ebensolchen beantwortet. Mal frech und mal amüsiert. Wer hätte schon gedacht, dass so ein kleines bisschen Ärger in der Stadt schon für Aufsehen sorgt? Zuhause mit Sicherheit niemand. Als Joshua sich verbeugte, konnte er sich ihrer Aufmerksamkeit dennoch sicher sein. Mit der Zunge schnalzend ließ sie ihre Augen der Bewegung folgen, ehe sie sich wieder in Bewegung setzte. Endlich.


Meinetwegen.Ob sie die Bemerkung auf den anhaltenden Kontakt ihrer Hände bezog oder die Richtungsangabe blieb offen, was wohl kein Zufall sein konnte. Jedenfalls marschierten ihre Boots auch weiterhin brav an seiner Seite, während ihre Finger sich nicht lösten. Es musste einfach naiv wirken, wie das Mädchen vom Lande dem Fremden aus der Bar folgte. Auch im Halbdunkel fand sich keinerlei Anzeichen dafür, dass sie ihrem neuen ‚Freund‘, von dem sie gerade einmal so viel wie seinen Vornamen wusste, misstraute. Zumindest solange, bis ihr Südstaatenakzent unvermittelt die Geräusche ihrer Schritte in den Hintergrund stellte.Machst du so was hier“, die Finger ihrer freien Hand deuteten einmal beiläufig von ihr zu ihm und wieder zurück, „eigentlich öfters?

Die Frage hätte die Stimmung sicherlich killen können, aber das hätte irgendeine Serienkiller-Theorie ebenfalls. Vor allem dann, wenn sie in diesem Tonfall gefallen wäre. Dieser entspannte Tonfall, der deutlich machte, dass es keine Antwort mehr gab, die ein eigentlich einst christlich erzogenes Mädchen noch hätte schockieren können. Wie seltsam. Leben und leben lassen, huh? Und zuckten ihre Mundwinkel etwa?
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Re: Late at Night... [offen]

Postby Joshua Callahan » 21 May 2015, 10:59

Sie könnte ihm immer noch jederzeitig die Finger entziehen, da er immer noch nicht fest zugegriffen hatte. So allerdings die ganze Zeit den Kontakt zu halten, bei dem Gedränge und dem Hin und Her mochte schon als Leistung gelten und bewies eine gewisse Körperbeherrschung. Wahlweise auch einen echten Willen, die einmal ins Auge gefasste Beute nicht mehr entkommen zu lassen. Wobei man dann doch etwas mehr Zudringlichkeit erwarten sollte oder nicht? Vielleicht wollte er sie auch einfach nur in Sicherheit wiegen.

Als sie auf dem Weg ein letztes kleines Trüppchen Leute passierten, zeigte einer der Männer Joshua mit einem Grinsen den erhobenen Daumen, was die Frau neben ihm dazu brachte, ihn auf den Hinterkopf zu schlagen, halb amüsiert, halb besorgt sah sie dabei aus. Joshua schmunzelte nur kurz und führte sie weiter. Ziemlich bequem wirkende, ausgetretene Sneaker fielen in einen leisen Schritt neben ihrem Boots ein. Und so schnell wie er seine Aufmerksamkeit den Leuten dort zugewandt hatte, so schnell war sie wieder bei ihr, während sie das Licht und den Lärm der Bar hinter sich ließen und die Straße ruhiger und dunkler wurde.

Ihr wissender Blick brachte ihn zu einem kurzen, unterdrückten Auflachen. Ja, er dachte. Sogar mit dem dafür vorgesehenen Körperteil. Tatsächlich. Wer hätte das gedacht? Sie bekam ein amüsiertes Nicken auf diesen Blick hin. Gesehen. Verstanden. Auf in die nächste Runde.

Ruhig ging er neben ihr her. Er schien einer dieser Typen zu sein, bei denen man sich auch im Dunkeln sicher fühlte. Nicht unbedingt, weil man vor ihm selber sicher wäre, aber immerhin vor dem Rest der Welt. Als habe er eine gewisse Energie in sich, nicht so offensichtlich wie die ihre, die nach außen drängte, aber dennoch vorhanden. Sorgfältig gezügelt. Nicht zuletzt manifestiert in seiner äußeren Erscheinung.

Sie gaben sicherlich ein hübsches Paar ab so und wer würde schon vermuten, dass sie sich kaum kannten? Ein Schelm, der böses dabei denkt. Während sie so liefen teile er seine Aufmerksamkeit zwischen ihr und ihrer Umgebung. In der Farbe seiner Augen hatte sie sich nicht getäuscht, die schienen sich wirklich nicht so recht zwischen grün und braun entscheiden zu können.

Beiläufig hatte er seine Schrittlänge mit der ihren in Einklang gebracht und schwieg. Erst als sie die Frage aller Fragen stellte lachte er leise.


"Wenn ich jetzt sage, ja, bin ich dann ein toller Kerl oder erbärmlich?"

Aus dem Lachen wurde ein leichtes Schmunzeln.

"Aber nein, ich mache das nicht allzu oft."

Sprach das nun für oder gegen sie?

"Was ist mit dir? Und..."

Eindeutig eine zweite Frage, während er sich ihr zuwandte und sacht mit den Fingerspitzen an das Cap tippte, das sie immer noch trug.

"Holst du dir immer deinen Preis?"

Also hatte er wirklich alles beobachtet und war sich auch nicht zu schade, es offen zuzugeben.
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Re: Late at Night... [offen]

Postby Candace Reed Harper » 21 May 2015, 13:35

Ihr Schrittmaß war bemessen, aber die Schritte selbst energisch. Forsch sogar, wenn man so weit gehen wollte. Jedenfalls war es kein Schlendern, bei dem sie ihren Hüftschwung hätte ausspielen können, was sie da an seiner Seite vorlegte. Andererseits hatte sie es auch nicht wirklich eilig. Es blieben somit wohl nur zwei Gründe, die ihr Verhalten erklärten. Entweder sie war einfach jemand, der vor Arbeit das Trödeln verlernt hatte oder aber sie konnte nicht anders, weil sie schon immer einfach dorthin ging, wohin sie gerade wollte. Vorwärts. Wie oft die Spitzen ihrer Boots dabei schon in Ärger geraten waren, sodass sie ihren Weg neuüberdenken musste, blieb der Vorstellungskraft des Gegenübers überlassen. Mehr als einmal, ganz sicher.

Interessiert folgte ihr Blick der kleinen Gruppe, sowie dem Schlagabtausch zwischen den Männern, der abschließend von der Frau auf eine neue Ebene gebracht wurde. Ihr Körper drehte sich sogar, um ihnen zwei Schritte rückwärtslaufend noch eine Weile zuzusehen. Amüsiert, wenn man das Lächeln auf ihren Lippen richtig zu deuten wusste. Nach wie vor war von Sorge und Misstrauen keine Spur in ihrem Verhalten zu finden. Vielmehr wirkte es, als würden all diese kleinen Eigenheiten der Stadt und ihrer Bewohner sie ausgezeichnet unterhalten. Für den Moment zumindest. Die Farbe ihrer Augen, das so aussagekräftige wie bodenständige Grau, das im Kontrast zu dem lebhaften Farbspiel ihres Begleiters stand, schien ein Sinnbild für den Ort zu sein, der ihr Herz tatsächlich zum Rasen brachte. Der rote Staub, der sie von Kopf bis Fuß gefärbt hatte …

Das Licht der Straßenlaternen reichte zwar aus, um die Umrisse der Umgebung zu erhellen, aber ein junges Mädchen wiegte es kaum in Sicherheit. Insbesondere dann, wenn sie sich an der Seite eines Fremden weiter und weiter vom Leben entfernte. Ihre Schritte waren dennoch beschwingt und das Lächeln tanzte förmlich über ihren Lippen bei seinen Worten. Hatte sie etwa Grübchen? Nein, keine Grübchen. Nur Lachfalten, die ausreichten um die weichen und weiblichen Züge ihres Gesichtes zu betonen. All das, was ihre Finger dazu hätte bringen sollen die seinen zu umschließen. Halt an ihm und Nähe zu ihm zu suchen, und doch war ihr gerade scheinbar nicht danach.

Seine Fragen entlockten ihr dann aber doch ein Lachen, bei dem sie ihm spielerisch mit der Schulter einen Schubs gab.
Das kommt ganz darauf an, Darlin‘, wie du das sagst.Nachdem sie ihr Gleichgewicht wiedergefunden hatte, wandte sie sich ihm ein Stück weit zu, während sie ihre Hände noch einige Schritte in der Luft seicht hin- und herschwingen ließ. Sie ließ sich mit ihrer Antwort offenbar Zeit, ehe sie tief und hörbar einatmete und dann den Kopf energisch schüttelte. Nicht allzu oft?Wieder dieses Grinsen, das irgendwie nicht recht einzuordnen war.Das Eine jedenfalls bei Weitem öfter als das Andere.Wer hätte das gedacht?

Zum ersten Mal an diesem Abend geriet ihr Lächeln ins Wanken, weil sie ganz offensichtlich nach den richtigen Worten suchte und sie nicht fand. Ein eigentlich peinlicher Moment, wenn es nicht um die Wahrheit gegangen wäre. Das, was gewesen war. Nicht das, was schön gewesen wäre. Nach einigen Metern zuckten ihre Schultern schließlich.
Wer steht nicht auf die NFL?Ein Zwinkern, ehe sie den Zeigefinger ihrer freien Hand hob und damit bei jeder der nächsten Silben tippte.Und Menschen haben keinen Preis, sondern einen Wert. Ich nehme mir also nur das, was mir zusteht, und gebe nur das, was Andere sich entweder rechtmäßig verdient haben oder nötiger brauchen könnten.

Die Worte hätten ernst oder geheuchelt klingen können, doch ihr Lächeln war mit ihrem schweren Akzent zurückgekehrt. Wie schon zuvor verlieh es ihr etwas Ehrliches, als wollte sie tatsächlich an all diese schönen Worte glauben.
Und warum gerät ein netter Kerl in Schwierigkeiten - Eine Frage, die so treffend ihre Situation beschrieben hätte, wenn sie nicht nach einer winzigen Atempause noch einige Worte angefügt hätte.- Wegen der Süßen eines Anderen?Natürlich nicht wegen ihr, die das Ganze nur ganz unschuldig über das Geschwätz Dritter mitverfolgt hatte …
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