Frozen [Mittelschicht – West Town; Clara/Munir/Offen]


Re: Frozen [Mittelschicht – West Town; Clara/Munir/Offen]

Postby Clara de Vries » 13 Mar 2016, 11:43

Ja das war so eine Sache mit dem Körperkontakt. Dem einen schien es nichts auszumachen, dem anderen missfiel diese Nähe deutlich mehr und wieder andere, hatten den Zugang zu damit einhergehenden Emotionen, die in erster Linie wohl aus Zuneigung und Sympathie bestanden, mittlerweile gänzlich verloren. Wie weit sie sich auch von ihrem ursprünglichen, sterblichen Selbst entfernt haben mochte; ganz offensichtlich genoss sie all diese kleinen Gefühle und Regungen an sich und auch an anderen Personen in hohem Maße. Das Verkrampfen seiner Muskeln, die daraus resultierende Anspannung und die im Anschluss ällmähliche Entspannung selbiger, zauberten ihr ein kleines, wissendes Lächeln auf die vollen Lippen. Nein, sie würde ihn sicher nicht so schnell loslassen, dafür empfand sie ihre aktuelle Postion an seiner Schulter, wohl als zu anschmiegsam und gemütlich. Es hatte schon auch was, da jemanden zu haben an den man sich nicht nur sprichtwörtlich anlehnen konnte. Jemand der einem Halt geben konnte und sei es nur, um nicht doch unerwartet auf einer plötzlich auftauchenden Eisplatte auszurutschen. Von denen gab es ja heute abend immerhin reichlich.

Ganz offensichtlich war es auch seine Unschlüssigkeit und Unsicherheit, die sie ein Stück weit in Verzückung versetzte. Da war er ganz ohne Zweifel, so ein zäher und erfahrener Kämpfer, der sich vermutlich mit mehreren Gegnern auf einmal messen konnte und dabei stets die Oberhand hatte, einen kühlen Kopf bewahrte und die richtigen Entscheidungen traf und dennoch... dennoch war da eine zierliche Frau an seiner Seite, deren Verhalten er nicht nachvollziehen konnte und die ihm nur wenig Handlungsspielraum ermöglichte. Zumindest wenn er von der altbekannten Gewalt einmal absah und sich stattdessen auf das Spiel der trauten Zweisamkeit einließ. Gänzlich unerforschtes Neuland oder womöglich bereits so lange her, das die Erinnerungen an derlei Dinge bereits kümmerlich verblasst waren. Die verschwommene Fussnote in einer niemals endenden Existenz. Trotzdem lächelte Clara versöhnlich. Weil er so ganz und gar unbeholfen wirkte und nicht recht zu wissen schien, was er mit diesem weiblichen 'Irgendwas' an seiner Seite, anfangen sollte und keine rechte Antwort auf ihre Fragen wusste. Nicht einmal schlagfertiger Sarkasmus oder triefende Ironie wollte ihm gelingen. Ihre Hand tätschelte erneut sachte seine Schulter. Die in dicke Winterkleidung eingehüllte Dame, sieht charmant darüber hinweg, will ihn offensichtlich nicht noch weiter in Verlegenheit bringen auch wenn die Versuchung groß sein mochte. Stattdessen greift sie seine Ausführung zu seiner Vergangenheit, mit einem respektablen Nicken wieder auf.

"Du warst also beim Schwert? Faszinierend." Offenbar schien sie das nicht wirklich zu erschüttern oder zumindest nicht in diesem Ausmaß, wie man vielleicht erwartet hätte. Schließlich käme nun zu seiner offensichtlichen, physischen Überlegenheit, auch noch eine gänzlich neue 'Bedrohung' hinzu. Dennoch war da lediglich ihre anhaltende Neugier, die sich abermals in ihren grünen Augen widerspiegelte. "Ich war in der Camarilla ja, allerdings nicht besonders lange. Du weißt ja wie das ist, man bleibt im Grunde dort hängen, wo einen der eigene Erzeuger haben will. Ich habe den Elfenbeinturm nur kurzweilig kennen gelernt, bevor all diese System und Fraktionen, mit einem Mal zusammenbrachen. Eine Möglichkeit meinen eigenen Platz zu finden oder ihn mir gar aussuchen zu können, blieb mir bisher leider verwehrt aber gut...." Sie lächelte. "Was nicht ist, kann ja noch werden. Ich orientiere mich gerade ein bisschen neu. Vom Sabbat kenne ich nur die eher typischen Berichte: Hirnlose, barbarische und grenzenlos unmenschliche Fanatiker aber wie immer sind das nur einseitge Gruselgeschichten. Man sollte sich immer selbst ein Bild machen finde ich. Bisher wirkst du nicht gerade wie ein Monster." Ein leichtes Zwinkern ihrer Augen, bevor sie fortfuhr. Es schien ihr tatsächlich nichts auszumachen; rein äußerlich.

"Willst du wieder dahin zurück? Ich habe Gerüchte gehört, wonach sich das Schwert in Chicago neu formiert. Gleiches gilt für die Camarilla. Es scheint als ob wir alle in einer Endlosschleife hängen geblieben wären. Verdammt dazu auf ewig den gleichen Systemen zu huldigen. Naja, es gibt da noch den alten Critias und einige Unabhängige aber ob das der Weisheit letzter Schluss sein wird?" Sie ließ die Frage offen im Raum stehen.
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Re: Frozen [Mittelschicht – West Town; Clara/Munir/Offen]

Postby Munir Andara » 13 Mar 2016, 19:17

Seine Hand formte mithilfe seines Stiftes weitere Worte auf dem Block. Im Grunde musste er ihn ihr nicht einmal mehr in die Hand drücken, von ihrer jetzigen Position konnte sie mehr als gut mitlesen, was er schrieb. Ganz offensichtlich schwang in ihm ein gewisses Unwohlsein mit- wohl aufgrund der Gesellschaftsschicht, in der er sich bewegte oder gar ihr? Je weiter sie sich jedoch von der Gesellschaft hinter sich auf dem Eis entfernten und die Musik leiser wurde, desto wohler schien er sich zu fühlen. Hier wähnte er sich wieder, zumindest halbwegs, in seinem Element, abseits der Menschen, in der Dunkelheit. Auch wenn die Nacht von den hellen Sternen, dem Mond am hellen Himmel und den regelmäßig auftauchenden Straßenlaternen erleuchtet wurde und somit alles andere als durchdringend war.

Das Schwert, der Sabbat, wie auch immer du sie nennen magst.
Und du kennst mich nicht. Vielleicht bin ich ja ein hirnloser, barbarischer und grenzenlos unmenschlicher Fanatiker? Oder vielleicht war ich es?

Das Grinsen, das er bei diesen Zeilen zeigte, wirkte schon fast süffisant.

Ich weiß nicht, ob du dir tatsächlich persönlich gerne ein Bild von dem normalen Sabbatanhänger machen wölltest. Was, wenn du auf einen stößt, der nicht mit sich reden lässt? Da könntest du auch gleich in die Slums gehen, ohne Maske oder Begleitung. Ich kann dir da gerne ein paar Viertel zeigen.

Der Spott schwand aus seinem Gesicht, in es trat kalter Ernst.

Nein, ich will nicht dahin zurück. Und mich interessieren nur wenig die Machtspielereien von Ahnen. Mich interessiert mehr die Unabhängigkeit, die ich seit einiger Zeit genießen konnte. Und diese sollte in den Slums auch nicht allzu sehr bedroht sein, denke ich. Wie sieht es bei dir aus? Wieder Camarilla?

Dabei trat die Kälte in seinen Augen etwas zurück. Er ließ keine Wärme zu, wirkte ihr gegenüber jedoch nicht abgeneigt, sein Gesicht war fast ausdruckslos, nur sein linker Mundwinkel hatte sich um eine Nuance gehoben, die dunklen Augen blieben unergründlich.
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Re: Frozen [Mittelschicht – West Town; Clara/Munir/Offen]

Postby Clara de Vries » 14 Mar 2016, 12:46

Im Grunde konnte man ihren Spaziergang, auch als mathematisches ‚Wohlfühl-Gegen-Modell‘ in Kurvenform darstellen. Je näher sie den bunten Lichtern, lachenden Menschen, musikalischen Untermalungen und wohlriechenden Düften sterblicher Nahrung war, desto wohler und entspannter wirkte die hübsche Frau an seiner Seite. Je weiter sie sich davon entfernten und je spärlicher beleuchtet die Umgebung wurde, desto intensiver wurde ihr Bedürfnis nach körperlicher Nähe und Zuwendung. Das wurde auch bereits schon daran deutlich, dass ihre Blicke gelegentlich von seinem Schreibblock über die vereisten Pfade und kahlen Bäume wanderten. Suchend, einschätzend und unsicher, wirkten ihre grünen Augen da. Und vielleicht lag es zusätzlich auch an ihrem aktuellen Gesprächsthema, das sich ja irgendwie um Sekten, Fraktionen und Loyalitäten zu drehen schien. Sie hatte keine Angst gezeigt, als er ihr seine letzte Zugehörigkeit offenbart hatte aber vielleicht… vielleicht wurde diese Tatsache, mit dem langsam dahinschwindenden Licht immer präsenter für sie. So als müsse man sich bei all der trauten Zweisamkeit, dennoch vor Augen führen, dass man mit dem Teufel verkehrte. Wie immer man ihre enger werdende Körperhaltung und ihre wandernden Blicke aber auch deuten mochte, nach außen hin versuchte sie sich rein gar nichts anmerken zu lassen. Claras Grinsen blieb weiterhin aufrecht und bewies eine kompromisslose Schlagfertigkeit.

„Oh, du kennst mich ebenfalls nicht. Vielleicht fahre ich ja total auf die hirnlosen, barbarischen und grenzenlos unmenschlichen Fanatiker ab? Möglicherweise entspricht dieses Bild, genau dem Typ Mann der mich richtig… anmacht?“ Ihr Schmunzeln war keck und stellte eine offene Herausforderung dar. Aber wer sollte ihr das, wenn man sie so auf den ersten Blick betrachtete, tatsächlich glauben? Nein da waren Champagner, edle Weine, die Fahrt in auf Hochglanz polierten Limousinen und edle Designerkleider wohl weitaus wahrscheinlicher. Vielleicht suchte sie aber auch nur das verbotene Abenteuer? Good girl gone bad? Live und in gedämpfter Neonbeleuchtung. Oder so ähnlich…

Sie stieß in sachte von der Seite an, während sie da so genussvoll durch die Nacht wanderten. „Ach, jetzt sag bloß da gibt es zwei Geschmacksrichtungen zur Auswahl? Normal und Abnormal? Ich glaube die Palette an Individualität ist bei weitem größer.“ Zur Untermalung des soeben gesagten, wanderte ihre Zungenspitze leicht nach vorne zwischen ihre Lippen; ja sie streckte ihm frech die Zunge heraus. „Aber zugegeben, man weiß nie auf wen man trifft. Trotzdem hätte ich kein Problem mit den Elendsvierteln.“ Mit dem Zeigefinger ihrer freien Hand, deutete sie in Richtung ihres Gesichtes. „Weniger Make-up, ein stylischer Undercut mit weiten Camo-Klamotten und eine geladene Beretta… et voila. Dein Angebot nehme ich zusammen mit deiner fachkundigen Führung und Expertise, gerne an. Zeig mir die Slums, wenn du willst. Mit dir an meiner Seite, verkriecht sich doch ohnehin beinahe alles wieder zwischen den Trümmern seiner maroden Existenz, bevor es wirklich gefährlich wird oder?“ Seine nachfolgende Frage, bewog sie scheinbar dazu unschlüssig den Kopf hin- und her zu neigen. Da hatte sie wohl noch zu keiner wirklichen Antwort gefunden.

„Ich weiß es nicht“, konterte sie dann knapp. „Auf der einen Seite, wäre es ein System das ich bereits kenne und das dadurch Sicherheit und Vertrautheit vermittelt. Auf der anderen Seite, müsste ich dann wieder all die Dinge geschlossen mittragen, die mir so gar nicht gefallen wollen. Das schließt das manipulative Spiel der Ahnen selbstredend mit ein. Dieser Parteizwang ist wirklich widerlich.“ Ihre Schultern hoben sich kaum merklich und sie fixierte seine unergründlichen Augen, in denen offensichtlich keine Gefahr oder Bedrohung für sie lag. Zumindest augenblicklich nicht.

„Mmh.. ich glaube bis auf weiteres, finde ich es sehr entspannend und entlastend, meine Entscheidungen selbstbestimmt und unabhängig treffen zu können. Ich bin mein eigener Herr, solange ich kein verlockenderes Angebot von jemandem bekomme aber was sollten die Sekten auch schon mit mir anfangen? Ich kann den Schriftführer spielen.“ Erneut stieß sie ihn grinsend von der Seite an.
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Re: Frozen [Mittelschicht – West Town; Clara/Munir/Offen]

Postby Munir Andara » 14 Mar 2016, 15:00

Ihre umherschweifenden Blicke nahm er kaum wahr, ebenso wie ihr Näherrücken. Er konzentrierte sich jedoch auch weniger auf sie als auf seine Umgebung, suchte sie nach Geräuschen ab, die potentiell Gefahr bedeuten konnten. Von ihr schien wohl keine Form hiervon auszugehen, wie denn auch? Somit wirkte er zwar leicht abgelenkt, weniger stark auf sie konzentriert, jedoch ebenfalls entspannter als er zuvor gewesen war.

Sie wollte Zuneigung dem gegenüber empfinden, das sie zuvor so genau beschrieben hatte? Sicher nicht, oder sie hatte keinerlei Ahnung von diesen.. Geschöpfen. Oder seine erste Einschätzung von ihr war grundlegend falsch, ebenfalls eine Möglichkeit. So zog er lediglich seine linke Augenbraue an, zeigte ansonsten jedoch nichts, ließ dies seine einzige Reaktion sein. Ein simples: Sicher? Ich glaube dir nicht.

Als sie ihn in die Seite stieß, spannte sich seine Muskulatur dort sofort an, er schien diesen plötzlich auftretenden, Körperkontakt, der sich offenbar von dem bisherigen unterschied, nicht gutzuheißen, abzulehnen. Auch wenn allein seine Anspannung dies sagen mochte, zeigte sein Gesicht doch keine Ablehnung und er reagierte auch schriftlich nicht darauf, nur in seinen Augen schien es kurz zu blitzen. So kurz, dass sie sich nicht sicher sein konnte, ob es tatsächlich dort gewesen war- oder eben nicht. Nach einer kurzen Pause begann er wieder zu schreiben.

Natürlich gibt es mehr, als normal und abnormal. Du hattest sie jedoch als Fanatiker beschrieben, die einen leichten Hang zur Brutalität haben. Du würdest dir freiwillig etwas anderes als das-
Sein Blick schweifte kurz über sie- vom Kopf zu den Füßen und wieder zu ihrem Kopf.

anziehen? Und was, wenn ich nicht dabei wäre? Würdest du dich dann noch immer trauen? Selbst mit Waffe? Oder wenn ich einige Straßen weiter entfernt wäre? Außerdem, rein technisch gesehen wäre ich nicht verpflichtet, dich zu beschützen, noch bezahlst du mich nicht.

Nun grinste er wieder, eindeutig spöttisch. Dabei trat in seine Augen ein fremder, irgendwie.. unmenschlicher? Glanz. Oder war es doch nur Arroganz? Das war nur schwer, wirklich genau zu erkennen, er verschwand schneller, als die meisten brauchen würden, um ihn überhaupt erst zu erfassen.

Was die Sekten mit dir anfangen sollten? Du hast Kontakte. Und erfüllst offensichtlich das Idealbild eines typischen Camarillaanhängers. Immerhin kannst du die Spiele der Ahnen mitspielen, ihnen Gesellschaft leisten. Aber wenn du gerne unabhängig bleiben willst.. ist das ebenfalls gut. Für eine mögliche Geschäftsbeziehung zwischen uns wahrscheinlich besser als für dich als Person, immerhin dürfte der Schutz, den dir die Camarilla bieten könnte größer sein als der Schutz, den ich dir anbieten könnte. Allerdings fällt ihr Preis größer aus als der meine. Aber es ist deine Entscheidung.

Das Grinsen blieb auf seinen Lippen, jedoch trat die Anspannung erneut in seinen Körper, als sie ihn in die Seite stieß und er schien sich nur langsam wieder zu entspannen.
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Re: Frozen [Mittelschicht – West Town; Clara/Munir/Offen]

Postby Clara de Vries » 15 Mar 2016, 14:39

Ihr wortkarger Begleiter an diesem zauberhaften Abend, war offenkundig immer ein wenig… wie sagte man so schön? Angespannt? Zumindest erahnte sie in seinen reflexiven Muskelkontraktionen, eine gewisse automatisierte Unwillkürlichkeit. Der menschliche Körper hatte ebenfalls ein rudimentäres Gedächtnis und Munirs, schien darauf trainiert zu sein in ständiger Alarm- und Kampfbereitschaft zu bleiben. Das war jetzt nicht weiter verwunderlich, wenn man davon ausging dass er sein Einkommen mit brachialen Fausthieben und festen Tritten verdiente und die Slums als seine bevorzugte Umgebung betrachtete. Dennoch fand sie es geradezu amüsant, wie er da recht unbeholfen, die adäquate Reaktion auf ihre im Grunde recht platonischen Annäherungen vermissen ließ. Das kurze Blitzen in seinen Augen, ob es jetzt tatsächlich da gewesen war oder nicht, unterstrich ihre bisherige Theorie bezüglich seiner Person nur noch. Er war ein Straßenraubtier, vermutlich geboren aus Schmerz, Gewalt, Hass und unbändiger Wut; getrieben von einem inneren Drang sich mit seiner Umwelt zu messen. Würde er sie panisch von sich stoßen oder gar attackieren, falls sie ihm zärtlich durch die Haare streichen würde? Diese Gefühle waren ihm ganz augenscheinlich fremd. Clara hob nur die Schultern; beschloss es diesmal nicht auf diesen experimentellen Versuch ankommen zu lassen. Andere machten sich womöglich Sorgen darum, was passieren würde wenn man ihn schlug, sie vermied es ihn allzu sanft zu berühren. Verkehrte Welt. Andererseits, vielleicht waren ja harte Schläge, seine Form der Zärtlichkeit?

Dem Ausdruck in seinen Augen folgend, schenkte sie ihm kurzerhand ein weiteres, verhaltenes Schmunzeln. Als ob er sie gerade bei irgendetwas Verbotenem ertappt hätte. „Gut vielleicht dürfen die hirnlosen Schläger, ruhig ein wenig mehr Hirn haben, um mir zu Gefallen aber stell dir eine Welt voll exklusiver Abendgarderobe vor, in der jeder stets auf peinlichst genaue Höflichkeit und tadellose Manieren bedacht ist. Und jetzt zieh dieses Bild in eine sich beständig wiederholende Dauerschleife: Ich glaube du würdest mir zustimmen, das einem da häufig das Bedürfnis nach Abwechslung überkommt. Wenn wir uns immer nur wiederholen, nehmen wir rein überhaupt nichts von unseren Begegnungen mit; wir langweilen uns. Ich hasse Langeweile und Eintönigkeit. Kein Wunder das den Alten irgendwann das Gehirn suppenartig zerläuft. Ich würde nicht tauschen wollen.“ Leise kicherte sie in sich hinein. Nein, der Preis für eine derartig exaltierte Position, war die völlige Selbstaufgabe. Daran war ihr ganz sicher nicht gelegen. Außerdem waren die Alten alle auf ihre ganz individuelle Art ‚gaga‘. Wollte man so in die Nacht hinein leben? Gott bewahre. Die hübsche Frau schien einen kurzen Moment zu überlegen; verzog leicht die Lippen als er sie so unverhohlen musterte.

„Ob ich mir was anderes anziehen würde? Aber sicher doch. Mein Kleiderschrank quillt ohnehin schon fast über, da kann ich genauso gut ein paar Dinge für karikative Zwecke spenden und mir ein paar neue, hübsche Sachen besorgen. Für jeden Anlass, gibt es die entsprechende Kleidung denn Kleider machen Leute. Das Thema ‚Slums‘, hatte ich noch nicht. Dürfte spannend werden, obwohl ich mich dabei wahrscheinlich weigern würde, einen simplen Jutesack zu tragen. Aber ich glaube da kann ich mich ganz entspannt auf meinen soeben gefundenen Stilberater verlassen.“ Ihr Grinsen wurde breiter.

„Und ich würde wohl auch allein in die Slums gehen, mit oder ohne Waffe. Selbst wenn du ein paar Straßen weiter wärst aber…“, sie pausierte kurz nachdenklich und ihre Stirn legte sich in Falten, „… aber natürlich würde ich mich niemals wirklich wohl oder so sicher dabei fühlen. Allein deine Anwesenheit, gäbe mir eine gewisse Zuversicht. Und was das Finanzielle angeht…“. Ihre Schultern hoben sich ein Stück weit. „Was würdest du für eine geführte Tour durch die Slums verlangen und wie wüsste ich, dass du dabei nicht mir selbst den Kopf von den Schultern reißt? Wenn ich das unumstößliche Vertrauen hätte, das du mich nicht gleich als erstes umbringst, wäre so ein Ausflug in die Elendsviertel wohl ziemlich interessant für mich.“ Als er dann über ihre Möglichkeiten sprach, sich gewinnbringend für die Ziele der Camarilla einzusetzen, folgte ihrerseits lediglich eine wegwerfende Handbewegung, gefolgt von einem knappen, glockenhellen Lachen. Nein, diese wenig ansprechenden Optionen, schienen definitiv nicht für sie in Frage zu kommen.

„Bin ich denn wirklich ein derartig stereotyper Abklatsch von einer ‚Künstlerin‘? Ich wusste gar nicht, dass ich mittlerweile schon zum Mainstream gezählt werde? Ich selbst dachte immer, ich hätte eine Überidentifizierung mit der genannten Sekte, bisher recht gut vermieden. Wer wird schon gerne anhand seiner Fraktion beurteilt? Wenn wir das alle machen würden….“ Sie brach mitten im Satz ab, überlegte dann kurz und nickte bedächtig. „Oh… wenn ich so drüber nachdenke, machen wir das alle. Tja…“ Ja das gab ihr kurzweilig zu denken. Allerdings nur für den Augenblick, denn nur wenige Momente später, schien sie ihre aufkeimenden Bedenken, wir mit einem Lächeln abtun zu wollen. „Wie dem auch sei, ich glaube ich mache mich lieber selbstständig, bevor ich wieder irgendwelche Abteilungsleiter vorgesetzt bekomme, denen ich dann Kaffee servieren darf. Aber du weißt ja wie das ist: Hier will jeder als allererstes deinen Mitgliedsausweis sehen, bevor man auch nur in Erwägung zieht, deine nähere Bekanntschaft zu machen. Deshalb hast du schon recht, mit einem drohenden Parteizwang, dürfte sich unsere Geschäftsbeziehung schwieriger gestalten, als ohne. Für den Moment spielt das aber noch keine Rolle.“

Der Weg führte sie weiter über die vereisten Pfade und würde dann bald einen leichten Knick machen, der unübersehbar das Ende des Parks signalisierte. Ab hier würden sie das Gelände wohl wieder umrunden; schlussendlich dann wieder am Eislaufplatz und den bunten Lichtern ankommen. Oder man zog es vor den Park zu verlassen. Sie selbst hatte da wohl noch keine wirkliche Entscheidung getroffen.

„Also, was sagst du? 10.000 für eine geführte Tour? Die Hälfte vorab, die andere danach?“, führte sie dann mit einer Spur aufkeimender Begeisterung in der Stimme aus.
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Re: Frozen [Mittelschicht – West Town; Clara/Munir/Offen]

Postby Munir Andara » 17 Mar 2016, 01:32

Ihre Aussage über die Alten der Camarilla konnte er nicht nachvollziehen- immerhin kannte er niemand derartigen. Eigentlich kannte er generell nur sehr wenige Camarillaanhänger. So zuckte er nur mit den Schultern. Sicher, es klang langweilig. Allerdings, tatsächliche Langeweile hatte er nie kennenlernen müssen, im Falle eines Eintretens zog er es stets vor, sich seinem anspruchsvollen Training zu widmen. Eine wesentlich effektivere Methode, mit überflüssiger Zeit umzugehen, wie er fand. Schließlich.. eine stets beständige Dauerschleife an dem immer gleichen gesellschaftlichen Schauspiel? Mit Jenen, die dem nachgehen mussten, wollte er nicht tauschen. Bei Gott, bestimmt nicht. Als sich dieser Satz in seinen Gedanken formte musste er grinsen. In diesem lag jedoch kein Gefühl, es war nur das Verziehen seiner Lippen. Gott.. wieder eine Geste aus den Tagen eines Sterblichen. Er musste nicht mehr beten, war nun sein eigener Gott.
Der Stift fuhr mit einigen schnellen Bewegungen über das Blatt, geführt von seiner ruhigen Hand.
Stilberater? Trag nichts Teures, deine Kleidung sollte abgenutzt sein und irgendeinen praktischen Sinn haben- ein Ballkleid würde ich dir nicht empfehlen. Dann wirst du nicht auffallen- nicht allzu sehr zumindest. Oder wir machen ein kleines Experiment. Magst du soziale Experimente?
Das Grinsen- so es denn eines gewesen sein mochte- war aus seinem Gesicht verschwunden. Es wirkte nun wie der Teil des Parkes, in dem sie sich momentan befanden. Kalt und unnahbar, ohne Emotion.

Gegenfrage:
Was würde mich daran hindern, dir den Kopf jetzt von deinen Schultern zu reißen?

Er drehte sich dabei einmal im Kreis und als er sich ihr wieder zudrehte, lag ein Grinsen in seinen Augen, das den Mund nicht erreichte.
Hier ist niemand. Wer sollte dich also jetzt vor mir beschützen? Die Polizei, die zu spät kommen würde? Oder ein aus der Verdunkelung tretender Kainit, der dich zufällig beschützen wollen würde? Dieser Ort unterscheidet sich das betreffend nicht wirklich von den Slums, dort würdest du genauso wenig Hilfe erhalten.
Um es zusammenzufassen, du weißt es nicht. Allerdings hab ich dich bisher auch noch nicht angefallen. Aber wer weiß?

Nun zuckten seine Mundwinkel, hoben sich zu einem Lächeln. Auch in seinen Augen lag ein gewisses Maß an Amüsement.

Nach wenigen Sekunden legte sich wieder der Ernst auf sein Gemüt.
Was würdest du denn gerne in den Slums so schönes sehen? Hungernde Menschen? Leid? Kranke Kinder, Obdachlose oder Leichen? Illegale Kämpfe, Schießereien? Straßenrennen, Mord? Nach was steht dir der Geschmack? Wir dürften so ziemlich alles finden können, wonach es dich verlangt.
Was willst du in den Slums?


Als sie Munirs stereotypisierte Beschreibung ihrer selbst beklagte, hoben sich nur kurz seine breiten Schultern.
Ich kenne nur wenige deines Blutes, und dich ebenfalls mehr schlecht als irgendetwas anderes. Also..
Er zuckte erneut, wohl unschlüssig, mit den Schultern. Dann fiel sein Blick auf den Weg vor ihnen. Ja, wo lang jetzt?
Sein Blick fiel auf die Tasse. Würde sie sie bei dem kleinen Stand abgeben wollen oder nicht? Ihm war es ziemlich gleich, würde es von ihr abhängig machen, ob sie noch einmal zurück zu dem Eis wollte oder hinaus auf die Straßen- mit oder ohne Tasse.
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Re: Frozen [Mittelschicht – West Town; Clara/Munir/Offen]

Postby Clara de Vries » 19 Mar 2016, 12:46

"Was nicht ist, kann ja noch werden", erwiderte sie einem recht gelassenen Tonfall und bezog sich damit wohl recht eindeutig auf seine egalitäre Aussage, mit dem gegenseitigen Kennenlernen. Vielleicht kannte er kaum Camarilla oder Ex-Camarilla Anhänger; vielleicht waren ihm allein schon biografisch bedingt oder aus seinem gesellschaftlichen Umfeld, in dem er sich so ganz natürlich zu bewegen schien, ganz andere Vertreter seiner Art bekannt. Irgendwann gab es immer das obligatorische, erste Mal. Heute käme er ganz augenscheinlich in den seltenen Genuss, Hand in Hand mit einer attraktiven Toreador durch einen tiefgefrorenen Park zu spazieren. Das war doch immerhin mal eine nette Abwechslung. Dem schlendernden Gang ihres intimen Spaziergangs, gönnte sie jedoch keine solche Abwechslung. Es wäre sicher interessant gewesen, sich einfach mit der noch immer vollen Tasse klammheimlich davon zu stehlen aber dann umginge man den Pfandeinsatz. Und da er ihr freundlicherweise diesen anschmiegsamen Wärmespender mitgebracht hatte und im Anschluss niemand mehr Verwendung für einen solchen hätte, lenkte sie ihre müsigen Schritte erneut den Park umrundend, in Richtung Eisfläche. Da würde er jetzt einfach mitkommen müssen, es sei denn er wollte die hübsche Tasse aus rein nostalgischen Gründen behalten. Zugegeben, es wäre wohl nicht das erste Mal, das es Souvenirs von ihr gab aber Kaffeebecher gehörten vermutlich eher nicht zu solchen Präsenten.

Was man nicht kannte, darüber konnte man nur spekulieren oder gewagte Mutmaßungen anstellen. So verhielt es sich wohl auch mit seiner persönlichen Erfahrung bezüglich der alten 'Spinner', mit denen sie wiederum wohl doch das eine oder andere Mal zu tun gehabt hatte. Dementsprechend gelassen nahm sie sein Schulterzucken hin. Kein Thema das ihn sonderlich zu interessieren schien; schade aber durchaus verständlich. Mit solchen Dingen hatte er sich noch nie beschäftigen müssen. Immer noch schmunzelnd, las sie mit ungebrochenem Interesse seine geschwungenen Sätze und nickte andächtig."Praktische, abgenutzte Kleidung die nichts über den Sozialstatus verrät, verstanden." Für sie war das offensichtlich einfach nur ein wertvoller Hinweis, von jemandem der sich bestens in dieser Umgebung auskannte. Clara vermittelte weiterhin den ungetrübten Anschein, dahingehend äußerst lernwillig zu sein. Die Wäme ihres vorfreudigen Lächelns, war wie der pralle Sonnenschein zu seinem frostigen und unnahbaren Grinsen, das lediglich blanke Kälte ausstrahlte. "Ein soziales Experiment? Ich liebe Experimente. Es gibt nichts wobei man mehr lernen kann, auch wenn es mitunter Unanehmlichkeiten bedeutet. Was schwebt dir denn so vor? Knappe Röcke und High-Heels in einer Underground Bar? Oder ein oppulentes Ballkleid an einem Drogenumschlagplatz?" Die attraktive Frau wirkte nicht im Geringsten verunsichert oder eingeschüchtert; ganz im Gegenteil. Verwunderlicherweise, erweckte sie nachhaltig den Eindruck, als würde sie damit problemlos klar kommen oder diese ganze Sache, lediglich als 'spaßiges Abenteuer' verstehen. Vielleicht konnte man hier schon einen leichten Hang zu einer gewissen Dekadenz sowie beginnenden Hedonismus erkennen. Unterhaltung und Zerstreuung waren die Maxime einer gelangweilten Existenz.

Als er sich unvermittelt mit offenen Armen im Kreis drehte und ihr leicht amüsiert zu verstehen gab, das sich ihre jetzige Situation nicht im Entferntesten von den urbanen Untiefen der Slums unterscheiden würde und sie seiner 'Gnade' hier als auch dort, unweigerlich ausgeliefer wäre, umspielte ein besonders verzücktes Lächeln ihre Lippen. Sie lachte dabei sogar begeistert und angetan. Mit ihrer zierlichen, rechten Hand vollführte sie eine wegwerfende Geste und hakte sich nach wie vor amüsiert, kopfschüttelnd bei ihm ein. "Ach Munir... es gäbe wohl nichts, was dich daran hindern könnte mir auf der Stelle das Genick zu brechen." Sie strich ihm beinahe tröstlich über die Schulter. "Aber lass dir aus meiner ganz persönlichen Erfahrung gesagt sein, das es gerade diese triumphierenden Momente sind, in denen wir uns nur allzu oft böse verkalkulieren. Sind wir denn alleine in diesem Park?" Ihre grünen Augen sahen sich gespielt aufmerksam um; fixierten dann mit einem wissenden Glanz, erneut ihren Gesprächspartner. "Folgt uns vielleicht tatsächlich jemand, den du nie kommen sehen würdest? Oder da auf dem Hausdach gegenüber..." An ihn gelehnt zeigte deutete sie mit dem ausgestreckten Zeigefinger ihrer rechten, in eben jene Richtung. "Könnte das nicht die perfekte Position für einen Hinterhalt sein? Ein Kaliber .50 Projektil, das mit lupenreiner Zeiss-Optik keinesfalls sein Ziel verfehlt? Womöglich habe ich sogar dermaßen gute Kontakte, das ein Streifenwagen nie weit entfernt ist oder ein kurzer Anruf für das Eintreffen des Spezialkommandos genügt?" Behutsam tätschelte sie abermals seine Schulter und setzte den Weg gelassen fort.

"Könntest oder würdest du mir jederzeit den Kopf von den Schultern trennen, wenn es dich danach gelüstet? Bin ich vielleicht gar nicht so unbeholfen, wenn es darum geht für meine persönliche Sicherheit zu sorgen? Wer weiß? Sehr viele Variablen mein Lieber. Ich hoffe doch, das wir eine Vereinbarung treffen können, die uns beide zufrieden stellt." Ihr Gesicht als auch ihre Körperhaltung, wirkten gelassen und bar jeder Sorge. Er war ihr deutlich überlegen aber was wusste man schon mit Gewissheit von ihr? Zumindest schien sie, recht selbstsicher auf alle seine Bemerkungen eine passende Antwort zu wissen. Möglicherweise wollte sie die angenehme Ruhe und Gelassnheit dieser Nacht, auch nicht mit irgendwelchem Kräftmessen oder Drohgebärden ruinieren. Sie seuftze nachdenklich.

"Ich denke an Sterbenden, Hungernden und Kranken, werde ich ohnehin nicht vorbei kommen. Das ist bedauerlicherweise die Quintessenz dieser lebensfeindlichen Umgebung. Aber ein Straßenkampf, mit dir im Ring oder ein testosteronschwangeres Straßenrennen, wären in meinen Augen ein netter Anfang." Ihre Augen sahen ihn eindringlich an. "Zeig mir wo die Huren die Beine breit machen, wo der Dealer seine Drogen anbietet, wo Waffen verkauft und gehandelt werden. Wo sind die Orte, die selbst von der hartgesottenen Bevölkerung gemieden werden und warum? Wer hat dort das sagen? An wen wende ich mich, wenn ich weiterführende Informationen brauche?" Es huschte ein dunkler Glanz über ihr bezauberndes Gesicht. Ohne Zweifel, würde man sie in den Slums alleine dafür 'fressen', auch wenn es sich bei ihr, wenigstens zu anfangs um einen recht wehrhaften Happen handeln mochte.

"Ich will wissen, wie die Slums funktionieren. Das wars eigentlich auch schon wieder." Sie grinste ihn breit an. "Oh und etwas Spaß wäre sicher auch nicht verkehrt." Kurz, eindrücklich und prägnant. Was wollte man mehr?
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Re: Frozen [Mittelschicht – West Town; Clara/Munir/Offen]

Postby Munir Andara » 24 Mar 2016, 15:43

Sicher würden sie sich beide besser kennenlernen, sollte er an ihrer Seite arbeiten. Zumindest besser, als sie sich derzeit kannten, was jedoch nicht sonderlich schwierig war, kannten sie sich doch erst seit dieser kalten Nacht. Somit zuckte er nur mit seinen Schultern, durchaus nicht abgeneigt von ihrem Vorschlag. Den Weg einmal um den Park, den sie nun gemeinsam zurücklegten, quittierte er mit einem Achselzucken, als er ihren Schritten folgte und die Möglichkeit, sich aus dem Park zu entfernen- gemeinsam oder nicht- als verspielt ansah. Ihn kümmerte es allerdings nicht allzu sehr, immerhin hatte er die Entscheidung über den gemeinsamen Weg in ihre Hände gelegt.
Sein vormals kühles Grinsen wurde nun mehr zu einem wärmeren Lächeln, ähnlich dem ihren. Wärmer bedeutete jedoch keinesfalls, es würde in seiner Wärme ihrem gleichen; er schien wohl nicht viel Erfahrung im freundlichen, kommunikativen Umgang mit anderen Personen- sei es Kainit oder nur Mensch- zu haben, sich darin erst noch üben zu müssen. Sofern er dies denn überhaupt wollte, hieß das. Sie würde sich also auf die Idee seines durchaus amüsanten Experimentes einlassen. Bei dieser freudigen Erkenntnis trat ein schwacher Glanz in seine Augen, die Veränderung war jedoch kaum direkt ersichtlich, sondern mehr intuitiv wahrnehmbar. Immerhin wirkte sein Wesen nun irgendwie.. freundlicher, ja, offener. Ob es jedoch an dem Lächeln lag, das eine Nuance breiter als zuvor war, an seiner abnehmenden Körperspannung bei ihren Berührungen oder an den Augen, war nur schwer ersichtlich. Wahrscheinlich lag es an einem Zusammenspiel aus alldem.

Die Entscheidung über deine Erscheinung überlasse ich dir. Irgendetwas provokantes, vielleicht kitzeln wir aus den Sterblichen ja ein paar interessante Reaktionen. Und wer weiß, eventuell muss ich ja meiner künftigen Rolle als Beschützer bereits nachgehen? Oder ich stehe unbeteiligt neben dir und beobachte, wie gut du dich deiner eigenen Haut erwehren kannst.
Bei seinem letzten Satz trat wieder ein Funkeln in seine Augen, deutlicher jedoch, das den finalen Satz eindeutig als Scherz seinerseits klassifizierte. Oder?

Ihr verzücktes Lachen registrierte er mit einer gewissen Irritation im Blick.
Was..?
Seine Kiefermuskulatur zuckte einmal unmerklich, er achtete nun mehr auf seine Umgebung als auf sie- zumindest mit seinem Gehör. Achtete auf einen unaufmerksamen Schritt hinter oder neben ihnen, Gesprächsfetzen, Tiergeräusche in der Nacht. Nach einem kurzen Augenblick schien sich seine angespannte Haltung zu lockern, gleichwie eine körperliche Anspannung von seinem Körper zu fallen schien, er hatte sich wieder gefangen. In der Nähe, die sie zu ihm aufgebaut hatte, konnte ihr dies nicht entgangen sein, auch wenn er sich nun nichts mehr davon anmerken ließ. Er glaubte ihr nicht, sie waren allein. Das hoffte er jedoch, was in ihm leises Amüsement hervorrief, dem er nun aber kein Ventil ließ, es blieb vorerst in ihm und würde kein Lächeln auf seine Lippen schreiben.
Ja, ich glaube wir sind weitestgehend allein im Park. Sofern man von den Sterblichen dort drüben
Er deutete dabei in Richtung der Eisfläche- oder zumindest dorthin, wo er sie vermutete.
absieht. Ich habe dich bisher noch nicht angefallen, warum sollte ich es jetzt machen? Wäre es für mich in den Slums nicht viel unbedenklicher? Dort, wo Gewalt an der Tagesordnung steht..
Aber warum sollte ich das machen? Du hast mir bisher keinen Grund gegeben, dich zu hassen. Und aus welchem anderen Gefühl heraus sollte ich mich zu dem sonst hinreißen lassen? Aus Zuneigung? Damit du fortan immer an meiner Seite bleibst?

Er lachte- oder jedenfalls würde er das tun, so er denn sprechen könnte. Nun stieß er lediglich stoßweise Luft aus seiner Nase aus, mit einem breiten Grinsen im Gesicht. Eindeutig seine Form eines Lachens.
Letztendlich wirst du mir vertrauen müssen, wenn du in die Slums willst. Ob du das kannst, ist dir selbst überlassen. Ich mache dir keine Vorwürfe, wenn du nicht mehr dorthin willst, jedenfalls nicht mehr mit mir. Falls du mich für eine Art Söldner halten solltest, was ich nicht bin, sollte dir klar sein, dass ich nicht für den arbeiten würde, der zuerst, sondern für den, der am meisten bezahlt. Oder dass ich unter Umständen keine Moral haben werde und mich nicht einmal der mit dem meisten Geld interessiert. Aber wenn du dich doch traust, wer weiß, was wir dort sehen werden? Für eine weitere Zusammenarbeit nach dieser Führung gäbe es Möglichkeiten, das.. Vertrauen zueinander zu steigern. Oder das Wohlwollen. Allerdings bin weder ich noch wahrscheinlich du soweit, diese Schritte bereits jetzt zu gehen.

Er war über ihre dunkle Vorfreude eindeutig amüsiert. Eine früher camarillatreue Toreador, die sich nach den Geboten der Slums dürstet? Er würde ihr einiges zeigen können, mit Sicherheit.

Was auch immer du sehen willst. In den Slums gibt es fast nichts, was es nicht gibt.
An welche Art von Spaß denkst du?

Er runzelte kurz die Stirn.
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Re: Frozen [Mittelschicht – West Town; Clara/Munir/Offen]

Postby Clara de Vries » 07 Apr 2016, 21:05

Getragenen Schrittes, schlurfte sie neben ihm her, ihre Absätze über den gekieselten Pfad vor ihnen schleifend. Gespielt müsig und bar jeglicher Sorgen, Ängste oder Bedenken. Die Toreador genoss das Gespräch mit ihrem neuen Bekannten und allen voran den Gesprächsstoff, dem sie sich beide geraumer Zeit widmeten. Ihr Blick war nachdenklich nach vorne gerichtet, die Hände hatte sie erneut tief in die Taschen ihrer dicken Winterjacke vergraben. Vielleicht hatte sie ihren Bedarf an intimer Zweisamkeit und Nähe, für heute bereits gedeckt, womöglich wollte sie ihren Begleiter aber auch nicht unnötig weiter irritieren. So sorglos und frei sie ein munteres Gespräch mit ihm begonnen hatte, so unbeholfen und unerfahren wirkte er darin. Das lag ohne Frage sicherlich auch an seiner Unfähigkeit sich verbal auszudrücken, als auch an der Umgebung in der er sich für gewöhnlich aufhielt. Die Slums waren kein Ort der 'heiteren Freude' und 'belanglosen Kommunikation'. Schade eigentlich.

Schlussendlich richtete sie ihren Blick wieder belustigt lächelnd auf den Mann neben sich und nickte bestätigend. "Einverstanden, machen wir das ganze ein wenig spannender. Ich werde mir etwas Provokantes anziehen und du machst eine kleine Führung durch die Slums, erklärst mir die Orte, Leute und Gepflogenheiten dort und ich zeige mich mit sagen wir...." Sie schien kurz zu überlegen. "... 5.000 Dollar in bar bei dir erkenntlich. Dafür genieße ich aber auch während wir uns in diesem gefährlichen Gebieten befinden, deinen uneingeschränkten Schutz und kompetente Unterstützung. Ich werde dir nichts vorwerfen, solltest du auf unüberwindliche Hürden bezüglich meiner Sicherheit stoßen d.h. wenn dich eine Übermacht überwältigt, dann ist das wohl Schicksal." Ihre grünen Augen funkelten ihn vielsagend an und ihr Lächeln gefror in ihrem hübschen Gesicht zu einer breit lächelnden Maske der Süffisanz.

"Solltest du mich aber absichtlich in Schwierigkeiten bringen, dadurch meine körperliche und geistige Unversehrtheit gefährden oder unsere Abmachung in irgendeiner anderen Form brechen, dann wirst du tatsächlich zusehen wie ich mich meiner Haut erwehre... und vor allem wie nachtragend ich sein kann. Dieses Versprechen ist ohne Aufpreis inkludiert mein Hübscher. Die Bandbreite meiner emotionalen Ausdrucksfähigkeit, reicht von grenzenloser Liebe bis hin zu niemals endendem Hass. Beides zelebriere ich gleichermaßen gerne. Die Entscheidung liegt bei dir."

Natürlich genoss sie es im Nachhinein, seine misstrauischen und vorsichtigen Blicke zu studieren. Sein beinahe schon zwanghaftes Analysieren der Lage, seiner momentanen Situation und der Umgebung, zauberte ein abermaliges Lächeln in ihr Gesicht. Oh, wie war sie nicht boshaft. Nahm er da eine Bewegung in den Schatten war? Blitze dort die Spiegelung einer Visierungslinse auf? Hatten sich bereits eine Horde Schläger am Ausgang zum Park versammelt um ihn im Anschluss auseinanderzunehmen? Ruckartig verspannte sich sein muskulöser Körper neben ihr, nur um nach einer gründlichen Enschätzung der Lage, wieder in die Ausgangshaltung zurückzukehren. Sie fand das offenbar erfrischend sexy und amüsant. Boshaftes Mädchen. Selbstverständlich waren sie alleine im Park und niemand folgte ihnen. Zumindest niemand, der ihm irgendwie gefährlich werden konnte...

"Ich kenne eine Menge Leute die mich wegen einer Reihe fadenscheiniger Gründe abgrundtief hassen könnten und dann sind da auch mitunter immer wieder welche, die mir sympathishe Zuneigung heucheln. Noch hast du keinen Grund mich zu hassen oder mir den Tod zu wünschen, du hast aber auch überhaupt keinen Grund mich zu mögen. Eine Geschäftsbeziehung wie unsere, arbeitet mit Geld. Geld schmiert ein Getriebe aber Geld ist kein Sympathieträger. Es wäre schön wenn da mehr entstehen könnte aber mittlerweile wage ich es nicht mehr, dazu irgendwelche verbindlichen Prognosen abzugeben." Ihr ausdrucksloser Blick glitt etwas ab von ihm; verlor sich in gedankenschwerer Ferne, die den unguten Nachgeschmack von Verbitterung in sich trug.

"Es gab einige die mich an ihrer Seite wollten. Es gab auch einige die ich selbst an meiner Seite wollte aber beinahe alle haben mich sehr enttäuscht und zutiefst verletzt. Eines verbindet sie aber allesamt ob sie mich hassen oder lieben: Jemanden wie mich vergisst man nicht." Ihre Augen richteten sich wieder in seine Richtung und ihre kessen Lippen verzogen sich verschwörerisch zu einem schiefen Grinsen. "Wir vertrauen einander nicht, das ist wahr aber irgendwo müssen wir ja schließlich anfangen. Das wird ein Test für dich, als auch für mich. Kannst du mit mir als zukünftige Arbeitgeberin leben? Wirst du mich für eine entsprechende Summe ohne zu zögern hintergehen? Wir tasten uns gerade aneinander heran Munir, wie zwei Teenager beim ersten Date und könnten dabei sogar in glühender Liebe zueinander entbrennen... oder die schmerzliche Glut des Hasses schüren. Das zu klären, vermag nur die Zeit und unser guter Wille. Lassen wir es einfach wie so oft, auf einen unverfänglichen, ersten Versuch ankommen."

Ganz nebenbei bemerkt, mochte sie sein 'Lachen' offenbar sehr, denn so wie er sich schnaubend und fester atmend amüsierte, ohne dabei einen wirklichen Laut von sich zu geben, da stimmte auch sie in ein beinahe befreiendes Gelächter an. Ob es daran lag, das sie einfach gerne Spaß hatte oder seine Art zu lachen einfach wahnsinnig witzig fand, blieb dabei jedoch offen. Apropos Spaß.

"Hm... eine wirklich schwierige Frage, weil ich die Möglichkeiten in den Slums nicht kenne. Was tut man dort um sich ein wenig die Zeit zu vertreiben? Was machen all die verlorenen Männer und Frauen dort draußen, um den bitteren Alltag für einige glückliche Augenblicke vergessen zu können? Welche Unterhaltung gibt es dort? Autorennen? Kämpfe? Saufgelage? Strip-Shows? Häuserkämpfe oder Kartenspiele? Du kennst dich dort aus - was machst du, wenn dir der Sinn nach Zerstreuung steht? Wie schaltest du ab?" Clara sah ihn mit funkelnden Augen an.

"Ich will einfach was erleben und soviele Eindrücke wie möglich sammeln. Ein gutes, breitgefächertes Gesamtpaket sozusagen. Langeweile ödet mich an. Zeig mir deine Welt, denn meine kenne ich schon zur Genüge."
"In order for the light to shine so brightly, the darkness must be present."
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Re: Frozen [Mittelschicht – West Town; Clara/Munir/Offen]

Postby Munir Andara » 10 Apr 2016, 15:38

Schicksal, hmm?
Er würde von keiner Übermacht überwältigt werden- er korrigierte sich in Gedanken.
Er würde von keiner bewaffneten, entschlossenen Übermacht in seinem Viertel überwältigt werden; ganz schön viele Einschränken, befand er, was ihm ein kleines Schmunzeln ins Gesicht zauberte.
Er nickte zustimmend. Es war ein Angebot, das er durchaus anzunehmen gedachte, auch wenn ihn das Geld, das sie ihm bot, nicht interessierte, vielmehr die Abwechslung, sowie der Beginn ihrer gemeinsamen geschäftlichen Beziehung bildeten seine Interessen an dem kleinen Ausflug, der in nicht allzu ferner Zukunft liegen mochte.

In Ordnung, du genießt dort meinen Schutz.
Dann blickte er sie irritiert an.

Du willst in die Slums, dort alles sehen und ich soll für deine geistige Gesundheit bürgen? Wenn ich dir alles zeigen soll, dann wohl auch die Abgründe der dort Ansässigen. Das könnte durchaus deine geistige Gesundheit in Mitleidenschaft ziehen. Oder dachtest du bei geistiger Gesundheit mehr an geistige Folter? Davor könnte ich dich wahrscheinlich größtenteils bewahren, es kommt nur darauf an, wie zartbesaitet du bist. Für deine körperliche Gesundheit hingegen werde ich sorgen. Solange wir in den Slums sind, in der Mittelschicht oder gar in der Oberschicht ist das Führen von Waffen an öffentlichen Plätzen so eine Sache.
Amusement blitzte in seinen Augen auf, die Mundwinkel waren im Zuge des Gesprächs nicht gesunken und bildeten nach wie vor ein angedeutetes Lächeln.

Allerdings würde ich durchaus gerne sehen, wie du dich deiner Haut erwehrst, das wäre
Er musterte sie verspielt von Fuß bis Kopf.
eine interessante neue Seite, die ich von dir sehen würde. Wenn du willst, könnte ich in irgendeiner Kneipe oder Hintergasse was kleines organisieren. Du musst aber nicht, immerhin bezahlst du mich und nicht umgekehrt.
Sein Grinsen wurde bei diesen Worten breiter. Die Vorstellung war tatsächlich alles andere al uninteressant. Er glaubte jedoch nicht, dass sie zustimmen würde, was ihr gutes Recht war.

Ist das der Grund, weshalb du möchtest, dass ich für dich arbeite? Du fürchtest dich vor dem Hass einiger anderer Kainiten? Und ich denke, wenn du dich an einige kleine Dinge hältst, werde ich dich nicht hassen, oder dir den Tod wünschen, es sei denn, du fällst mir irgendwann einmal in den Rücken.
Der Ausdruck in seinen Augen wechselte nun zu deutlichem Spott.
Wobei das ein interessanter Tag werden könnte, der hoffentlich noch in einiger Ferne liegt, wenn er überhaupt einmal eintritt.
Dann verschwand das Grinsen, er schien sich wohl an etwas zu erinnern, das sie gerade gesagt hatte. Eine Frage war seinen Augen abzulesen.
Wer sagt, es geht mir nur um das Geld? Vielleicht genieße ich auch einfach die Abwechslung, die du auch mir bieten würdest? Angenommen, es würde mir nur um das Geld gehen, würde ich dann nicht gerade jetzt einen Einspruch einlegen? Oder mit dir verhandeln wollen, immerhin hat sich soeben mein Honorar halbiert.
Wenn du meinst, das Risiko eingehen zu wollen, könnten wir eine nette Nacht haben. Könnte ich das

Sein Kopf deutete auf die Tasse, die sie noch in ihrer Hand trug.
oder etwas anderes trinken, würde ich jetzt mit dir auf den ersten Schritt anstoßen- meine Form des Anstoßens würdest du nicht mögen. Davon abgesehen, dass ich hier dadurch durchaus Probleme bekommen könnte.

Wieder das Grinsen.

Was jeder der Verlorenen, wie du sie gerade nanntest, tut, um seine Situation zu vergessen? Woher soll ich das wissen? Wahrscheinlich schlafen, von einer besseren Welt träumen. Oder sich mit einem anderen Menschen vergnügen. Oder reden?
Oder sie lieben Adrenalin und damit Rennen und Kämpfe. Ich schätze einmal, jeder Mensch ist unterschiedlich. Ich schalte anders ab, meistens hat es mit Training, Kämpfen oder Blut zu tun. Unterschiedlich.
Und sicher, ich werde dir einiges zeigen. Auch wenn ich dir nicht das gleiche Angebot machen werde, ich schätze, deine Welt finde ich nur halb so interessant wie die meine. Auch wenn ich dir wahrscheinlich in die Gesellschaft folgen werde, zumindest manchmal. Sofern wir in der Lage sein sollten, zusammen zu arbeiten.
Ich nehme an, wir werden uns dann erst nach den Kämpfen in der Arena treffen. Und ich werde dich nicht außerhalb der Slums abholen, jedoch direkt am Eingang auf dich warten.
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