Late at Night... [offen]


Re: Late at Night... [offen]

Postby Joshua Callahan » 04 Jun 2015, 22:53

Manchmal folgten sie Klischees, manchmal auch nicht. Manches Mal hatte er, hatte sie sicherlich etwas getan, was den gängigen Mustern entsprach, den Erwartungen in diesem Spiel. So wie sich jedes Spiel an auch noch so lockere Regeln hielt, damit man es überhaupt spielen konnte. Manches Mal waren die Züge sicherlich überraschend gewesen, komplexer als nötig. Und manchmal passte es auch überhaupt nicht in die gängigen Erwartungen. Hätte er sonst nicht wortreich beteuern müssen, dass er natürlich niemals etwas tun, würde, was sie dazu bringen würde, das hier zu bereuen, dass sie sie bei ihm in besten, liebevollen Händen wäre, statt ihr einfach zuzustimmen? Als ob er wissen könnte, was sie bereuen würde und was nicht. Hätte sie nicht warten müssen, bis er sie ansprach und er ihr an die Wäsche ging statt beides selber zu übernehmen? Aber so war es eben nicht. Und so funktionierte es doch auch recht gut, oder nicht? Und er schien sogar zuzuhören und ihre Worte ernst zu nehmen. immerhin fanden sie sich auf dem Sofa wieder und nicht gleich im Bett. Und auf dem Weg dorthin war er wieder ihren Blicken gefolgt. Ein aufmerksamer Beobachter? Echtes Interesse an ihr?

Sie saß oben, ja. Ob sie damit die Oberhand gewonnen hatte blieb fraglich. Kam wohl darauf an, was man wollte und vorhatte. Er sah zumindest gerade nicht so aus, als fühle er sich unterlegen oder sonstwie unterdrückt. Er zog stattdessen seinen ganz einen Nutzen aus dieser nur scheinbar unterlegenen Situation. immerhin konnte er sie so völlig ungestört betrachten und hatte alles Wichtige sozusagen in Reichweite. Was wollte man denn mehr? Manchmal fielen einem Frauen eben doch in den Schoß, man musste es nur geschickt genug anstellen. Für ein Kissen hatte er dabei keinerlei Bedarf, doch ihm entging auch dieses Angebot nicht.

Abgesehen davon, dass er es ablehnte, wozu brauchte er ein Kissen, wenn er sie haben konnte, schien dann doch ein kleiner Egoist an ihm verlorengegangen zu sein. Zumindest blieb er ruhig, während sie ihre Finger wandern ließ und ließ sie nach Herzenslust erkunden was sie wollte. Ob diese Geduld auch irgendwann aufgebraucht war? Oder irgendwann ziemlich nervig wurde? Oder doch nur die Ruhe vor dem Sturm? Dass er sie machen ließ war in jedem Fall nicht nur uneigennützig. Das konnte man nur glauben, solange man ihm nicht in die Augen sah, das leichte Grinsen ignorierte, den Blick, mit der er ihrer Hand folgte. Es gefiel ihm. Schlicht und einfach. Kein Kostverächter. Niemand, der die Kleinigkeiten ausließ oder sie missachtete. Sie gehörten dazu und machten all das hier erst richtig interessant. Warum also hektisch werden? Dazu war immer noch Zeit.


Er hatte ihr die Hände auf die Hüften gelegt, sobald sie sich gesetzt hatte und da waren sie auch die ganze Zeit geblieben, als wolle er sie nicht stören bei dem, was sie tat. Und nun schien er nachzudenken. Nachzudenken über ihre Frage. Hinweise abzuwägen, was sie meinen könnte. Als überlege er ernsthaft, Vorschläge zu machen. Wenn da nur nicht dieses Leuchten in den Augen wäre, das stumme Lachen, das ihn verriet. Ein großer Schauspieler war er wahrlich nicht oder wollte es nicht sein. Dann sah er hoch und grinste sie an, als habe er gerade ein paar Puzzlestücke erfolgreich zusammengesetzt. Was könnte eine Frau in dieser Situation nur wollen? Das Zwinkern dabei war kaum zu sehen.

"Hmm, ich glaube, eine Menge." Dann kam endlich Bewegung in ihn, richtete er sich aus der zurückgelehnten, bequemen Position auf, griff sich in den Nacken und zog sich sein Longsleeve über den Kopf. Es landete neben ihm auf den Sofa. Dabei vertraute er darauf, dass sie sicher genug saß oder sich schon festzuhalten wüsste. Und wenn sie schon dabei waren und so praktisch saßen, zog er sie das letzte fehlende Stück an sich, ließ sich mit ihr wieder zurücksinken und gab ihr einen Kuss, weit weniger zurückhaltend als der letzte. Sollte sie sich dem nicht verwehren würde er sie erst nach einer ganzen Weile wieder loslassen und sie ein Stück von sich schieben, so dass sie einander ansehen konnten.

"Und, war ich gut?" Die Ironie vermischte sich mit dem Schalk, der in seinen Augen stand, dem ein wenig zu übertrieben ernstem Gesichtsausdruck. Ja, war er nun gut gewesen beim Herausfinden? Was sagte die Dame dazu? Was hatte sie sehen wollen? Nackte Haut oder Initiative. Geboten hatte er beides. Da würde doch schon das Richtige dabei sein.Ansonsten machte er auch gerne einen zweiten Versuch.
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Re: Late at Night... [offen]

Postby Candace Reed Harper » 05 Jun 2015, 11:41

Das Leben war ein Hin und Her. Ein manchmal sinniges, manchmal unsinniges Durcheinander. Nichts, das man ihrer Meinung nach wirklich planen konnte. Man musste es so nehmen, wie es kam. Niemand wurde gefragt, ob er auf die Welt kommen und daran teilnehmen wollte. Es passierte einfach. Aus den verschiedensten Gründen. Sicherlich konnte das Leben geplant gezeugt werden. Genauso gut konnte es jedoch wie ein eiskalter Schwall Wasser über die Menschen am Morgen danach kommen oder weniger überraschend, weil man eben schlichtweg die Hosen nicht hatte anbehalten können. Man war dann entweder überglücklich oder am Arsch, auf eine andere Weise als noch einige Zeit zuvor natürlich. Das Wunder des Lebens? Wenn man sie gefragt hätte, hätte sie wahrscheinlich mit den Schultern gezuckt und gelächelt. Warum? Weil sie es konnte und jeder diese Geschichte schließlich nennen konnte, wie er wollte. Auch im tiefen Süden war man mittlerweile ein gutes Stück toleranter geworden, huh?

Sicherlich hatte sie nicht damit gerechnet hier zu landen, in einer fremden Wohnung und auf dem Schoß eines Fremden. Jedenfalls wirkte es nicht wirklich, als gehöre das bei ihr zum üblichen Programm. Nein, wenn man brutal ehrlich war, dann standen die Ringe ihr wohl besser. Ein Leben, das auf dem Land begann und endete. Das Aufwachsen auf einem Anwesen, das über Generationen im Familienbesitz war und bleiben würde. Musste. Das viel zu frühe Heiraten eines Mannes, mit dem man im Sandkasten gespielt, ganz unschuldig nackt im See geplantscht und den man erst viele Jahre später ganz aus Versehen geküsst hatte, als die ersten Bartstoppeln in der Sonne geglänzt und der High school-Abschluss in greifbare Nähe gerückt war. Die viel zu späte Erkenntnis, dass sie so viele Jahre verschwendet hatten. Die nicht enden wollenden Tänze auf staubigen Straßen, das auf Händen Getragen werden und das Geborgenfühlen. Der Einzug in das gemeinsame Haus, mindestens zwei Kinder und ein übergroßer Hund. Etwas, das für die Ewigkeit bestimmt war. Etwas anderes, als das, was sich in diesen Minuten abspielte.

Manchmal kotzten Pferde allerdings doch und alles lief so, wie es eigentlich nicht hätte laufen sollen. Und dann? Dann saß ein Mädchen wie sie hier, auf dem Schoß eines Fremden. Eines Anderen. Nein, sie war ebenfalls kein Kostverächter. Vielleicht hatte sie sich die Finger verbrannt, aber das hatte nur dazu geführt sich an die Hitze zu gewöhnen. Sie hinzunehmen und weniger zu fürchten. Ihre Augen ließen schließlich keinerlei Zweifel daran, dass sie ihr Gegenüber heiß und über die Maßen anziehend fanden. Sie wollte das hier, was auch immer es war. Das Kissen brauchte sie nicht mehr. Achtlos wurde es mit einem Zwinkern auf den Boden befördert, als habe er soeben eine weise anstelle einer egoistischen Entscheidung getroffen. Mehr Platz, braver Junge. Nun am Ende nahmen sie sich allem Anschein nach Nichts. Ungeduld und Geduld, Egoismus und Fürsorge hin oder her. Das Leben war ein Durcheinander und diese Form von Chaos funktionierte doch bisher einwandfrei, nicht?

Sie störte sich nicht daran, dass er seine Hände auf ihre Hüften gelegt und dann losgelassen hatte. Scheinbar mühelos hielt sie das Gleichgewicht, als könnte nicht einmal ein Mustang sie von seinem blanken Rücken loswerden, wenn sie es nicht wollte. Noch weniger störte sie sich allerdings daran, dass er weder ein großer Schauspieler war noch an seinem Longsleeve hing. Mit einem leisen Pfiff und einer hochgezogenen Augenbraue, die ihr Lächeln in Schieflage geraten ließ betrachtete sie den sich bietenden Ausblick. Dass ihre Zunge die Unterlippe dabei benetzte, war sicherlich kein Zufall, wie der kurz darauf deutlichere Biss auf eben jene bestätigte. Ohne Wiederstand ließ sie sich im Anschluss von ihm mitreißen, bis ihr Körper sich an den seinen schmiegte. Definitiv kein Platz für ein Blatt Papier mehr. Gefährliche Nähe?

Der Kuss blieb nicht unerwidert und das Level der Zurückhaltung herabgesetzt. Deutlich. Ihre Hände auf seinem Oberkörper auflegend lehnte sie sich in den Kuss, ließ das eigene Gewicht den Druck und die Dringlichkeit bestimmen. Wer mit dem Feuer spielte, der konnte sich schließlich leicht verbrennen. Sein Problem. Mit einem zweiten Zwinkern beantwortete sie somit den Blick in seine Augen, nachdem sie sich wieder voneinander gelöst hatten. Einige Atemzüge vergingen, in denen sie ihrem Puls die Chance gab sich wieder zu beruhigen.
Uh-huh. Für den Anfang ganz gut“, beantwortete sie seine Frage dann schließlich. Nicht bloß stumme Anerkennung und dennoch das gewohnte Spiel: Ihre Augen funkelten und die Worte waren so frech, wie eh und je. Sie war definitiv schuldig im Sinne der Anklage.

Nur kann das wohl unmöglich deine Interpretation von ‚eine Menge‘ sein, Sugar plum?Ob ihre Worte die Initiative oder das auf dem Boden liegende Shirt meinten, blieb deshalb selbstverständlich eine spannungserhaltende Maßnahme. Ihre Hände in seinen Oberkörper und ihre Knie in das Polster drückend, glitt sie langsam ein Stück zurück. Gerade weit genug, um mit einer Hand den Knopfverschluss ihrer Jeans aufspringen zu lassen. Noch mehr weiße Spitze, aber – Mit einem winzigen Aufnäher der Kriegsflagge der Army of Northern Virginia. Pflicht statt Kür. Und der Jackpot? Ihr neckisches Lächeln sagte, nein. Für einen Sieg über die Konföderierten würde es in diesem Fall mehr brauchen. Wovon? Das musste er Wohl oder Übel allein herausfinden.
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Re: Late at Night... [offen]

Postby Joshua Callahan » 07 Jun 2015, 02:01

Im Gegensatz zu ihr trug er keinerlei Schmuck, keinen Ring, keine Kette. Nichts an ihm ließ vermuten, wo er herkam, wo er stand. Ob nicht gleich vielleicht doch eine wirklich wütende Frau oder Freundin hier eine Szene proben würde. Selbst da war er zurückhaltender als sie. Introvertierter. Müsste man tiefer graben als bei ihr. Wenn man das denn für nötig erachtete. Was es in diesem Fall scheinbar rein gar nicht war. Dafür wäre näheres Interesse vonnöten und das war offensichtlich zunächst mehr als überflüssig. Wenn man auf ein gemeinsames Ziel hinarbeitete verstand man sich auch so, wenn man zufällig den gleichen Weg dorthin ging. Dann reichte es, wenn einer die Fahne vor sich hertrug. Und was sagte so eine Fahne schon aus. Sie konnte Fassade sein, so wie auch alles andere. Tarnung, die nur dazu verleiten sollte, bestimmte Schlüsse zu ziehen, an Klischees zu glauben. Den anderen in eine bestimmte Richtung zu führen. Die stimmte im Moment scheinbar für ihn wie für sie. Also, was sollte es. Sie waren nun einmal hier, egal, wie der Weg hier her für sie beide ausgesehen hatte, die letzten Meter waren sie zusammen gegangen und danach würden ziemlich sicher sie getrennt weitergehen. Blieb zu nutzen, was zu nutzen war. Capture the Flag!

'Junge, du bist zu langsam.' Diesen Satz hatte er schon ein paar Mal gehört, auch wenn das lange her war. So deutlich hatte man ihm das aber bisher noch nicht vor Augen geführt. Zumindest nicht mit dieser Methode. Nicht mit dieser Situation. Aber bitte, er lernte doch gerne dazu. Und zweimal sagen lassen hatte er sich das auch noch nie. Dennoch nahm auch er sich die Zeit, ein paar Mal tief durchzuatmen, als sie ein wenig Abstand hatten und wie in einer Spiegelung ihrer Geste war nun er es, der eine Augenbraue hochzog, während sein Grinsen sich vertiefte.

"Ganz gut?" Mehr nicht? sagte sein Tonfall. Nicht grandios? Unübertroffen? Unschlagbar? Unvergesslich? Die Betroffenheit mochte man ihm allerdings nicht wirklich abnehmen. Das angeschlagene Ego auch nicht. Zu offen war dieses Grinsen, die Art, wie er sie ansah. Die Androhung, er würde es durchaus weiter versuchen. Hätte noch mehr zu bieten. Und wer wollte schon einen Unschuldengel. Schuldig war gut. Schuldig war sehr gut. Denn dann war es doch eh egal. Ist der Ruf erst ruiniert... Auf in den Abgrund.

Er betrachtete sie anerkennend, während sie sich zurücklehnte. Ihm gefiel definitiv, was er sah. Dafür musste er wirklich nichts sagen. Sein Blick genügte. Er wusste zu geniessen. Dafür waren sie ja schließlich hier. Und auch die kleine Flagge entging ihm nicht. Natürlich nicht. Er wusste angemessen zu würdigen, was sie ihm bot, indem er sich alles genau ansah. Lachend schüttelte er denn den Kopf.

"Nein, natürlich nicht. Das war nur der Anfang." Wie hatte sie nur etwas anderes vermuten können? Sollte sie ihm nicht in irgendeiner Form zeigen, dass sie das nicht wollte - dann würde er sehr wohl aufhören - dann würde er seinen Worten ohne weitere Umstände die Bestätigung folgen lassen und sie sich nach nicht allzu langer Zeit unter ihm ausgestreckt auf dem Sofa wiederfinden, während sich der Haufen Kleidung auf dem Boden davor vergrößert hatte, allerdings ausschließlich ihre. Nun ja, Northern Virginia hatte er ihr zunächst gelassen, während so ziemlich alles andere durchaus ausreichend Aufmerksamkeit erhalten hatte. Nicht, dass ihm noch Hausfriedensbruch angelastet würde. Außerdem galt es doch, sich die eine oder andere Herausforderung zu bewahren. Ob er sie nun mit Absicht falsch oder ganz richtig verstanden hatte blieb dabei sein Geheimnis.

"Besser?" fragte er dann grinsend und nutzte die Zeit, um wieder zu Atem zu kommen, während er sie mit einem Teil seines Gewichtes in die Polster drückte und sich rechts und links mit den Ellbogen abstützte, um ihr nicht völlig die Luft zu nehmen. Uneingeschränkte Zustimmung ihrerseits wäre vermutlich ein Schock fürs Leben. Aber man konnte ja mal fragen.
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Re: Late at Night... [offen]

Postby Candace Reed Harper » 07 Jun 2015, 09:36

Sie ließ ihn machen. Arbeiten, anders konnte man es wohl nicht nennen. Mit einem Grinsen auf den Lippen, verfolgten die grauen Augen das Spiel von Gestik und Mimik. Keine Eile, sowie im vorerst keine weitere Scheu. Warum auch? Es gab ohnehin nicht mehr allzu viel zu verbergen, bis auf das, was man nicht offenlegen würde. All das, was es am nächsten Morgen möglich machen würde sich daran festzuhalten. Nur die Erinnerung würde bleiben. Vielleicht würde sie einfach einen Boot vor den anderen setzen und ohne einen Blick zurück durch die Tür gehen, sodass man sich nie wiedersehen würde, weil sie es wollte. Vielleicht würde sie aber auch in einem Shacker Shirt hinausgeschickt, dass sie entweder wie ein Ehrenabzeichen oder in Schande trug. Ihr Shirt, das sicherlich am angenehmsten wäre. Irgendein Shirt, das er aus Höflichkeit aus dem Schrank oder Wäschekorb gezogen hatte. Ein Frat Shirt, weil die letzte Nacht ihn an seine wilde Verbindungszeit erinnert hatte. Ein Fun Shirt, das entweder darauf abzielte sie zu verarschen oder ihre Qualitäten zur Schau zu stellen. Irgendetwas. Es gab unzählige Möglichkeiten, wie solche Nächte in ihrer Altersklasse enden konnten. Es schien ihr egal zu sein. Jetzt.

Und selbstverständlich gab es noch dieses andere Vielleicht, das in einer Ecke seines Kleiderschranks oder Badezimmers lauerte. Niedliche Shirts, sexy Daisy Dukes, Parfüm und Make-up. Eine zweite Zahnbürste und die drohende Gefahr mit ihren Händen am falschen Ort erwischt zu werden, obwohl das nun wirklich nicht ihr Problem gewesen wäre. Nein, sie würde nicht wirklich in Erklärungsnot und Schwierigkeiten stecken. Herzschmerz. Es wäre nicht ihr Bier, so wie die Fragen, wer zuhause auf sie wartete oder die Gegenstücke zu den Ringen an ihrem Hals trug, nicht sein Bier waren. Sicherlich gab es diesen Augenblick, in dem man sich fragen mochte, in wessen Nähe der Andere gewöhnlich Zeit verbrachte. Und dennoch – Die Antwort war einfach. Mit Jemandem, der vermutlich weder mit ihr noch mit ihm etwas gemeinsam hatte. Irgendein muskelbepacktes Redneck Rat Pack, das mit Bier und Whiskey vor Footballstadien und auf Dirt Roads seine Tailgate Parties feierte, war vermutlich ihre bessere Hälfte. Während irgendein Kreis aus netten Leuten, der gemeinsam mit Brünetten im Park grillte oder sich mit Blondinen an einem See in der Sonne erholte, war vermutlich seine Szene. Es lebe das Klischee!

Dass er vorgab mit ihrem Tempo nicht mithalten zu können, amüsierte sie offensichtlich trotzdem ganz außerordentlich. Fast wirkten das nur mit Mühe im Zaum gehaltene Lächeln und der ungläubige Blick, als wäre er der erste Kerl, der „ein wenig länger“ brauchte. Wer’s bei ihrem Tempo allerdings glaubte, der wäre wohl recht naiv? Sie ließ ihm seine Atemzüge, obwohl sie den Kopf provozierend schief legte und ein weiteres Mal zwinkerte. Mach‘ ruhig. Schon okay. Es bestand wahrlich keinerlei Grund zur Hektik, wenn man sie so betrachtete. Weder fühlte sie sich in der fremden Wohnung noch auf seinem Schoß merklich unwohl, sondern vielmehr mutete ihre Haltung sogar recht entspannt an. Natürlich nur dann, wenn man diesen instinktiven Drang ihre Muskeln spielen zu lassen und in Bewegung zu bleiben ignorierte. Sie konnte scheinbar nicht einfach stillsitzen, aber das war es auch schon. Hatte nicht jeder ein Recht auf seine kleinen Eigenheiten?

Angeschlagenes Ego oder nicht, seine Frage wurde durch ein überaus ehrliches Schulterzucken beantwortet, das einfach zu deuten war. Ganz gut, ja. Genauso wie das Funkeln in ihren Augen, das zu dem frechen Grinsen und Schulterzucken ausgezeichnet passen mochte. Erst als das Lachen etwas zu schnell nach seinem Blick auf die patriotische Flagge fiel, legte ihre Stirn sich in Falten. Man konnte beinahe meinen, da hätte jemand die Niederlage der Konföderierten immer noch nicht so recht verwunden? Wie wenig überraschend. Seine Worte brachten jedoch Erlösung und als wäre sie selbst ein wenig über das Ausmaß der eigenen Liebe zu ihrer Heimat verwundert, lachte sie leise auf. Sie lachte allem Anschein nach gern. Über sich selbst, über das Leben und alles, was es ihr erlaubte einen Augenblick loszulassen.

Sie befanden sich also noch am Anfang? Mit einem Nicken stellte sie den Blickkontakt her.
Na dann, Sugar plum. Dann lass mal sehen, was du kannst? Der Unterton verriet allzu deutlich, was unausgesprochen blieb. Wie zuvor ließ sie ihn machen, während ihr Körper sich perfekt ruhig verhielt. Zu brav, mochte man meinen. Erst als seine Hände ihre Jeans erreichten, kam sie ihm zuvor. Mit mehr zwei Kicks, was bei der enge der Jeans kaum verwunderte, beförderte sie diese selbst auf den Boden. Ein wenig zu weit, sodass sie gegen den Türrahmen fiel. Wen kümmerte das schon? Und dann kam bei seiner Frage plötzlich Leben in ihren reglosen Körper.

Schon besser, aber - Mit geschickten Griffen würde sie ihn auf den Rücken drehen und sich selbst nach oben rollen, sollte er dies zulassen. Ein wenig, als würde sie ein Kalb in den Staub werfen und kurz davor sein es einer Rodeo-Queen alle Ehre machend zu verschnüren. Mit zuckenden Mundwinkeln würde sie ihn betrachten, während sie seine Beine hinabglitt und ihre Fingernägel über seinen Oberkörper glitten. „Oh, verdammt! Vielleicht war es eine zu fließende Bewegung, ein wenig zu schnell ausgeführt oder sein Muskel hatte sich im falschen Moment gespannt oder seine Haut war doch eher sanfte Berührungen gewöhnt. Oder, oder, oder. Es hatte jedenfalls nicht viel gebraucht, um Alles zu verändern. Das brauchte es nie. Ein dummer Zufall, ein Missheschick. Und Ihr Lächeln gefror und ihre Augen wurden weit, fixiert auf einen kleinen Riss in der Oberfläche seiner Haut.

Die winzige Schramme war ein Versehen? Eindeutig, so wie sie ihre Hände umgehend in einer Abwehrhaltung hob. Ein Unschuldsengel, nach wie vor. Und dennoch würde bald der Geruch von Blut in der Luft liegen… Aus Versehen.
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Re: Late at Night... [offen]

Postby Joshua Callahan » 08 Jun 2015, 16:43

Genaugenommen kannten sie sich überhaupt nicht. Nur ihre Vornamen und wer wusste schon, ob die überhaupt stimmen. Vornamen gab es so viele auf der Welt, da konnte man sich wirklich frei bedienen ohne gleich jemanden damit zu beleidigen. Sie wussten rein gar nichts voneinander, daran änderte auch die Tatsache nichts, dass sie mittlerweile recht unzureichend bekleidet waren. Manch einer mochte glauben, damit habe man schon buchstäblich eine Menge enthüllt, aber was bedeutete das schon ohne jedes Wissen darum, was dahintersteckte? Woher diese oder jene Narbe stammte. Warum es weiße Spitze war und nicht schwarze Seide. Warum er scheinbar sorgfältig auf sich achtete. Nichts.

Er könnte wirklich der gute Junge sein, der nett im Park grillte und schön wohnte und heute ausnahmsweise mal was für ihn unfassbar Gewagtes tat, weil ihm die letzte Freundin schon vor längerer Zeit weggelaufen war und ihn so langsam der Hafer stach. Oder er hatte sie genau da, wo er sie haben wollte und könnte jeden Moment sein wahres Gesicht zeigen, sich als richtiger Dreckskerl outen, da er sie nun hatte, wo er sie haben wollte und eine Flucht nicht mehr ganz so einfach wäre.

Sie könnte wirklich das hübsche Mädchen aus dem Süden sein, das seine Heimat so sehr liebte, dass es bei jeder eingebildeten kleinen Andeutung, man sähe das nicht ebenso in Abwehrhaltung ging. Oder sie hatte einfach ein paar Filme zu viel gesehen und konnte sich so mutig fühlen wie eine ihrer Heldinnen, bevor sie brav wieder nach Hause ging, sich die Haare zuammenband, die Kontaktlinsen wieder gegen die Brille tauschte, Mum und Dad anrief, dass sie artig wieder zu hause sei und irgendwann kichernd ihren Freundinnen von diesem Abenteuer erzählte. Die das niemals glauben würden. Weil sie so etwas nie täten. Oder sie könnte die halbe Einrichtung mitgehen lassen.

Oder oder oder.

Unendlich viele Möglichkeiten, die alle offen bleiben mußten, weil es darauf gerade keine Antwort gab. Die müsste man suchen, so wie die vielleicht vorhandenen niedlichen T-Shirts in seinem Schrank. Aber wozu das gerade tun. Es lief schließlich auch ohne diesen ganzen Ballast ganz gut, ziemlich sicher waren die meisten Erkenntnisse, die man gewinnen würde schlichtweg nutzlos, da man schließlich nicht sein Leben miteinander zu verbringen gedachte und um die meisten Dinge konnte man sich ohnehin erst kümmern, wenn es so weit war. Es gab genug Greifbares für die unmittelbare Aufmerksamkeit und so manche Frage würde sich sowieso von ganz allein irgendwann beantworten und wenn es nur die ihrer Oberbekleidung beim Verlassen dieser Wohnung war.

Er brauchte nicht wirklich länger. Er
wollte nur länger brauchen. Warum das Essen herunterschlingen, wenn man es auch genießen konnte? Aber wenn das Essen nicht unbedingt wollte...er würde sich sicher nicht streiten. Kalt werden sollte es ja nun auch nicht. Der Jeans sah er nur kurz mit einem Grinsen hinterher, bevor sie wieder seine volle Aufmerksamkeit hatte. Er ließ auch zu, dass sie ihn wieder unter sich brachte, lediglich eine ein wenig hochgezogene Braue verriet seine Belustigung. Doch wie schon vor einiger Zeit, als sie an seinem Shirt gezogen hatte bekam sie auch diesmal ein wenig Widerstand. Die kleine Erinnerung, dass er ihren Wünschen zwar folgte, aber nicht musste.

Sein schiefes Grinsen blieb, als sie auf ihn herabsah. Schon besser? Soso. Dann mal ruhig weiter im Text. Gerne auch so. Beschwerden lagen ihm scheinbar gerade sehr fern. So blieb es doch eine Herausforderung. Davon hatte er an diesem Abend bisher schließlich jede angenommen. Und so lachte er auch nur leise, als das bisschen Blut floss, und sie so zurückschreckte, zuckte nicht einmal zusammen, griff stattdessen nach seinem Hosenbund, wartete dann allerdings doch noch einen Moment ab, vielleicht, weil sie so erschreckt tat.


"Honey, ich mach ja schon. Ich habe dich auch gerade schon verstanden." zog er sie auf. Wieder mit diesem Hauch Selbstironie, der ihm zueigen zu sein schien. In jedem Fall kein Vorwurf. Als sei das nichts. Vielleicht stand er ja auch drauf. Wer wusste das schon.
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Re: Late at Night... [offen]

Postby Candace Reed Harper » 08 Jun 2015, 21:39

Sie war das Mädchen, das sie schon immer gewesen war. Äußerlich. Die geliebte Tochter, behütete Enkeltochter, bewunderte oder blöde Schwester, beste Freundin und liebste Feindin, ein Unruhestifter aus Überzeugung und eine unbewusste Herzensbrecherin. Jemand, der den Staub in der Heimat aufwirbelte und in der Stadt verloren war. Einsam. In den grauen Augen fand sich ein Spektrum an Emotion, das für Fremde wohl so schwer zu deuten war, als wäre es in einer Geheimsprache verschlüsselt worden. Scheu verbarg sich hinter einem selbstsicheren Grinsen, das keinen Zweifel daran ließ, dass sie im rechten Moment bereit war das Richtige zu tun. Über den eigenen Schatten springen, die eigene Sicherheit aufzugeben und helfend die Hand auszustrecken. Sie würde anderen aus dem Staub helfen, auch wenn sie selbst sie dorthin geschickt hatte, solange es dafür einen guten Grund gab. Sie war das Mädchen, das sie schon immer gewesen war. Ein gutes Mädchen, das sich am Morgen im Spiegel in die eigenen Augen schauen konnte.

Vielleicht fürchtete sie sich deshalb nicht davor seinen Augen zu zeigen, was sie zu bieten hatte. Er sollte sehen, wer sie war. Als hätte sie nichts zu verbergen, als gäbe es keinen Grund sich zu schämen und als sollte er das Geschenk ihres Vertrauens zu würdigen wissen. Sie war bereit ihm zu vertrauen, weil er ihr noch keinen Grund gegeben hatte ihm nicht zu vertrauen. Sie selbst scheute keine Pflicht, aber würde auch ihn nicht aus seiner Verantwortung entlassen. Sie kannten einander nicht, wussten nichts über den Anderen und wollten keinerlei unnötigen Bände knüpfen. Nur bekam man auf dieser Welt nicht immer das, was man eben gerade wollte. Manchmal führte das Schicksal zwei Menschen zueinander, die nicht zueinander geführt werden wollten, während sich anderenorts zwei Menschen aus den Augen verloren, obwohl ein starkes Band sie einst verbunden hatte. Ob das Eine oder Andere nun fair oder unfair war, in ihrem Blick fand sich kein Zögern. Sie würde akzeptieren, wie das Leben eben so spielte – und wer der Junge mit den faszinierenden Augen am Ende der Nacht für sie sein würde. So schwer greifbar die Mixtur aus Grün und Braun war, so beständig schien das Grau.

Die Zeichen standen dennoch auf Sturm. Ihr Brustkorb hob und senkte sich, während ihre Muskeln das übliche Spiel spielten und ihre von den Küssen gezeichneten Lippen bebten. Die Finger zitterten immerhin nicht, sondern waren in der Luft gefroren. Schuldbewusst, wie es das Lächeln auf ihren Lippen nicht sein konnte oder wollte. Für einen kurzen Augenblick schien sie hin- und hergerissen, beinahe schon unsicher und zwanghaft kontrolliert, ehe ihre Fingerspitzen sich wieder seiner Haut näherten. Vorsichtig zunächst, als könnten sie sich plötzlich doch noch daran verbrennen, doch alsbald schon mit der gewohnten Neugier. Dass sie seine Hände vom Hosenbund schieben würde, sollte er dies zulassen, verwunderte sicherlich nicht mehr, als das seinen Worten folgende Zucken ihrer Mundwinkel. Eine so ehrliche Geste, die es ihr nicht bloß erlaubte die eigene Ungeduld mit Humor zu nehmen, sondern vielmehr für die ihr entgegengebrachte Nachsicht zu danken.


Darf ich, Sugar plum?Träge lösten ihre Augen sich endlich von der Schramme, die den Astralkörper zierte, um die seinen zu finden und darin zu lesen. Sieh' was du getan hast. Sieh' was ich getan habe. Für einige Sekundenbruchteile verlor sie sich in seinem Anblick, ehe ihre Fingerspitzen von seinem Bauchnabel unendlich langsam gen Süden wanderten. Nicht vorbei an dem Karmesinrot, sondern mitten hindurch. Keine Berührungsängste und keine Angst.Das tut mir leid. Worte so ehrlich, wie der Blick, der den seinen auffing. Sie stand ein für ihre Taten und Worte. Den Blickkontakt nicht brechend, kam ihr Oberkörper dem seinen näher, um ihre Lippen an die seinen zu bringen. Federleicht der Kuss und eiskalt die Ringe auf seiner Haut. Würde er sie nicht aufhalten, würden ihre Hände die Hose öffnen und weitere Küsse folgen und sein Kinn, seinen Hals und seinen Oberkörper hinab wandern. Tiefer und tiefer, bis zu der tiefroten Linie …
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Re: Late at Night... [offen]

Postby Joshua Callahan » 09 Jun 2015, 00:35

Unverbindlich.

Vielleicht war das das Zauberwort. Sie kannten sich nicht und sie wussten nichts voneinander abgesehen davon, dass es ziemlich offenbar eine gegenseitige Anziehungskraft gab und sei sie nur körperlich. Oder der Notstand einfach groß genug war. Die Abenteuerlust. Was auch immer.

Es würde maximal einen Morgen danach geben. Einen Abschied. Nichts, das man hinterher erklären müsste. Das einem peinlich sein könnte. Das einen immer wieder einholen könnte und für das man sich rechtfertigen müsste. Keine Makel, die es zu verbergen galt. Nichts, was die Beziehung verändern könnte, da es schlichtweg keine gab. Alles freiwillig. Man nahm den anderen, wie er war. Nicht mal der ewige Dank könnte einen effektiv verfolgen mangels Informationen. Keine weiteren Konsequenzen, wenn man ein Minimum an Regeln beachtete.

Wenn man nichts über den anderen wusste konnte man auch wenig falsch machen. Oder auch alles, aber selbst das war dann eben Pech. Man war frei zu versuchen und zu sehen, ob es passte oder eben nicht. Mit ein bisschen Glück fand man für eine Weile zueinander. War man frei zu sein, wie man eben war oder konnte sein, wer man wollte, weil es keinen nächsten Tag gab, dem das Bild oder man selbst standhalten musste. Keine Versprechen, keine echte Bedeutung, nur ein bisschen Spaß. Wann konnte man das Leben schon mal so unbelastet angehen, wenn man sich darüber einig war? Dann war Vertrauen ausnahmsweise leicht verschenkt. Musste man keine Angst haben. Dann funktionierte auch ein scheinbar so ungleiches Paar wie sie es waren. Konnten sie sich hinterher in die Augen und in den Spiegel sehen.
Solange man sich darüber einig war.

Wie sie auseinandergehen würden würde sich irgendwann zeigen, sie wie sich zeigen würde, in welcher Kleidung sie das Haus verlassen würde. Dinge, die in der Zukunft lagen, und die formte sich schließlich aus der Gegenwart. Also galt es, genau die nach den eigenen Wünschen zu gestalten. Und das bedeutete im Moment zu warten. Sie genau zu betrachten, jedes Detail zu beobachten, das ihm etwas über sie verriet, über das, was sie wollte, was er tun könnte, damit der Abend weiter seinen Lauf nahm. Und natürlich zu genießen, was ihm so freizügig geboten wurde, gerade wenn man bedachte, wie eilig sie es zu haben schien. Da galt es dann wohl nichts zu verpassen, all diese kleinen Details, jedes Zittern, jedes tiefe Einatmen, jede hinterlassene Spur, sei sie auch noch so flüchtig. Vertrauen würdigen, wenn auch ein klein wenig egoistisch. Ziemlich egoistisch. Das leichte Lächeln mit dem er sie beobachtete verbarg nichts von alldem.

Er nahm die Hände fort, warum auch nicht, bestand doch die realistische Chance, dass sie die Aufgabe übernehmen würde, die er gerade hatte angehen wollen. Und er aufgrund der allgemeinen Lage ziemlich optimistisch war, dass sie das gerade wesentlich besser können würde als er. Allerdings nur fort von seinem Hosenbund, nicht fort von ihr. Geduldig ja, aber irgendwann reichte es dann auch mit der Geduld.


"Sicher, Honey." Er schmunzelte, als sie fragte, folgte ihrem Blick. Die Schuld nahm er gerne auf sich sagte ihr der Blick, mit dem er den ihren erwiderte. Wenn er sich nur das hatte zuschulden kommen lassen, dann konnte er wahrlich gut damit leben. Könnte er sich durchaus noch tiefer verschulden. Er legte sich zurück, verfolgte mit halbgeschlossenen Augen der Bahn, die ihr Finger zog, während er eine Hand in ihrem Haar vergrub und sie dichter an sich zog.

"Hmm, mir gerade nicht." Das klang nun doch endlich ernsthaft abgelenkt und ließ nicht gerade auf das Bedürfnis nach weiterer ausschweifender Konversation schließen. Scheinbar brauchte er seine Konzentration gerade für etwas anderes. Aufhalten würde er sie ganz sicher NICHT. Er ließ sich ja eine Menge nachsagen, aber dämlich war er nicht. Zumindest dann nicht, wenn man es nicht schon für dämlich hielt, eine Wildfremde mit nach Hause zu nehmen. Aber dann wäre er immerhin nicht allein auf der Welt.
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Re: Late at Night... [offen]

Postby Candace Reed Harper » 09 Jun 2015, 15:09

Manchmal war etwas einfach zu gut, um wahr zu sein. Das hier, was auch immer es für ihn sein mochte, schien in ihren Augen allem Anschein nach zumindest verdammt gut. Verdammt richtig. Jetzt, nicht am nächsten oder übernächsten Tag. Solange keine Fragen, nicht über das Fieber nachgedacht oder irgendwelche Erwartungen gestellt wurden, solange war alles Bestens. Alles, was sie tat und er sah, ließ jedenfalls nur diesen einen Rückschluss zu. So, wie sie einem Wirbelsturm gleich in sein Leben getreten war, würde sich im nächsten Moment wieder verschwinden und weiterziehen. Das Leben eines Anderen aufmischen, durcheinanderbringen und vielleicht eine Wüste der Zerstörung zurücklassen. Nun es wäre ebenso wenig sein Problem, wie es das ihre wäre. Wenn ihre Finger sich erst zurückgezogen, die Lippen in unerreichbare Ferne gerückt und die Ringe in dem Longsleeve verschwunden waren, sowie ihre Beine in den engen Jeans geschlüpft waren, würden ihre Boots sie forttragen. Irgendwohin. Einen Fuß vor den anderen setzend und nicht zurückblickend, würde sie an einem anderen Ort den Staub aufwirbeln. Genauso, wie sie es wollte. Wie immer.

Und was wollte er? Nur ein bisschen Spaß. So viel, wie ein angeblich guter Junge am Wochenende vertragen konnte. Nicht mehr, nicht weniger. Ihre Mundwinkel zuckten bei dem Gedanken, während sie ihre Finger über die Höhen und Tiefen seiner Bauchmuskulatur wandern ließ. Über die Linien, die sich nicht über Nacht hatten schaffen lassen. Zeichen harter Arbeit, die sie klar zu schätzen wusste. Während er den Part des aufmerksamen Beobachters übernahm, verlor sie sich in der Aktivität. In dem, was sich eben gerade richtig anfühlte. War sie ein ebensolches Naturtalent, so wäre dies eine sichere Wahl. War sie hingegen dabei allein den eigenen Instinkten zu folgen, wäre es wohl eine besondere Form des Glücksspiels. So, wie seine Hände in ihrem Haar, die einem Gewinn gleichkamen, weil sie nicht im Geringsten daran dachte Beschwerde einzureichen. Warum auch? Provokant langsam erreichten ihre Fingerspitzen stattdessen seinen Bauchnabel, sowie den dort beginnenden dunklen Haaransatz. Mit einem neckischen Grinsen auf den Lippen unterbrach sie die Folge der Küsse, die sich inzwischen nur noch wenige Zentimeter von dem Tiefrot entfernt befand. Happy trail, huh?

In aller Ruhe richtete sie sich auf, wobei die eine Hand flach ausgestreckt auf seiner Haut liegen blieb, während die andere dem Haaransatz bis zu seinen Jeans folgte. Das Spiel seiner Gesichtszüge nicht aus den Augen lassend, sprang der Verschluss kurz danach auf. Endlich, schien ihre für das schiefe Grinsen verantwortliche hochgezogene Augenbraue zu sagen. Mit wenigen Griffen würde ein weiteres Stück Kleidung seinen Weg auf den dunklen Holzboden finden, sollte er im rechten Moment zu helfen wissen, ehe sie sich wieder ihrem Spiel widmete. Der imaginären Linie, deren Verlauf sich auch im letzten Moment nicht geändert zu hatte. Sie waren gleichauf, auf die eine oder andere Art und Weise. Mit einem Zwinkern, denn Worte brauchte es wahrlich nicht mehr, folgten weitere Küsse. Tiefer und tiefer, immer weiter auf das Karmesinrot zu. Sie würde doch nicht? Oh doch, es sah verdammt nochmal ganz danach aus.

Ohne Zögern sanken ihre Lippen nieder, um in den einsamen Tropfen Tiefrots einzutauchen. Mit geschlossenen Augen richtete sie sich auf, augenscheinlich um ein Stück von ihm anzurücken und den Pfad fortsetzen zu können. Bis zum bitter-süßlichen Ende? Sie konnte es auf ihrer Zunge schmecken. Sie konnte ihn schmecken und ihre Kehle schnürte sich zu. So unendlich süß, wie Pfirsicheistee. Etwas, auf das sie nur ungern verzichtete und doch verzichten würde. Musste. Sich in Geduld üben, sich den Gesetzen der Natur widersetzen und zur Gesetzlosen werden. Er konnte das Funkeln in dem Grau vor seinen Augen sehen, würde er sie nicht schließen. Und die plötzliche Veränderung darin, das Anspannen ihrer Muskeln und gefrieren ihrer Bewegungen. Ohne Luft zu holen richtete sie sich auf, bevor ihre Fingerspitzen zuerst das Rot von ihren Lippen verschwinden ließen und ihre Zunge über ihre eigene Haut leckte. Geduld, Mädchen. Sie zog sich zurück. Obwohl sie sich noch immer nicht rührte, konnte er es mit Sicherheit spüren. Obwohl das Lächeln auf ihren Lippen blieb, schien es plötzlich vorsichtiger. Zurückhaltender und irgendwie reserviert, wie in dem Moment, als sie sich das erste Mal angesehen hatten. Unberechenbar.


Vielleicht“, begann sie, nachdem die letzten Spuren seines Geschmacks nur noch in ihren Gedanken existierten. Vielleicht, ist das hier einfach zu gut, um wahr zu sein, Darlin‘. Nun gab es wohl keinen Zweifel mehr, dass die emotionale Distanz zwischen ihnen zugenommen hatte. Den Blick peinlich berührt abwendend und ein selbstironisches Grinsen präsentierend, atmete sie tief ein.Zu verdammt gut, Darlin‘.Jede Silbe verriet, wie schwer es ihr fiel der Versuchung zu widerstehen. So verdammt ehrlich. Um welche Versuchung es sich handelte war sicherlich nicht wirklich zu sagen, aber vielleicht war dies ein Glücksfall? Wer wusste schon, was tatsächlich in ihr vorging? Sie wollte ihn so sehr und das war wahrlich kein Grund sich zu sorgen, nicht?

Kein Blut mehr auf den Lippen, aber der Nachgeschmack wie Feuer brennend und nur mit der Erinnerung an die vorangegangene Jagd zu verdrängen, starrte sie ihn an. Sprachlos. Dieses Mal nicht mal den Versuch unternehmend um Worte zu ringen, denn es gab keine Worte für das, was in ihrem Kopf vorging. Nur dieses selbstironische Grinsen, als habe sie sich selbst bei etwas Verbotenem erwischt. Oops. Jeder Wimpernschlag, jeder erzwungene Herzschlag und Atemzug der verging ließ das Funkeln in ihren Augen an Kraft gewinnen. Ein irres Gefühl, das es versprach. Ihm und Ihr. Eine unglaubliche Nacht, die man nicht vergessen würde. Weder er, noch sie. Ein wahnsinniger Höhepunkt im Leben, den man wie eine einmalige Chance nicht verpassen wollte. Er nicht und sie nicht.

Und deshalb kehrten ihre Finger zurück zu ihm. Weil sie sie einfach nicht von ihm lassen konnte, weil die Geduldsprobe sie anmachte. Warum auch nicht? Sie würde nachgeben, irgendwann. Aber – Nicht ohne zuvor noch ein weiteres Mal einen unkontrolliertem Kuss zu initiieren. So schüchtern der erste Kontakt auch gewesen sein mochte, so ungezwungen war die Entwicklung. Leidenschaftlich, wild und als legte sie selbst sich in den Kuss. Alles, was sie ein gewesen war und nun war. Ihren Körper an den seinen schmiegend, würden ihre Lippen ein letztes Mal wandern … Zu seinem Kiefer, über seinen Nacken und Hals. Es war Zeit dem Herrn dafür zu danken, dass man im Süden die regelmäßige Jagd zu schätzen wusste, aber das wusste er nicht. Nein. Er wusste es wirklich nicht. Noch nicht. Noch waren die Bisse nicht mehr als ein sanftes Spiel. Spaß. Und Spaß wollten sie schließlich beide?
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Re: Late at Night... [offen]

Postby Joshua Callahan » 10 Jun 2015, 00:32

Dieser Abend nahm wirklich nicht das erste Mal eine überraschende Wendung und er hatte wirklich gut angefangen. Mit einem wirklich interessanten Gespräch, dass sie auch ins Bett, nun ja, Sofa, geführt hatte und wesentlich spannender - und komplexer - gewesen war als 'Ficken oder Pizza?' Bis dahin war also wirklich alles mehr als in Ordnung und wesentlich besser, als zu erwarten gewesen wäre. Wenn man denn Erwartungen hatte. Sie hatten sich blendend verstanden und ihr eigenes kleines Duell geführt ohne größere Verluste, verbal wie körperlich. Zumindest bisher. So ein kleiner Tropfen Blut zählte nicht wirklich. Das war nichts. Und es war ja nicht so, als hätte sie sich dafür nicht angemessen entschuldigt. Was sie gern und ausführlichst wiederholen dürfte, wenn es nach ihm ging. Sie waren sich einig. Sie gefiel ihm und er gefiel ihr offenbar. Scheinbar wollten sie das gleiche.

Wo also war das Problem?

Gut. Er würde unterschreiben, dass er gerade ziemlich abgelenkt war. Und auch, dass er gerade nicht mehr unbedingt mit dem dafür vorgesehen Körperteil dachte wie noch eine ganze Weile zuvor. Aber welchen Teil hatte er zwischen mach endlich hin Junge, ich zieh mich schon mal selber aus und dich gleich mit und 'das ist zu gut, um wahr zu sein' verpasst? Welcher Teil fehlte ihm zwischen Sugar plum und Darlin'? Was genau war ihm bitte entgangen? Er war vielleicht gerade etwas unkonzentriert, aber nicht völlig weggetreten.

Er hatte sie machen lassen, alles andere wäre auch kontraproduktiv gewesen, hatte ihr nur geholfen, seine mittlerweile ziemlich lästige Jeans loszuwerden. Sie wollte spielen? Sich entschuldigen? Sollte sie. Manchmal war die Opferrolle doch gar nicht so schlecht. Umkehren konnten sie die Lage immer noch. Es sollte ja fair bleiben, nicht wahr? Jeder zu seinem Recht kommen. Seine Hand blieb in ihren Haaren vergraben, während er in der Tat die Augen schloss, als sie sich ihren Weg suchte über angespannte Muskeln. Vielleicht entging ihr, dass er sich auf die Unterlippe biss, vielleicht auch nicht, ihre Mimik nahm er in jedem Fall nicht wahr. Die war auch wirklich gerade nicht ganz oben auf der Prioritätenliste, die kam irgendwo ganz weit hinten unter ferner liefen, im Kleingedruckten unter dem, was sie gerade mit ihren Händen und ihrem Mund machte. Mit Geduld hatte das nicht mehr viel zu tun. Stille Wasser waren ja bekanntlich tief und gab es nicht die berühmte Ruhe vor dem Sturm?

Dennoch öffnete er die Augen, als er spürte, dass sie erneut erstarrte, so wie gerade eben schon einmal. Grün und Braun suchten Grau, wollten herausfinden, was sie nun wieder umtrieb, die sie so extrovertiert und trotzdem so unkalkulierbar war, obwohl sie alles nach außen zu kehren schien, was sie war. Er schien etwas sagen zu wollen und schwieg dann doch, um sie weiter zu mustern, als müsse er das Mysterium Candace lösen, damit er nicht wieder überrascht wurde, auch wenn ein Erfolg kaum länger von wert sein würde als in dieser Nacht, ihm aber immerhin bescheren würde, was er wollte. Echtes Interesse an ihr vielleicht? Oder er nutzte einfach eine willkommene Pause, kam wieder zu Atem und plante den nächsten Schritt.


Es dauerte einen kleinen Moment, die leicht zusammengezogenen Brauen verrieten seine Verwirrung, dann erwiderte er ihr Grinsen. "Möglich. Ich wär' dafür, wir finden es raus." Bisschen spät, Angst vor dem eigenen Mut zu bekommen, hmm? Und wer nicht wagte, der gewann schliesslich auch nie. Damit legte er ihr die Hand die er ohnehin in ihren Haaren hatte an ihren Hinterkopf und zog sie zu sich herunter, um sie zu küssen und damit hoffentlich zum Schweigen zu bringen, wenn das zufällig mit ihren Plänen übereinstimmte, umso besser. Seine andere Hand, bisher auf ihrem Oberschenkel, schob er zu ihrer bereits so ausgiebig bewunderten und für gut befundenen Kehrseite und unter die weiße Spitze.

Ja, er schien sich wirklich sehr für den Süden zu interessieren. Und wenn er es dafür mit einer ganzen Armee aufnehmen musste, bitte. Irgendwas war ja immer.
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Re: Late at Night... [offen]

Postby Candace Reed Harper » 10 Jun 2015, 20:07

Sie war überall. Ihre Lippen erkundeten seinen Körper, fanden jede Vertiefung und jede Erhebung. Zeitgleich konnte er ihre Fingerspitzen auf seiner Haut spüren, an ihm und bei ihm. Ihr eigener Körper schmiegte sich wie von Gott dafür vorgesehen an, ließ keinen Spielraum und keinen Zweifel an ihren Absichten. Sie würde keinen Rückzieher machen. Er hatte seine Chance gehabt und nun gab es kein Zurück mehr, wenn man so wollte. Beide wussten, wohin diese Reise gehen und wie lange sie genau dauern würde. Es gab keine Abweichung vom Weg, keine Verzögerungen oder Verspätungen.

Worte waren verloren, jedenfalls in ihrer Welt. Die Wärme seines Körpers auf ihrer Haut, sowie den trägen Rhythmus seines Herzschlags und Pulses unter ihren Fingerspitzen auskostend, verlor sie sich in dem Augenblick. In all dem, was sie am Ende von ihm unterschied. Seine Hände wurden mit einem wohligen Seufzen begrüßt. Der Biss auf die Unterlippe mit einem sachten Lächeln, das nur allzu bereitwillig die Verantwortung für sein Tun übernahm. Sie wusste schließlich, was sie tat. Und das, was sie tat, war nicht weniger egoistisch, als das, was er tat. Nein, es war sogar mehr als egoistisch. Eigensinnig. Wie der Blick durch ihre langen Wimpern, mit dem sie den seinen auffing. Er wäre schüchtern gewesen, wäre das Lächeln nicht jenem Grinsen gewichen, das mit den Jahren zu spielen wusste. Zu frech, um das Mädchen jemals zur Frau werden zu lassen. Zu entschlossen, um die Frau jemals wieder als Mädchen sehen zu können. Und so ehrlich, das es das Herz brach.

Ich wär' dafür, wir finden es raus, sagte er und sie schüttelte in gespieltem Unglauben ihr Haupt. Als könnte sie nicht fassen, wie weit sie ihn mitgezogen und er sich mitreißen lassen hatte. Ohne Widerworte ließ sie sich zum Schweigen bringen, wenn auch ihre Lippen die seinen einen Bruchteil eher fanden. Es hätte wohl genauso gut andersherum sein können, huh? Vielleicht konnte er das Grinsen noch auf seinen Lippen spüren, bevor sie den Kuss auf die nächste Ebene trug und er an eben jenen ihre Zähne spüren konnte. Vorsichtig, als würde sie ihn wegen dem zuvor gezeigten und unbewussten Biss auf die eigene Unterlippe aufziehen wollen. Offensichtlich war sie nicht die Art von Mädchen, die beim Küssen die Augen schloss und sich in Träumen verlor. Nein, sie bevorzugte es eindeutig dem Mann in die Augen zu sehen, den sie küsste. Ob dieser die Augen schloss oder nicht, spielte dabei augenscheinlich nur eine ungeordnete Rolle. Jedem das Seine.

Gekonnt suchte sie sich ihren Weg über seinen Körper, bis ihre eine Hand auf seinem Oberkörper ruhte und er ihren Atem in seinem Nacken spüren konnte. Beschleunigt, wie sein eigener Puls es vermutlich sein würde, da ihre andere Hand abermals gen Süden tendierte. In ihr unbekanntes Territorium? Nur wenn man nicht an das glaubte, was sie fremden Augen bot und so bereitwillig zur Schau stellte. Ein letzter Kuss, ehe sie an seinem Ohr zu flüstern begann.
Dann finden wir es raus, Sugar plum. Jetzt.Lautlos verschwanden ihre Fingerspitzen unter dem Stoff, wie der Happy trail, dessen Verlauf sie von seinem Bauchnabel an gefolgt waren.

Und ebenso lautlos fanden ihre Lippen die Haut an seinem Hals. Kurz und schmerzlos würden ihre Fänge durch seine Haut dringen, während ihre eine Hand seinen Oberkörper in die Polster drücken und ihr Gewicht seine Hüften ruhig stellen würde. Wie von selbst hatte sie sie gefunden. Die perfekte Stelle für einen weiteren Kuss, der ihre Lippen alsbald karmesinrot färben und alles in den Schatten stellen würde … Für ein paar Minuten stände die Welt still, wenn er nicht die Kraft und den Willen besaß diesen verführerischen Stillstand zu verhindern. Jedem das seine, huh?
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