Late at Night... [offen]


Re: Late at Night... [offen]

Postby Joshua Callahan » 22 May 2015, 00:58

Wer auch immer ihre neue Errungenschaft war, er schien eine gesunde Neigung zur Selbstironie zu haben. Und den Willen, ihren zielstrebigen Schritt zu lenken, zumindest wies er mit einer knappen Handbewegung den Weg, in einer schmalere Seitenstraße hinein, die noch ein wenig dunkler war, noch ruhiger. Dem Geschehen hinter sich hatte er keinen Blick mehr gegönnt. Und ja, was tat er denn eigentlich nicht allzu oft? Im Moment war da noch alles drin von einem gemütlichen gemeinsamen Abend auf dem Sofa bis hin zu Mord, Totschlag und Vergewaltigung.

Er sah immer noch völlig entspannt aus, schien amüsiert zu sein und ihre kleinen Duelle zu genießen und lief diese Straßen so selbstverständlich entlang, als täte er das wahrlich nicht zum ersten und vermutlich nicht zum letzten Mal. Zielstrebig und zügig. Als gehöre er hierher und wüsste genau, wie er sich hier zu bewegen hatte. Deswegen hatte er vermutlich auch die Muße, sie nebenbei genau zu betrachten, ihre Mienenspiel, ihre Reaktionen.


"Hey..." Er liess sich von ihr aus dem Gleichgewicht bringen und stolperte einen kleinen Schritt zur Seite, als sie schubste.
"Nicht so stürmisch, sonst schaffen wir es am Ende gar nicht bis nach Hause."

Mit einem schiefen Grinsen nahm er seinen Platz neben ihr wieder ein. Hob sacht eine Braue bei ihren nächsten Worten, liess sich aber auch dadurch nicht abschrecken, nur dieses ein wenig hintergründige Lächeln blieb, als fände er mehr als nur ein wenig Gefallen am bisherigen Verlauf des Abends.

Auf ihre nächsten Worte hin liess er sich ein wenig Zeit mit einer Antwort, als müsse er zunächst ihre Reaktion einordnen, brachten sie Meter um Meter hinter sich. "Hmm, ich kenne niemanden." Sein Blick ruhte einen Moment lang forschend auf ihrem Gesicht. "Ja, so habe ich es auch gelernt." Wenn es denn so einfach wäre. Dämliche Realität.

Einen Moment später kehrte auch sein Lächeln zurück, ein wenig schief, als amüsiere ihn die Erinnerung und ihre kleine Kunstpause, wäre sich ihrer Bedeutung bewusst. Aufmerksamer Zuhörer, der nette Junge. Wachsam und ziemlich sicher ziemlich nüchtern. "Ich war in Schwierigkeiten?" 'Ich doch nicht.' schien dieser Tonfall zu sagen. "Das war eigentlich ziemlich einfach." erklärte er dann im besten Plauderton. "Sie hat mich angesprochen. Wir haben uns unterhalten. Aber da ist diese Sache mit dem männlichen Ego, weisst du..." Sprachs, weise nickend und sicherlich aus Erfahrung.

Die nächste Ecke, und wieder würde er den Weg weisen, sollte sie ihm noch immer folgen.
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Re: Late at Night... [offen]

Postby Candace Reed Harper » 22 May 2015, 11:55

Weder die zurückgelegte Strecke, noch deren Verlauf durch dunklere Seitenstraßen schien sie auch nur im Geringsten zu beeindrucken. Kein Wunder, wenn man bedachte wie weit es in ihrer Heimat von einem Haus zum nächsten gewesen sein musste. Ohne Laternen, ohne Wegweiser oder irgendein Lebenszeichen? Jedenfalls fand sich auf ihren Lippen noch immer dieses so eigenwillige und über die Maßen lebensbejahende Lächeln, während sie genau dort blieb, wo sie schon die ganze Zeit über war. An Joshua’s Seite. So nah und doch so weit weg, wie die nur locker verschränkten Finger signalisierten. Keiner machten Anstalten sich dem Anderen zu nähern, den nächsten Schritt zu wagen und – Was genau zu tun? Der Verlauf des Abends war tatsächlich offen geblieben. Es waren keine leichtfertigen Versprechungen gemacht wurden. Keine leeren Worte, mehr noch keine Verpflichtungen.

Sie war sich seiner Beobachtung bewusst, daran würde bei ihrem Anblick wohl kein Mensch zweifeln, der bei klarem Verstand war. Immer wieder tanzte ihr Blick zu ihm, so wie ihre Mundwinkel und Muskeln immer wieder zuckten. Sie sprühte förmlich vor Leben. Ein Energiebündel, das seinesgleichen suchte? Nur wenn dem so war, dann folgte diesem Gedanken eine weitere Frage: Warum war sie hier draußen, inmitten der Straßen einer ihr allem Anschein nach wenig vertrauten Stadt, mit ihm? Dem netten Kerl von nebenan, der sich oder ihr sicherlich nicht schon im Treppenaufgang die Kleider vom Leib reißen würde und wie ein Wirbelwind durch seine Wohnung toben würd? Oder doch eher mit ihr gemeinsam einfach all diese abgedrehten Sachen anstellen würde, die ihnen Hand in Hand gerade so in den Sinn kamen?

Sich den Kopf zerbrechen half allerdings sicherlich wenig, vor allem da sie selbst es ganz offensichtlich nicht tat. Nicht eine Sekunde schien sie an all diese Fragen zu verschwenden. Dass er sich über den kleinen Schubs spielerisch beklagte fügte sich abermals nahtlos in das bisherige Bild, was für ihren nicht minder spielerischen Blick voll des Vorwurfs ebenfalls galt.
Da bleibt zu hoffen, dass das Warten es am Ende wert ist.Was wohl geschah, wenn es das Warten am Ende nicht wert war? Das blieb wie so Vieles in diesem Augenblick der eigenen Vorstellungskraft überlassen.

Das er ihren anderen Worten zustimmte ließ sie tonlos auflachen. Das eigentliche Lachen konnte aber unterdrückt werden, jedoch nur durch das Auflegen ihrer freien Hand auf ihre Körpermitte. Verstand man sich nicht prächtig? Und das vom ersten Moment an? Unfassbar nahezu. Der kurzen Zusammenfassung des Zwischenfalls, der seiner Meinung nach also keine Schwierigkeiten darstellte, folgte sie mit der gewohnten Aufmerksamkeit. Immer wieder suchte sie den Blickkontakt, nickte und lächelte. Eine eifrige Zuhörerin, die keines seiner Worte zu hinterfragen schien.
Ganz ehrlich? Weit weniger spannend, diese Geschichte, als ich es erwartet hätte, Darlin‘.Wieder dieses Grinsen, das die Ehrlichkeit ihrer Worte nur so viel entschuldige, wie es in den Augen des Gegenübers eben musste. Und ein Schulterzucken, als wäre das Thema damit bereits abgehakt?

Nicht sonderlich besorgt, sondern ihre in Berührung stehenden Hände jeden Schritt nachzeichnend lassend bog sie um die nächste Ecke. Einen Fuß vor den anderen setzend, folgte sie seiner Wegweisung. Hatte ihre Gutgläubigkeit sie je ins Unglück geführt? Oder hatten diese Boots schon mehr als einmal mittendrin gestanden? Den Boden der Tatsachen gespürt? In Tränen gestanden? Blut in den roten Staub sickern sehen, wo es dunkle Schlieren zog? Ein Gedanke, der durch die nur lose Verbindung ihrer Körper beruhigt wurde. Und durch die Gesichtszüge, die in beiden Fällen spätestens nun an die eines Unschuldsengels erinnern wollten … Wenn dieser Engel nur könnte, wie sein Herz wollte, und nicht müsste, wie sein Verstand sollte.
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Re: Late at Night... [offen]

Postby Joshua Callahan » 22 May 2015, 17:35

Weggewischt. Das 'ernste' Thema. Als wolle er sich jetzt mit so etwas nicht beschäftigen, mit dem Wert von Menschen und Besitzverhältnissen materieller oder immaterieller Natur. Er ließ es hinter sich, so wie ein Gebäude nach dem anderen, während sie liefen. Er sah ihr Lachen und nahm es hin. Vielleicht hatte er ernst gemeint, was er gesagt hatte, vielleicht auch nicht. Jetzt gab es andere Sachen zu besprechen. War es Nacht und die Zeit für ein wenig Spaß.Sollte es ein Spiel bleiben. Die Frage war nur noch, was das Ziel des Spiels war und um was sie eigentlich spielten.

Und als sie dann wieder sprach, lachte er leise, ein warmes, ehrliches Lachen.

"Na ja." sagte er und sah sie wieder an, von der Seite her, den Kopf nicht ganz ihr zugewandt. In seinen Augen stand wieder dieses amüsierte Funkeln. "Ich habe ja nicht gesagt, dass wir es unbedingt nach Hause schaffen müssen." Er zwinkerte und mit einer blitzschnellen Bewegung zog er ihr das Cap vom Kopf und setzte es seinerseits auf. Richtigherum. Denn wer stand denn nicht auf die NFL?

Eine nur vermeintlich subtile Herausforderung, in Wort wie Tat, den nächsten Schritt zu gehen, wie auch immer der aussehen mochte. Im Moment gab nichts anderes als die Straße selber die Richtung vor, in die sie beide sich bewegten. Und falls sich der nette Junge von Nebenan nicht doch eigentlich Sorgen machen sollte, was für ein Mädchen er sich da eingefangen hatte, das einfach so mit ihm ging, dann war davon rein gar nichts zu bemerken. So ein kleines Abenteuer hin und wieder konnte doch nicht schaden. Warum nicht auch mal bekannte Straße mit ein bisschen Würze versehen. Die immer gleichen ausgetretenen Pfade wurden doch irgendwann langweilig.

"Hmm, na gut, ich geb es zu."

Er räusperte sich und gab recht erfolgreich und nur ein klein wenig zu übertrieben den Angeber, der nur absichtlich tief gestapelt hatte.

"Sie hat mich erkannt und hat gedacht, sie könnte vor ihren Freundinnen Eindruck mit meiner Nummer schinden. Darüber hat sie leider ihren Freund vergessen. Der wiederum hat gedacht, abgesehen vom waidwunden Ego, wenn er mich von den Füßen holt, hat er richtig was zum Angeben. Beide sind gescheitert. Sie hat keine Nummer und er eine gezerrte Schulter. Spannender?"

Fragte er lächelnd nach, nachdem er diese Version der Ursache seiner 'Schwierigkeiten' zum Besten geben hatte. Schwierigkeiten....Schwierigkeiten hatten was mit Blut und Schmerz oder wahlweise der Steuererklärung zu tun.

"Und ich warte übrigens auch noch." fuhr er dann schmunzelnd fort und bewies ein halbwegs intaktes Erinnerungsvermögen dabei. "Wolltest du mir nicht zeigen, was man im Süden unter Spaß versteht?"

So sehr er im Vergleich zu ihr wie der ruhende Pol an ihrer Seite wirkte, so sehr ging er dennoch mit ihr voran, so wenig aufzuhalten wie sie. Kein Zögern. Nicht die Spur davon. Und eine gesunde Portion Neugier in der Stimme. Mit sanftem Druck an ihren miteinader verschränkten Fingern wies er ihr den Weg in die nächste schmale Strasse. Entweder sie wären gleich da oder er nahm mit anderer Absicht einen Weg abseits der Hauptstrassen.
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Re: Late at Night... [offen]

Postby Candace Reed Harper » 22 May 2015, 19:50

Weiter und immer weiter. Den Blick in der einen Sekunde noch nach vorn gerichtet, dann in der anderen wieder ihm zugewandt, als könnte sie nicht genug von ihm kriegen. Ihn sprichwörtlich keine Sekunde aus den Augen lassen. Ein stilles Kompliment oder eine Kleinigkeit, die in der Masse all der neuen Eindrücke unterging? Sie schien jedenfalls von seiner Art überaus angetan, wenngleich nicht direkt wie ein gänzliches naives Mädchen vollkommen verzückt. Wer wollte das aber auch schon? Sie nicht und er sicher ebenfalls nicht, weil dann der ganze Spaß mit Sicherheit irgendwie verloren wäre. All das wenige, was ihre so kurze ‚Beziehung‘ bisher ausmachte: Die Leichtigkeit des Spiels.

Als Joshua davon sprach, dass sie es nicht bis nachhause schaffen mussten und das Cap in seinen Besitz brachte, stoppten ihre Schritte abrupt.
Whoa!Mit großen Augen musterte sie seine Gestalt, wie sie es insgeheim schon unzählige Male an diesem Abend getan hatte. Der Schock stand ihr allerdings nicht allein ins Gesicht geschrieben, sondern vielmehr der Schalk, der ihnen ganz offensichtlich beiden im Nacken saß. Diebische Freu(n)de? Unbewusst biss sie sich auf die Unterlippe. In Gedanken ganz offensichtlich zwischen dem, was sie wollte, und dem, was Joshua wollen könnte, hin- und hergerissen. Wie ein Kind, das kurz davor war den Anderen einen Streich zu spielen. Soll ich oder soll ich nicht?Steht dir gut, das Cap.Es wurde dagegen entschieden und das Tempo wieder aufgenommen, bis sie nach einigen Schritten vor ihn trat und rückwärts weiter vor ihm herlief. Ein wenig langsamer selbstverständlich, schließlich wollte man nicht riskieren zu stolpern oder einen Teil seiner Geschichte zu verpassen.

Würde er das vorherige Schrittmaß beibehalten, dann wären sie sich nun wohl recht nah. Näher, als sie es je zuvor gewesen waren, was in Anbetracht ihrer gemeinsamen Geschichte nicht sonderlich schwer war. Und doch, es wäre ein weiterer Schritt aufeinander zu. Er würde ihre von langen Wimpern eingerahmten Augen sehen können, sowie das leichte Zittern ihrer Lippen, verursacht durch das amüsierte Zucken ihrer Mundwinkel bei seinen Worten, und diesen eigenwilligen Zug, der den Charme ihres Lächelns erst ausmachte. Die Art, mit der sie vor jedem Wort kurz ihre Augenbraue hob, um seine Wahl zu überdenken und dann doch einfach das sagte, was ihr in den Sinn kam. All diese unbedeutenden kleinen Dinge, die sie am Ende ausmachten. Das, was sie in seinen Gesichtszügen suchen würde, während sie sprach.

Sie hat dich erkannt?Eine überraschend leise Frage und keine Feststellung. Nachdenklichkeit ließ sie ihre Stirn runzeln.Phew. Diese Version ist definitiv spannender, aber ich fürchte das liegt daran, dass ich weder ihre Beweggründe noch die ihres Freundes nachvollziehen kann. Ihr Akzent umschmeichelte die einzelnen Silben und erkaufte Zeit, in der sie allem Anschein nach versuchte die Puzzleteile zusammenzufügen. Erfolglos, wie ein frustriertes Seufzen nach zwei weiteren Schritten verriet.Also, was meine Beweggründe angeht, die hatten anfangs eher etwas mit deinem süßen Hintern zu tun als mit irgendwelchen anderen Leuten.Ehrlich wie eh und je.

Mit einem Zwinkern drehte sie sich spielerisch, sodass sie sich fliegenden Haares erneut an seiner Seite wiederfand. Vielleicht sogar um zu kaschieren, wie ihre Wangen sich irgendwie ob der eigenen Offenheit verfärbten? Erst als er den Süden ansprach, sahen ihre Augen in wieder an. Direkt. Funkelnd, als stünde sie General Robert E. Lee oder zumindest einem der Dukes of Hazzard persönlich gegenüber. Es war jedenfalls leicht zu erkennen, was ihren Puls zum Rasen und ihr Herz dazu brachte einen Sprung zu machen. Home, sweet home. Mit einem Nicken stimmte sie Joshua zu, ehe sie sich den Finger ihrer freien Hand gedankenverloren an die Lippen legte und kurz darauf geräuschvoll einatmete.
Für das Meiste braucht es mindestens Zwei, aber – Wenn ich dir hier jedes Geheimnis verrate, dann geht der Reiz dabei noch verloren, Darlin‘.Und damit war sie wieder vor ihm, wieder rückwärtslaufend und plötzlich stehenbleibend. Ihn dieses Mal ganz bewusst auflaufen und sich von ihm vielleicht bis nachhause schieben lassend, sofern er mitspielen und es tatsächlich dorthin gehen würde … So verdammt unschuldig.
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Re: Late at Night... [offen]

Postby Joshua Callahan » 23 May 2015, 16:11

Er presste die Lippen zusammen und seine Schultern zuckten unter einem kurzen, unterdrückten Auflachen, als sich ihre Empörung Bahn brach. Hatte er nicht genau so etwas provozieren wollen? Immerhin hatten sie sich zwar bisher auf nichts weiter geeinigt, als ein wenig Spaß zu haben und auch das eher unverbindlich, aber das hiess ja nicht, dass man sich auf ein wenig Händchen halten beschränken musste und sei die Strasse noch so dunkel. Ein wenig mehr Spaß könnte er dann vermutlich doch vertragen. Zumindest hier und jetzt, mit ihr. Schien er nichts anderes zu tun, als ihre Plänkelei zu geniessen und weiter voranzutreiben. Und wenn Spaß nur war, sein Temperament an dem des anderen zu reiben und zu sehen, wie viele Funken dabei entstanden. Und ob ein Feuer daraus würde.

Sein Blick ruhte auf ihrem Gesicht, während sie ihn so unverhohlen musterte, ihr gutes Recht. Ein Recht, dass er sich schon früher am Abend genauso genommen hatte. Irgendwie musste schliesslich die erste Runde eingeläutet werden. Die Unschuld in seiner Miene und den zweifarbigen Augen wollte einfach nicht recht glaubhaft wirken, während er wartete, wie sie entscheiden würde und jedes Detail zu registrieren schien, den Schalk, den Biss auf ihre Unterlippe. Ein aufmerksamer Beobachter. Auf ihr Kompliment hin tippte er sich nur grinsend an den Rand des Caps und rückte es ein wenig zurecht. Irgendwie schien er zu wissen, dass sie eine Entscheidung getroffen hatte, die auch hätte auch anders ausfallen können. Ansporn für ihn vielleicht. Zu leicht sollte es ja auch nicht sein.


Er behielt sein Tempo bei. Ging diesen einen Schritt, egal ob er Einladung oder Herausforderung war. Kam näher. Wie gewünscht? Passte sich ihr wieder an, trat ihr nicht auf die Füße. Es war doch gar nicht schlecht, die Richtung zu bestimmen und jemand anderen das Tempo dabei bestimmen zu lassen. Und, sagte sein Blick, in dem immer noch dieses amüsierte Funkeln stand, es war auch gar nicht schlecht, ihr näherzukommen.

"Das macht rein gar nichts." erklärte er dann ernsthaft und nickte dabei. "Das gibt mir den Anschein des Mysteriösen."

Wenn nur dieser Blick nicht wäre, der seinen Tonfall irgendwie Lügen strafte. Das Leuchten in seinen Augen vertiefte sich, als sie weitersprach und fast schien es, als müsse er sich bemühen, seine Gesichtszüge zu beherrschen, so direkt konfrontiert mit ihrer Ehrlichkeit. Stattdessen seufzte er ein wenig theatralisch und schüttelte dann sacht den Kopf, beinahe enttäuscht. Als er sprach klang er tatsächlich geradezu düster.

"Ach Sweetheart...Ich hatte schon befürchtet, dass es nicht mein Charakter war..."

Wäre da nicht dieser Glanz in seinen Augen gewesen, man hätte glatt befürchten können, er meine es ernst. Nun, nicht, dass er ihren Hintern bisher außer acht gelassen hätte. Und andere Qualitäten. Mitnichten.

Er behielt sein Tempo bei, seinen gleichmäßigen Schritt, während sie sich drehte. Das Auge des Sturms, um das sie herumtanzen könnte, vor und zurück, ihrer Energie ein Zentrum gab, um das sie sie entfesseln konnte.

"Vorsicht." sagte er dann lächelnd. "Ich kann einen ziemlichen Forscherdrang entwickeln."

Und diesmal lief er tatsächlich in sie hinein, legte ihr einen Arm um die Hüfte, hob sie hoch, sollte sie es zulassen und trug sie ein paar Schritte nach hinten, ohne dabei auch nur aus dem Tritt zu geraten, bis sie sich mit dem Rücken an einer Wand wiederfand und er sie absetzte.

"Wir sind da."
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Re: Late at Night... [offen]

Postby Candace Reed Harper » 23 May 2015, 19:24

Manchmal verging die Zeit wie im Fluge, während sie in anderen Momenten stillzustehen schien. Das konnte entweder gut sein oder schlecht, je nachdem für wen sie gerade aus welchem Grund ihren Lauf änderte. Das leise Geräusch ihrer Schritte jedenfalls blieb. Ein stetes und leises Klacken, das im Entfernten an einen Herzschlag erinnerte. Es vermittelte Sicherheit in einem Augenblick, dessen Entwicklung sich nicht wirklich abschätzen ließ. Für beide Seiten. Das Unbekannte hatte zweifelsfrei seinen Reiz, dennoch stahl sie immer wieder Seitenblicke von ihrem Begleiter. Momentaufnahmen von Joshua, an die sie sich vielleicht erinnern würde. Vielleicht auch nicht, aber wer wollte schon diesem Lächeln misstrauen? Es wirkte so aufrichtig, wie es man es sich nur vorstellen konnte. Es kam und ging, war weder auf die Lippen gemeißelt noch erzwungen. Es war natürlich, so wie wohl alles an ihr von der Natur gegeben worden war. Das Gute, wie auch das weniger Gute?

Die zweifarbigen Augen hatten es ihren grauen Augen eindeutig angetan, zumindest suchte sie immer wieder den Blickkontakt. Sie scheute nicht etwa davor zurück, wie man es erwartet hätte, wenn sie sich an seiner Seite unwohl gefühlt hätte. Nein. Schüchtern war sie allem Anschein nach nicht, sondern eher von einem gesunden Maß an Interesse getrieben. Neugier für all jene, die den Millimetern zwischen ihren keine Beachtung schenkten. Ein Blatt Papier hätte man ebenso wenig zwischen ihre Körper klemmen können, wie die die Kühle des Pfefferminz des Anderen auf den Lippenspüren können, aber – Was nicht war, das konnte immerhin noch werden. Spielerisch verfolgte ihr Blick seine Bewegungen, als er an den Rand des Caps tippte. Seine Errungenschaft, zumindest für den Moment, wie ihr vor Sehnsucht nur so triefendes Seufzen verkündete. Sie würde es sich zurückholen. Irgendwie, Irgendwann.

Aufmerksam verfolgte sie seine Bemühungen die Kontrolle über seine Gesichtszüge zu bewahren. Das Leuchten seiner Augen, das theatralische Seufzen und die Veränderung des Tonfalls. Immer wieder fiel ihr Blick dabei von den Augen auf seine Lippen, während sie abermals auf ihre Unterlippe biss. Nicht fest, mehr als handelte es sich um eine unbewusste Reaktion auf all die Nuancen, die den bisher so ruhigen Joshua mit Lebendigkeit erfüllten und unruhig werden ließen.
Vielleicht tröstet es ja, dass jede Minute an deiner Seite droht bei mir den Wunsch zu wecken, deinen überaus mysteriösen Charakter ergründen zu wollen?Überaus einfühlsame Worte, die aber schon nach wenigen Schritten wieder von einem Schmunzeln und der gewohnten Unbeschwertheit abgelöst wurden. Natürlich wär es eine glatte Lüge zu behaupten, dass das - Sie schenkte ihm einen Augenaufschlag, der es ihr erlaubte ein weiteres Mal seinen Körper von Kopf bis Fuß abzuchecken.Mich nicht zumindest ein ganz klein wenig davon ablenken würde.Natürlich nur so ein ganz klein wenig.

Als ihre Drehung und sein gleichmäßiger Schritt ihre Körper aufeinandertreffen ließ, zuckte sie erwartungsgemäß nicht einmal mit der Wimper. Seine Warnung ließ sie dennoch die Augen niederschlagen und durch den Schutz ihrer Wimpern zu ihm aufblicken, um das allzu breite Lächeln vor ihm zu verbergen. Schüchtern irgendwie. Sie hatte mit dem Feuer gespielt. Sturm und Drang, huh?


Whoa! Abermals nicht schnell genug die richtigen Worte findend, ließ ihr Körper sich tatsächlich von ihm hochheben. Nicht leicht, wie eine Feder, was absolut unsinnig gewesen wäre. Aber so leicht, wie er es sicherlich zuvor vermutet haben musste. Nach Luft schnappend fanden ihre Lippen sich an seinem Nacken wieder, um das Gleichgewicht für sie beide zu wahren. Und selbstverständlich musste ihre freie Hand an seiner Schulter Halt suchen, doch sie protestierte nicht. Wer hätte damit gerechnet? Eine Sekunde sah es sogar so aus, als wollten ihre Beine sich um seine Hüften schlingen, wenn man dem schelmischen Funkeln trauen wollte. Wenn, wenn, wenn …

Erst als sie wieder abgesetzt wurde und ihr Atem, sowie ihr Haar ein letztes Mal über seine Haut strichen, war ihre Stimme zu nehmen. Gefüllt mit reichlich gespieltem Protest.
Schon?Wie bedauerlich. Mit dem gewohnten Funken Neugier wanderten ihre Augen nach oben, bis sie ihren Blick hob und an der Wand in ihrem Rücken hochzusehen versuchte. Dass ihr Brustkorb sich dabei aufwölbte und ihre Hüfte sich nach vorn schob, das war wohl nicht zu verhindern. Man wollte schließlich wissen, wo man gelandet war. Oder bei wem?
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Re: Late at Night... [offen]

Postby Joshua Callahan » 24 May 2015, 02:37

Seine Mimik war nicht so lebhaft wie ihre, wies nicht all diese ganzen Nuancen auf, mit denen sie aufwarten konnte, dieses feine Wechselspiel, dennoch folgte er dem ihren genau, schien es zu lesen und einzuordnen. Schien besorgt bei ihrem Blick auf das Cap, als ahne er gar Schreckliches und überlege er schon, wie er dafür sorgen könnte, dass es in seinem Besitz bliebe, wirkte fasziniert, als sie sich wieder auf die Lippe biss und war dadurch letzten Endes wohl kaum schwerer zu lesen als sie es war.

"Es ist Balsam für meine empfindsame Seele." Er schmunzelte, nachdem sie ihn erneut von oben bis unten betrachtet hatte, grinste dann und zeigte gute Zähne dabei, als er die Frage stellte, die er vor noch gar nicht langer Zeit nur in ihren Augen hatte lesen können.

"Fertig?" Fragte er dann amüsiert und fast könne man meinen, er wolle noch fragen, ob es helfen würde, wenn er sein Longsleeve auszog, damit sie einen besseren Blick hatte, aber das tat er dann doch (noch) nicht.

"Sag mal." Er grinste erneut und diesmal wirkte es fast ein wenig jungenhaft. "Kann es sein, dass es dir gerade zum zweiten Mal die Sprache verschlagen hat?" Er klang, als gefiele es ihm, das bei ihr auslösen zu können, die sie ja nun wirklich nicht auf den Mund gefallen war. Er ritt auf diesen kleinen Siegen nicht herum, er neckte sie damit, zog sie ein wenig auf, als wolle er sie motivieren, sich doch zu revanchieren, wieder das Tempo an sich zu reissen. In welcher Form auch immer.

Ja, wer hätte das gedacht, aber sagte man nicht gerade den stillen Wassern eine gewisse Tiefe nach? Dafür musste man natürlich tauchen, um sie zu erkunden, betrachtet man nur die Oberfläche, dann konnte man sie nicht erkennen. Er atmete tief ein, dicht an ihrem Hals, als sie ihm nun so nahe war, nicht zum ersten Mal und bot ihr nur zu gerne Halt. Ziemlich sicher war das ja unter anderem der Sinn des Ganzen gewesen. Unter ihrer Hand spürte sie kräftige Muskeln, sorgfältig trainiert, für was genau auch immer. So konnte man ihr noch so unverbrauchtes Verhältnis wohl auch auf eine andere Ebene heben. Im wahrsten Sinne des Wortes.

"Schon, ja. Aber ich kann dich gerne noch einmal um dem Block tragen, wenn du möchtest, Sweetheart." erklärte er mit dieser so gut vorgebrachten Ernsthaftigkeit, die vermuten liess, er würde genau das tun, wenn sie nur danach verlangte. Dass er daran scheitern würde war dabei in der Tat eher unwahrscheinlich. Zumindest an ihrem Gewicht würde es nicht liegen. Natürlich nicht leicht wie eine Feder, das gehörte ins Reich der Märchen, wenn man nicht gerade eine Feder war, aber leicht genug.

Sein Blick wanderte hinab, so wie ihr Blick empor, um sich ziemlich ungeniert anzusehen, wie sie sich ihm so darbot. Das liess man(n) sich doch nicht entgehen. Auch eine Form des Kompliments. Wenn man es denn so sehen wollte. Dazu brauchte es schliesslich nicht immer Worte.

Sie waren völlig allein in dieser kleinen Gasse. Nur der Schein der Strassenbeleuchtung bot hier im Moment noch ein wenig Licht. In ihrem Rücken spürte sie eine gemauerte Hauswand, die Gebäude schienen zweigeschossig zu sein. Wenig Fenster, schmucklose Optik. Wenn der Eindruck sie nicht täuschte, dann befand sie sich in einer kleinen Gasse, deren Wände von den Rückseiten zwei Häuserblöcke gebildet wurden.

Er selber hatte weniger einen Blick für seine Umgebung - die er nun vermutlich auch gut kannte, sollte er sie wirklich zu sich nach Hause gebracht haben - stattdessen konzentrierte er sich auf sie. Wenn menschliche Wesen im Grunde Jäger und Sammler waren, dann gehörte er eindeutig zu den Jägern. Zumindest liess sein Blick das vermuten. Und er liess sich definitiv Zeit damit, sie zu betrachten, als könne ihm sonst etwas entgehen.


"Ich schätze...." Er schloss sie immer noch zwischen der Wand und seinem Körper ein, sah auf sie herab, allein seiner Körpergröße geschuldet. Das Cap hüllte sein Gesicht in noch tiefere Schatten als das Zwielicht es ohnehin schon tat, dennoch war sein schiefes Grinsen nicht zu übersehen. "...das ist jetzt der Moment, in dem ich dich fragen sollte, ob du noch auf einen Kaffee mit raufkommen möchtest, hmm?"

Da waren sie wieder bei den üblichen Mechanismen des Spiels, versehen mit der Ironie und der Leichtigkeit, die bisher jede Runde geprägt hatte, die sie ausgefochten hatten, bereit, etwas anderes daraus zu machen. Mehr vielleicht. Mehr als Standard.
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Re: Late at Night... [offen]

Postby Candace Reed Harper » 24 May 2015, 12:16

Fertig, fragte er. Nun, konnte man je damit fertig sein einen attraktiven Menschen von Kopf bis Fuß abzuchecken? Fertig damit jeden Muskel in Augenschein zu nehmen, jeden Zentimeter Haut, über den man in Gedanken seine Hände oder Lippen oder vielleicht gar seine Zunge wandern lassen wollte? Fertig damit der eigenen Vorstellungskraft freien Lauf zu lassen, wo sie doch in der Realität meist das Beste war? Genau diese Fragen in den Raum stellend, wanderte ihr Blick ein weiteres Mal über seine Gestalt. Unendlich langsam und über die Maßen provozierend, wenn man ganz ehrlich war. Sie machte jedenfalls keinen Hehl daraus, dass ihr gefiel, was sich bei seinem Anblick in ihrem Kopf abspielte. Eine Idee, die man unter Umständen in die Tat umsetzen würde?

Es mochte überraschen, doch während sein Grinsen ihm etwas Jungenhaftes verlieh, so wischte das ihre zwar optisch das ein oder andere Jahr weg, aber es blieb ein bestimmter Hauch. Etwas, das dieses Spiel nicht länger nur auszukosten wusste. War sie etwa älter, als er? Es konnten jedoch einzig ein paar Jahre zwischen ihnen stehen, die ihr allerdings sprichwörtlich am Arsch vorbeizugehen schienen. Weder spielte sie die Ältere, noch die Erfahrenere. Als wäre sie sich mehr als bewusst, dass eine bloße Zahl keinen Einfluss auf die Reife eines Menschen hatten. Es waren die Geschichten, die das Leben schrieb, die einen Menschen formten. Seine Worte jedenfalls standen einige Sekunden zwischen ihnen, ehe sie ihm ein zuckersüßes Lächeln schenkte, das die Unordnung ihrer Gedanken entschuldigte.
Und sag du mal“, begann sie schließlich.Sollte ich mich sorgen, weil du einem Mädchen, das an jedem Sonntag brav in die Kirche gegangen ist, nicht nur einfach so die Sprache verschlägst, sondern es auch noch dazu bringen willst den Grund dafür auszuspucken?

Das waren vermutlich die meisten Worte, die er bisher über ihre Lippen hatte kommen sehen. Und sie waren schwer von jenem Akzent getränkt, der sie nicht nur der Kirche sondern dem tiefen Süden und all seinen Eigenheiten widmete. Eine konservative Charmeattacke, die den Tadel mit einer Schicht aus Zucker zu überziehen wusste. Das ihr Körper sich derweil an den seinen presste war nicht zu verhindern, wenngleich es der Situation eindeutig einen Teil ihrer Unschuld nahm. Der Widerspruch zwischen dem, was gesagt und getan wurde, war nicht zu übersehen. Und dass ihre Mundwinkel wissend zuckten ebenso wenig. Schuldig, im Sinne der Anklage?

Seine Muskeln waren sicherlich ausgeprägter, als es die ihren waren. Es bestand dennoch kein Zweifel daran, dass ihr straffer Hintern und die langen Beine ihre sonst eher athletische Statur in so mancher Augen mehr als gekonnt ausglichen. Geschmäcker waren schließlich verschieden, nicht?
Sehr verlockend, das Angebot, aber – Nein, danke.Sehr höflich. Die Vorstellung noch eine Weile getragen zu werden gefiel ihr ganz sicherlich, wurde allerdings mit einem energischen Kopfschütteln abgelehnt, sodass ihr Haar seine Nasenspitze kitzelte. In der Sonne gereifte Pfirsiche und Zimt.

Neugierig funkelnden Blicks beschäftigte sie sich mit der Umgebung, bis sie zu den Sternen sah, die man in der Stadt nicht wirklich sehen konnte. Wie blöd. Tief einatmend wurde die Enttäuschung beiseitegeschoben. Dies war eindeutig nicht der richtige Zeitpunkt für – Heimweh? Seine Musterung schien währenddessen zumindest im ersten Moment unbemerkt zu bleiben, bis sie unvermittelt den Blickkontakt wiederherstellte. Erwischt, stand ihr nur allzu deutlich ins Gesicht geschrieben. Ebenso dass ihre Natur, ihr Instinkt danach schrie, diese ruhigen Minuten mit Leben zu füllen? Ihre Muskeln spielten, so wie ihr Lächeln mit ihrem Gegenüber spielte. Mal schien es selbstsicher, dann wieder beinahe eingeschüchtert von der rasanten Entwicklung des Abends. Es machte es ihm unendlich schwer die Situation einzuschätzen, während das Funkeln in ihren Augen seine Instinkte herauszufordern schien. Versuch es doch einfach. Gib doch einfach nach. Mach einfach das, was du machen willst. Ganz einfach so.

Erst als er sprach und ihr Blick wieder zu seinen Lippen fiel, deren Umrisse sie im Lichtschein vermutlich gerade erkennen konnte, regte sie sich wieder. Ohne Eile hob ihre freie Hand sich, um erst über seine Wange zu streichen und dann den Schirm des Caps nach hinten zu schieben. Solange, bis er es verkehrt herum trug und sie ihren Arm strecken musste, sodass ihre Lippen sich unweigerlich den seinen näherten. Sie trafen sich fast auf Augenhöhe, die Berührung der Lippen keinen Zentimeter mehr entfernt, sodass es nicht mehr als ein Flüstern für ihren Austausch brauchte
. „Und ich schätze, das ist der Moment, in dem du verstehst warum die meisten Jungs im Süden ihr Cap gern rückwärts tragen, huh?Sie waren sich so nah, dass er vermutlich fast schon fühlen konnte, wie sich ein Zähne zeigendes Grinsen auf ihren Lippen ausbreitete.

Der Kaffee konnte allem Anschein nach warten? Uh-huh, so viel Zeit musste sein.
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Re: Late at Night... [offen]

Postby Joshua Callahan » 24 May 2015, 22:04

Er schien ihre Musterung auszukosten, so wie er sie ansah und ihr Zeit dazu liess, zu tun und zu denken, was sie wollte. Vielleicht konnte er sich anhand ihrer Miene vorstellen, was sie gerade dachte oder er hoffte vielleicht auch, dass sie bestimmte Dinge dachte. Zumindest blieb dieses schiefe Lächeln, das amüsiert und angetan wirkte, blieb der Ausdruck seiner Augen, der nichts anderes als Interesse verriet, Neugier und den Willen dazu, weiter zu spielen, Spaß zu haben. Zu tanzen. Sich zu duellieren. Wie auch immer man das nennen mochte, was sie hier taten. Unerheblich. Auf die Bezeichnung kam es nicht an. Und nicht zuletzt bot es ihm Gelegenheit, sie selber ausgiebig zu betrachten - oder, so wie sie standen - eher zu fühlen. Was ihn nicht sonderlich zu belasten schien, ganz im Gegenteil. Ein kleines Zucken seines Mundes verriet ihn nur allzu sehr. Ein Kostverächter war er sicher nicht.

"Nein." Er schüttelte sacht den Kopf und sein Lächeln blieb, dieser Blick, der verhieß, dass er doch nicht ganz so harmlos war, sondern wohl eher doch für eine ganze Menge zu haben. "Ich bin ein guter Junge." Ja, klar. Deswegen stand er auch hier mit ihr im Dunklen, drückte sie mit seinem Körper an die Wand und bewunderte ihren...Charakter.

"Aber sag du doch noch mal, wenn du jetzt nicht mehr jeden Sonntag in die Kirche gehst..." Das implizierte immerhin ihre Wortwahl. "...muss ich mir jetzt Sorgen machen?" Böses Mädchen, hmm? Der geradezu besorgte Tonfall wäre überzeugend gewesen, wäre da nicht dieses kleine bisschen Übertreibung gewesen, das Funkeln in den Augen. Erwartung vielleicht, dass sie es bewies? Hoffnung? Und die Tatsache, dass er keinen Zentimeter abrückte.

Das Geräusch mochte als leises Lachen durchgehen, das er von sich gab, als sie den Kopf schüttelte und er den Kopf etwas bewegte, um ihren Haaren auszuweichen, die ihn kitzelten, dann hob er eine Hand und strich ihr die Haarsträhnen zur Seite, sicherlich uneigennützig, nur damit sie freie Sicht hatte. Und so war es ein leichtes, seinen Blick wieder einzufangen. Zu sehen, wie sich seine Augen etwas verengten, diese kleine Regung die Echtheit seines breiter werdenden Grinsens verriet, das wortlose Schulternzucken, das keine Entsprechung in einer echten Bewegung fand. Ja, erwischt, sagte dieser Blick und: Selber Schuld, Sweetheart. Ertappt und Spaß dabei. Wenn das mal nichts war.

Er hielt still, als sie die Hand hob und sah sie weiter an, während sie ihm über die Wange strich, rauher Bartschatten erneut auf weiche Haut traf und liess sie weiter machen, als sie das Cap drehte. Wenn der Junge aus der Bar nur wüsste, wie sehr er mit sehr mangelhafter und sehr kurzer Beteiligung diesen Abend bereits bereichert hatte. Hielt weiter ihren Blick während sie sich auf die Zehenspitzen stellte. Ob er die Herausforderung erkannte, die darin stand? Ob er ihr nachgab oder es ganz allein seine Entscheidung war?

Was auch immer es war, er lachte, als sie wieder verstummte, warm und ehrlich amüsiert, wie schon einmal. "Ja, jetzt gerade wird es mir klar." Freigiebige Selbstironie. Dass ich da nicht vorher drauf gekommen bin, schien es zu sagen. Und wenn sein Tonfall auch verriet, dass er im Zweifelsfall schon andere kreative Lösungen gefunden hätte, hielt er nun lieber den Mund und versuchte, sich den Kuss zu stehlen, auf den das Ganze hier schon länger hinausgelaufen war. Hinauslaufen sollte, wenn man sich an die unausgesprochenen Gesetze hielt. Wie praktisch, sie immer noch zu halten, einen Arm um sie gelegt zu haben.

Wer brauchte schon Kaffee? Und selbst, wenn sie ihm eine runterhaute oder sonstwo hintrat...spannender, als eine Tasse zu halten wäre es doch allemal.
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Re: Late at Night... [offen]

Postby Candace Reed Harper » 25 May 2015, 14:50

Sie sah ihn an. So richtig, wie in diesen Tagen nur wenige Menschen einen anderen ansehen konnten. Als wäre sie bereit nicht nur das zu sehen und zu akzeptieren, was man Anderen zeigen wollte, sondern Alles. Das Schöne, wie auch das weniger Schöne. Offensichtlich war sie kein Mensch, der sich mit bloßen Äußerlichkeiten aufhielt oder sich lange von ihnen blenden ließ. Sie wusste um das, was sich dahinter verbarg. All die Tiefen und Untiefen, die sie selbst schließlich ebenfalls besaß. All die Charakterzüge, die man entweder als liebenswert oder als Fehler erachten würde. Und selbst eine Narbe hätte sie vermutlich nicht abgeschreckt, da ihre Haut sich ebenfalls ohne Make-up präsentierte. Die ungeschminkte Wahrheit präsentierte sich ihm, wenn man von ein wenig Wimperntusche absah …

Er sagte, er sei ein guter Junge? Ihre Mundwinkel hoben sich, um den angehobenen Augenbrauen zu folgen.
Ist das so, Darlin‘?So richtig überzeugt klang sie nicht, aber das war aufgrund der aktuellen Lage wohl auch nicht zu erwarten gewesen. Erst als die Gegenfrage über seine Lippen kam stellte sie sich auf ihre Zehenspitzen und hob sich voller Überzeugung ihr Kinn, sodass sie sich zumindest halbwegs auf Augenhöhe begegneten. Trotzig, wie ein kleines Kind? Dann sag du doch erst mal“, begann sie mit den fast schon zu erwartenden und überaus leicht zu findenden Worten. Wenn du dir deswegen Sorgen machst, dann gehst du tatsächlich jeden Sonntag in die Kirche?Ihr Tonfall war ruhig, was durchaus hätte anklagend klingen können, wäre da nur nicht dieser freche Zug um ihre Lippen gewesen. Dieses nur mit Mühe zurückgehaltene Lächeln, das ihre Augen schon vor seinem Ausbruch mit diesen winzigen Lachfältchen versah.

Als seine Finger ihr die Haarsträhne aus dem Gesicht strichen, fiel ihr Blick ganz schüchtern wieder zu ihren Boots, von denen einer mit der Spitze verlegen über den Asphalt strich. Ein Verhaltensmuster, das allzu schnell klischeehaft hätte wirken können, es allerdings nicht tat. Zu ehrlich wirkte die Art, mit der sie ihre Unterlippe einzog und sie über die eigene Schüchternheit verärgert ein nichtexistentes Steinchen wegkickte. Verdammt, jetzt reiß‘ dich zusammen? Und es funktionierte. Fasziniert hatte ihr Blick verfolgt, wie ihre Fingerspitzen über den Bartschatten gewandert waren. Nur eine Sekunde auf den Zehenspitzen stehend, hatte sie den Schwerpunkt verändert und ihren Körper in den seinen fallen lassen. Ganz natürlich, als hätte es gar keine andere Möglichkeit gegeben.

Seine Worte wurden förmlich erstickt. Der Versuch den Kuss zu stehlen schlug fehl, wenn man die Art bedachte, mit der sie ihm im letzten Moment irgendwie wohl einen Schritt zuvor kam. Typisch? Würde Joshua sich nicht rühren, so würde sie ihm tatsächlich einen Kuss auf die Lippen drücken. Kurz nur, wie ein Versuch? Der Erste. Sich einen Wimpernschlag zurücklehnend, würde sie seine Reaktion mit einem nahezu irren Grinsen in Augenschein nehmen, ehe ihre Finger sich in sein Longsleeve gruben und ihn zu ihr ziehen würden. Auf ihre Seite? Würde all dies geschehen, so würde wohl nur eines überraschen: Die unterschwellige Aggressivität ihres Kusses. Ihre Grenzen ein weiteres Mal austestend würde er ihre Zähne spüren können, so wie den leidenschaftlichen Druck, der ihn in einen Sog aus Spannung und Ungeduld zu zerren versuchte …

Kein Moment für Kaffee, geschlossene Augen oder Sanftheit? Und wenn schon, dann war es immerhin auch kein Moment für eine rechte Gerade, einen Tritt oder Schmerzen. Einzig ein Moment für all das, was das Leben ausmachte. Das Hier und Jetzt.
She's a product of being raised in the country.
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